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Neuer Bericht

ILGA-Europe warnt vor "Eskalation des Hasses"

In vielen europäischen Ländern mache die Politik queere Menschen zu "Sündenböcken", beklagt die queere Organisation in ihrem Jahresbericht. Es gibt aber auch Lichtblicke.


Ungarns autoritär regierender Ministerpräsident Viktor Orbán heizte die Stimmung gegen queere Menschen zuletzt an

Im am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der LGBTI-Menschenrechtsorganisation ILGA-Europe ist von einem "erschütternden Anstieg von [queerfeindlicher] Hassrede und entsprechender Gewalt auf den Straßen und in Wohnungen in jedem Land in der Region" die Rede. In dem Bericht wird die Situation queerer Menschen in Ländern Europas und Zentralasiens näher beleuchtet.

Eine regelrechte "Welle der Gewalt" werde von Politiker*innen angefacht, heißt es in dem Bericht. Als besonderen Tiefpunkt wurde die Einführung des "Homo-Propaganda"-Gesetzes Mitte Juni durch die Orbán-Regierung in Ungarn genannt (queer.de berichtete).

"Die Verbreitung von Anti-LGBTI- und trans Menschen ausschließender Rhetorik, die in diesem Bericht vorgestellt wird, hat einen sehr negativen Einfluss auf das Leben vieler Menschen", erklärte ILGA-Europe-Chefin Evelyne Paradis. "Wir sehen in vielen Ländern, wie die psychische Gesundheit queerer Menschen, ihr Sicherheitsgefühl oder ihr Recht auf Zugang zu Arbeit dadurch beeinflusst wird." Queere Menschen würden oft zu "Sündenböcken" gemacht. Es sei die Aufgabe von Politik, Medien, Hochschulen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft, dagegen vorzugehen.

ILGA-Europe-Kampagnenchefin Katrin Hugendubel ergänzte, dass es jetzt eine "deutliche Eskalation und Instrumentalisierung des Hasses gegen LGBTI gibt, um politisch Punkte zu machen und die eigene Macht zu stärken". Hass gegen die queere Minderheit werde als "Instrument für politischen Machtgewinn" genutzt, beklagte Hugendubel.

Lob für Gerichte und EU


Der englischsprachige Bericht kann kostenlos heruntergeladen werden

Positiv wird in dem Bericht die Arbeit von Gerichten erwähnt, die oft der Verfolgung von queeren Menschen Einhalt geböten. Insbesondere der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte leiste gute Arbeit. Das Gericht hatte zuletzt etwa queerfeindliche Gewalt in Georgien oder die Diskriminierung von Regenbogenfamilien in Polen gerügt.

Zudem habe die Europäische Kommission von Ursula von der Leyen einen guten Einfluss. So lobte ILGA-Europe, dass die EU-Exekutive Verfahren gegen Polen und Ungarn wegen queerfeindlicher Gesetze eingeleitet habe (queer.de berichtete). Hoffnungsvoll stimme auch, dass laut vielen Meinungsumfragen die Stimmung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten besser werde.

ILGA-Europe ist die paneuropäische Dachorganisation von mehr als 600 queeren Gruppen. Zu den Mitgliedern zählen auch viele deutsche Vereine wie der LSVD, Homosexuelle und Kirche (HuK) oder der Völklinger Kreis. (dk)



#1 RRuntEhemaliges Profil
  • 16.02.2022, 13:45h
  • "Hoffnungsvoll stimme auch, dass laut vielen Meinungsumfragen die Stimmung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten besser werde. "

    Es ist keine Naivität, sondern Pflege meiner psychischen Gesundheit, wenn ich zuerst auf die positive Seite der Meldung schaue.

    Ich beobachte trotz aller Wiederstände eine positive Entwicklung der Gesellschaft und ich denke, dass die Aufklärung der Menschen, vor allem aber der offene Kontakt zwischen queeren und nichtqueeren Menschen letztlich der entscheidende Faktor in Richtung Akzeptanz ist. Diese Entwicklung können Anti-LGBT-Gesetze im Zeitalter von Internet und Globalisierung auch nur verzögern, nicht wirklich aufhalten.
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#2 Lucas3898Anonym
  • 16.02.2022, 13:49h
  • Wird Zeit, dass die Leute endlich die rechtsextremen Regierungen in Polen und Ungarn abwählen.
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#3 Julian 80Anonym
  • 16.02.2022, 14:14h
  • Heute hat der EuGH geurteilt, dass Geldentzug bei Verletzung rechtsstaatlicher Prinzipen durch EU-Länder in Ordnung ist.

    Es wird höchste Zeit, dass die EU Polen und Ungarn endlich die Grenzen aufzeigt.

    Es kann nicht sein, dass dortige Regierungen sich an der Macht halten wollen, indem sie homophobe Ressentiments schüren und dann mit Panikmache an der Macht bleiben.

    Wenn die die EU-Gelder, die sie an der Macht halten, endlich entzogen bekommen, werden die ganz schnell sehr kleinlaut werden.
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#4 SakanaAnonym
  • 16.02.2022, 14:36h
  • Nicht zu vergessen auch die tapferen queeren Menschen im Baltikum, die sich auch noch gegen sehr viele gesellschaftliche Widerstände durchsetzen müssen. Aber auch dort gibt es Anzeichen, dass es besser werden könnte, wie man auf der Seite der Lithuanian Gay League nachlesen kann:
    www.lgl.lt/en/

    Es ist nie zu spät, die Hoffnung auf gesellschaftlichen Fortschritt aufzugeben.
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#5 Indigo73Anonym
  • 16.02.2022, 16:01h
  • Antwort auf #1 von RRunt
  • "Ich beobachte trotz aller Widerstände eine positive Entwicklung der Gesellschaft."

    Kommt darauf an.
    Bei der sexuellen Orientierung sehe ich die Entwicklung auch positiver (wenngleich es zuletzt Rückschritte gab, nicht nur in den Nachbarstaaten), aber als trans* Person muss ich schon sagen, noch nie derart viel Widerstand und Hass erlebt zu haben wie in den letzten zwei, drei Jahren.

    Auf der positiven Seite kann ich sagen: Wenn ich offen auftrete und den Leuten sage, dass sie mich darauf ansprechen und alles fragen dürfen, was ihnen so durch den Kopf geht, das oft angenommen wird. Bei den Leuten zeigt sich dann immer, wie schlecht die Aufklärung ist und wie viel Macht die TERFs inzwischen haben. Denn viele Fragen stellen sich aufgrund der Beeinflussung aus dieser Richtung. Doch immerhin sind viele offen dafür, sich damit zu beschäftigen.
    Negativ hingegen ist das, was ich immer wieder mal in den sozialen Medien lese. Was da an "Debatten" geführt und wie viel Dreck da ausgegossen wird und wie unwissend die Leute sind, ist schon erschreckend.
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#6 RRuntEhemaliges Profil
  • 17.02.2022, 00:14h
  • Antwort auf #5 von Indigo73
  • Aladin Mafaalani ein Autor, den ich sehr schätze, hat in Bezug auf Migranten das "Integrationsparadoxon" beschrieben. Es besagt, dass bei gelungener Integration von "Fremdem" die Konflikte nicht ab- sondern zunehmen, eben weil Minderheiten überhaupt in Anspruch nehmen, dass man etwas über sie weiß, dass sie mit ihren Bedürfnissen und Befindlichkeiten verstanden werden und dass sie mitbestimmen dürfen, wie die Gesellschaft - u.a. auch über sie - redet.

    Ich persönlich habe deshalb auch nicht so viel Angst vor Fragen oder Bemerkungen, die aus konservativer bis reaktionärer Ecke kommen. Es gab die auch früher, nur waren sie damals Mainstream. Vieles davon kann man auch jetzt durch geduldiges und sachliches Argumentieren beilegen und es ist manchmal schon ein Fortschritt, wenn Leute sich überhaupt zu manchen Themen äußern und - wie uninformiert oder ungeschickt auch immer - ins Gespräch kommen.

    Natürlich gibt es auch gezielte Hasspropaganda und Anstiftung zur Gewalt und Unterdrückung von Aufklärung. Aber für mich ist der Kampf dagegen nur ein Teil der Arbeit. Der weitaus größere liegt auf dem sehr viel angenehmeren und positiven der Aufklärung und Kontaktaufnahme.
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#7 Gegen RechtsAnonym
  • 20.02.2022, 12:11h
  • Hallo,
    auch in Deutschland haben wir eine grosse Baustelle.
    Gruß und lasst uns gegen die angehen die Demokratie nicht beherrschen.
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