Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41223

Unruhe bei katholischem Hilfswerk

Misereor-Mitarbeiter*­innen schicken Brandbrief an Bischofskonferenz

Die Mitarbeiter*innen im katholischen Hilfswerk sind zornig darüber, wie die Kirche ins Privatleben beispielsweise von homosexuellen Angestellten eingreift.


Facebook-Werbung des katholischen Hilfswerks (Bild: Misereor e.V.)
  • 18. Februar 2022, 09:44h 2 2 Min.

Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor e. V. hat in einem von einer Mehrheit der Mitarbeitenden unterzeichneten offenen Brief an die Bischofskonferenz "tiefgreifende systemische Veränderungen" in der katholischen Kirche in Deutschland gefordert – unter anderem auch ein Ende der Diskriminierung Homosexueller. Es erfülle die Unterzeichner*innen "mit großer Sorge und Zorn", dass die Kirche Strukturen und Systeme geschaffen habe und weiter aufrecht erhalte, "die dazu führen, dass Menschen in Angst und mit traumatischen Erfahrungen leben müssen", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Text.

Die universell gültigen Menschenrechte, die für die Arbeit von Misereor weltweit grundlegend seien, würden "in vielfältiger Weise" durch die katholische Kirche missachtet und verletzt. Es seien keine überzeugenden Ansätze zu erkennen, daran nachhaltig etwas zu ändern.

Die etwa 250 Unterzeichner*innen – bei 374 Mitarbeitenden – fordern eine externe staatliche Untersuchung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Außerdem wird ein Ende der Einmischung der Kirche in Fragen des Privatlebens ihrer Mitarbeiter*innen wie "Sexualität, Ehestand, Scheidung und Wiederverheiratung" verlangt. Zudem fordern die Misereor-Mitarbeiter*innen die Überwindung der Diskriminierung von Frauen.

Positiv bewerteten die Mitarbeitenden die Anfang des Monats beschlossenen Zwischenergebnisse der Synodalversammlung, in denen unter anderem eine Gleichbehandlung von Homosexuellen gefordert wird (queer.de berichtete). Dazu heißt es konkret: "Wir begrüßen die Beschlüsse der dritten Vollversammlung des Synodalen Weges in Bezug auf die Aufhebung des Pflichtzölibats, die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern, zur Segnung schwuler und lesbischer Paare sowie zur Beendigung der Sanktionen für kirchliche Angestellte, die geschieden oder homosexuell verheiratet sind".

"Ein Gendersternchen erfordert keine Mühe", sagt Schauspielerin Isabel Varell in der neuen MISEREOR-Podcast-Folge....

Posted by Misereor on Monday, February 14, 2022
Facebook / Misereor | Gerechtigkeit steht bei Misereor hoch im Kurs – sogar das Gendersternchen ist kein Tabu
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Mehrere deutsche Bistümer haben inzwischen angekündigt, ihr Recht auf Diskriminierung von Schwulen und Lesben im Arbeitsrecht nicht mehr anzuwenden, zuletzt das Bistum Trier (queer.de berichtete). (AFP/dk)

-w-

#1 Julian 80Anonym
  • 18.02.2022, 11:06h
  • >>> Die universell gültigen Menschenrechte, die für die Arbeit von Misereor weltweit grundlegend seien <<<

    Wieso fällt das denen erst jetzt ein? Weil auch denen die Spenden wegbrechen und ihre Jobs in Gefahr sind?

    Die Menschenrechte waren auch vorher universell gültig, aber da hat sich Misereor niemals für LGBTI eingesetzt oder ein Ende der Diskriminierung gefordert.

    Erst wenn es an die Substanz geht, ändert man plötzlich seine Meinung. Glaubwürdig ist das nicht gerade.

    >>> fordern eine externe staatliche Untersuchung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. <<<

    Auch da frage ich mich, warum man das erst jetzt fordert, obwohl seit Jahren immer neue Skandale ans Tageslicht kommen.

    Mittlerweile muss man sich ja schon fast fragen, in welcher Gemeinde nicht missbraucht und vertuscht wurde oder wird...

    Insgesamt erheben die zwar die richtigen Forderungen, aber wenn die erst so spät kommen und erst nachdem auch die eigenen Posten in Gefahr sind, bleibt da immer ein negativer Beigeschmack.

    Dann müssen die jetzt umso entschlossener und vehementer für diese Dinge kämpfen, um das lange Schweigen und Wegsehen wiedergutzumachen und glaubhaft zu sein. Und zwar nicht nur in Worten, sondern endlich auch in Taten.
  • Direktlink »
#2 hugoAnonym
  • 18.02.2022, 12:59h
  • Nun, es ist lägst fällig, dass das kirchkliche Arbeitsrecht als Sonderstatus aufgehoben und dem zivilen angepasst wird.
    Insbesondere muss mit dem Lügengebäude, welches die Kirche aufgebaut hat, insbesondere in Bezug auf Sexualität und Partnerschaft.
    Wer lügt der bleibt-wer ehrlich ist der fliegt ist ein NoGo!
  • Direktlink »