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Rheinland-Pfalz

CDU-Kritik an "QueerWein": QueerNet beklagt "homophobe Hass-Reflexe"

QueerNet Rheinland-Pfalz stellt sich hinter die Akzeptanzkampagne der Landesregierung und fordert queere Winzer*innen zur Teilnahme auf. Die Attacken von Julia Klöckner und Birgit Kelle zeigten ihre Notwendigkeit.


Symbolbild: Mit einem neuen Etikett wird auch der Rosé von Aldi ganz schnell zu einem "QueerWein"

In einer Pressemitteilung mit der Überschrift "Homophobe Hass-Reflexe gegen Akzeptanzkampagne" (PDF) wirft der Verein QueerNet Rheinland-Pfalz e.V. CDU-Landeschefin Julia Klöckner "rechten Populismus" vor. Hintergrund ist die scharfe Kritik der ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministerin und deutschen Weinkönigin an der Akzeptanzkampagne "QueerWein" der rheinland-pfälzischen Landesregierung. "Unsere Winzer an der Ahr treibt ganz Anderes um: Keller sind komplett weggespült worden von der Flut, ganze Ernten verloren gegangen. Da steht die sexuelle Identität nicht im Vordergrund", empörte sich Klöckner in der vergangenen Woche in der "Bild"-Zeitung über die Aktion (queer.de berichtete).

,,Ganz Rheinland-Pfalz hat solidarisch die Menschen im Ahrtal unterstützt – so auch Mitgliedsorganisationen von QueerNet RLP", kritisierte QueerNet-Sprecher Joachim Schulte die Vermischung der beiden Themen durch die CDU-Vorsitzende. "Hat Frau Klöckner ihre Wahlniederlage im Land und im Bund so wenig verschmerzt, dass sie jetzt den rechten Populismus bedient?"

500 Flaschen als "Vielfaltsbotschafter"

Die Akzeptanzkampagne zeige, "wie notwendig die Sichtbarkeit queerer Menschen in allen Berufen ist", ergänzte Co-Sprecherin Diana Gläßer, "ob im Weinbau oder im Männer-Fußball". QueerNet rief alle queeren Winzer*innen dazu auf, sich an der Kampagne zu beteiligen. "Die Vielfalt des Landes zeigt sich (gerade auch) beim Wein und denen, die seine Herstellung verantworten."

Gestartet wurde die Initiative "QueerWein" von Staatssekretär David Profit (Grüne), dem Landesbeauftragten für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechteridentität. Noch bis 28. Februar 2022 können sich Weingüter in Rheinland-Pfalz, "in denen queere Menschen in verantwortungsvoller Position tätig sind", bewerben. In einer Verkostung werden anschließend zwei Weine ausgewählt, von denen die Regierung insgesamt 500 Flaschen als "rheinland-pfälzische Vielfaltsbotschafter" ankaufen will – zum Maximalpreis von 10 Euro pro Flasche. Die ausgewählten Weine sollen am 18. März 2022, dem Verfassungstag des Landes, vorgestellt und dann bundesweit an Multiplikator*innen in Politik und Gesellschaft versendet werden (queer.de berichtete).

"Offene Feindseligkeit gegenüber queeren Lebensweisen"

In Rechtsaußen-Kreisen gab es viel Hohn über die PR-Aktion des Landesfamilienministeriums. "Es macht ja geschmacklich so einen krassen Unterschied, wenn sanfte Lesbenhände die Reben pflücken und sie in non-binären Fässern lagern", spottete etwa die queerfeindliche Publizistin Birgit Kelle auf Facebook. "Wer will da weiter diese Plörre alter weißer Rheinland-Pfälzer trinken?" Der Post des CDU-Mitglieds Kelle zeige "offene Feindseligkeit gegenüber queeren Lebensweisen", kritisierte QueerNet-Sprecherin Diana Gläßer. ,,Menschen, die das posten, bedienen gezielt homophobe Einstellungen, sie spalten unser Land."

In allen Berufen gebe es queere Menschen, stellte Co-Sprecher Joachim Schulte klar. "Sie sind allerdings oft unsichtbar, wodurch Diskriminierung begünstigt wird." QueerNet unterstütze deshalb die "QueerWein"-Ausschreibung: "Diese Verbindung zum Land Rheinland-Pfalz als Weinanbauland und queeren Winzer*innen als Produzent*innen ist eine gute Aktion für mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit." (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Was denkst du über die "QueerWein"-Kampagne in Rheinland-Pfalz?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.02.2022 bis 28.02.2022


#1 NevermindAnonym
  • 21.02.2022, 07:47h
  • Frau Klöckners Aussage ist wahrscheinlich nicht korrekt, eine Akzeptanzkampagne kann man auch trotz Flutkatastrophe führen, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ihre Aussage würde für mich nur Sinn machen, wenn die Landesregierung Hilfe für die Winzer bei den vernichteten Ernten und vollgelaufenen Kellern schleifen lassen würde. Ob das so ist, kann ich nicht beurteilen. Dennoch halte ich ihre Aussage für eine normale Meinungsäußerung. Muss man da gleich wieder die ganz großen Geschütze auffahren - rechter Populismus, Attacke, homophobe Hassreflexe? Kommt mal wieder runter. Reflexe sind für alle da.
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#2 ZeitungsmannAnonym
  • 21.02.2022, 08:33h
  • Idiotische Namen für Weine scheinen jetzt die Mode zu sein. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass auch die Berliner Weine vom Kreuzberg ähnliche Namen besaßen. So gab es den "Fahnenwein", den der Schriftsteller Adolf Glaßbrenner wie folgt kommentierte. "Jießt man een Achtel uff die Fahne, so zieht sich dat janze Rejiment zusammen."
    Queerwein schmeckt nach Zuckerwasser? Wie wäre es mit "Veganwein" aus Chinakohl?

    Dagegen ist doch ein "Hupfheimer Jungferngärtchen" original abgefüllt und verkorkst von Pallhuber & Söhne etwas für den deutschen Bildungsbürger.

    Der Weinfreund will dagegen schon wissen, welche Traube da gekeltert wurde und aus welchem Anbaugebiet sie stammt. Versehen mit der Jahrgangszahl liefert das schon Informationen über den zu erwartenden Geschmack.

    Wer also "Queerwein" propagiert ohne genaue Rebssortenangabe, Jahrgang und Lageverzeichnis, der kann eigentlich auch ein Tetrapack mit einem Regenbogen bedrucken. Immerhin wird damit aber deutlich, was die Grünen-Splitterlinken für wahre Gourmets sind. Da mögen sie noch so schwärmen von einem handgeschabte Rote-Beete Soufflet an Chicoreeblatt - wer Queerwein bewirbt - der will doch nur seinen Oberschichtsnobismus verkaufen und beweist kulinarisches Banausentum.
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#3 ViertelesschlotzerAnonym
  • 21.02.2022, 10:40h
  • Antwort auf #2 von Zeitungsmann
  • So richtig hast du aber auch nicht verstanden, worum es mit der Aktion überhaupt geht?! In der PM steht auch "...und ggf. kurze Angaben zum Wein (auch Besonderheiten beim Ausbau und
    Bruttopreis)." usw. Pflichtangaben auf Weinflaschen ist auch gesetztlich geregelt. Oder habe ich eventuell die Ironie in deinem Beitrag überlesen? Wenn nicht, dann ist dein Kommentar einfach nur gehässig.
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#4 LissyAnonym
  • 21.02.2022, 13:53h
  • Ausgerechnet die Königin des Lobbyismus spielt hier den Moralapostel, spielt Opfer der Flut gegen eine durch Gewalt bedrohte Minderheit gegeneinander aus, pfui Teufel.
    Gerade die CDU ist die Partei, die dem Sprichwort "die Politik ist eine Hure" am meisten das Wasser nachträgt.
    Sich jetzt als Beschützerin der Flutopfer aufzuspielen ist an Scheinheiligkeit und Heuchelei nicht zu überbieten, einfach widerwärtig.
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#5 PeerAnonym
  • 21.02.2022, 14:23h
  • Julia Klöckner versucht Hass zu schüren, indem sie so tut, als würde Akzeptanz von LGBTI die Hilfe für notleidende Menschen schmälert.

    Eine ganz billige Masche, um daraus politisch Profit zu ziehen. Die alte Methode, Bürger auf Kosten von Minderheiten zu spalten, damit man einen Buhmann hat und sich selbst als Schutz vor dieser Gefahr aufspielen kann.

    Aber glücklicherweise durchschauen die meisten Menschen solche Machenschaften wie die von Frau Klöckner.
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#6 JHJHAnonym
  • 21.02.2022, 15:11h
  • "Eine ganz billige Masche, um daraus politisch Profit zu ziehen. Die alte Methode, Bürger auf Kosten von Minderheiten zu spalten, damit man einen Buhmann hat und sich selbst als Schutz vor dieser Gefahr aufspielen kann.

    Aber glücklicherweise durchschauen die meisten Menschen solche Machenschaften"
    ...
    nein leider nicht
    zu viele Menschen sind bequem und dumm und fallen auf solche Rattenfängermethoden rein (nicht nur auf LGBTI bezogen)
    - siehe Trump

    (mein Kommentar geht nur auf den obigen Auszug - nicht zum Artikel)
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#7 swimniAnonym
  • 21.02.2022, 19:02h
  • die ganze angelegenheit ist aus meiner sicht für beide seiten eine peinliche unnötige.
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#8 MichaKHProfil