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Hasskampagne
"Der Spiegel" hofiert Trans-Hasserin
In einem unkritischen "Spiegel"-Interview verteidigt die britische Philosophin Kathleen Stock ihre kalte und ablehnende Haltung gegenüber trans Menschen.

Kathleen Stock in einem Interview mit einem britischen Radiosender (Bild: Screenshot LBC)
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21. Februar 2022, 10:19h 2 Min.
"Es handelt sich trotzdem um Männer, denen der Penis entfernt wurde." Mit dieser herabwürdigenden Aussage über trans Frauen macht Kathleen Stock, ehemals Philosophieprofessorin an der University of Sussex, in einem im "Spiegel"-Onlinemagazin veröffentlichten Interview Stimmung gegen geschlechtliche Minderheiten (Bezahlartikel). Kritikwürdig ist, dass der "Spiegel" ihre Aussagen kaum einordnet, in denen sie trans Frauen als Gefahr für andere Frauen darstellt und sich selbst als Opfer von LGBTI-Aktivist*innen geriert. Auch Stocks seit Jahren wiederholte Verharmlosung der Diskriminierung von trans Menschen wird nicht ausreichend hinterfragt.

(Bild: spiegel.de)
In dem Interview gibt es etwa die Frage an die lesbische Wissenschaftlerin, ob trans Menschen nicht besser geschützt werden sollten – schließlich würden diese viel öfter angegriffen als andere Menschen. Doch Stock wischt dies einfach zur Seite:
In Großbritannien ist in den vergangenen zwei Jahren glücklicherweise keine Transperson ermordet worden, in den zehn Jahren davor gab es einen Mord pro Jahr. Demgegenüber werden hier im Schnitt bis zu drei Frauen pro Woche ermordet. Die Idee, Transpersonen seien derart gefährdet, dass wir unser gesamtes gesellschaftliches Gefüge auf den Kopf stellen müssen, um sie zu schützen, ist Propaganda. Es sind Stonewall und andere Organisationen, die verlangen, dass Frauen ihre Rechte aufgeben, um Transfrauen vor Gewalt zu schützen.
Der Propaganda-Vorwurf wird ebenso wie die genannten Zahlen nicht weiter thematisiert, obgleich diese etwa in mehrerer Hinsicht irreführend sind – so müsste etwa die relative Zahl von trans Menschen zu cis Menschen berücksichtigt werden. Der wichtigste Punkt ist aber: Studien aus vielen Ländern zeigen schon seit Jahren, wie belastend eine transfeindliche Atmosphäre für trans Menschen ist; diese führt zu Depressionen und Suizidgedanken. Eine vergangenes Jahr veröffentlichte niederländische Studie kommt etwa zu dem Ergebnis, dass das Sterberisiko bei trans Menschen doppelt so hoch ist wie bei cisgeschlechtlichen Menschen (queer.de berichtete). Unter Nennung von bizarren Einzelfällen trans Menschen zu einer Gefahr abzustempeln, ist angesichts dieser Zahlen absurd. Sie können auch nicht Diskriminierung und Ausgrenzung legitimieren. Im "Spiegel"-Interview werden diese Fakten aber unterschlagen.
In Großbritannien läuft schon länger eine kampagnenartige Stimmungsmache gegen trans Menschen und ihre Rechte, die von Personen wie dem Atheisten-Papst Richard Dawkins oder der "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling angeheizt wird. Auch in Deutschland ist diese Stimmungsmache bereits angekommen und vereinigt Feministinnen und Rechtspopulist*innen, wie Artikel des Frauenmagazins "Emma" und Hassattacken der AfD zeigen.

Derzeit treiben LGBTI-feindliche AfD-Abgeordnete wie Nicole Höchst die von der "Emma" entfachte transphobe Kampagne voran














