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Hassbotschaft

Polnischer Bischofschef appelliert an deutsche Kirche: Akzeptiert keine Homosexuellen

Stanisław Gądecki fordert von der deutschen katholischen Kirche einen harten Kurs gegenüber sexuellen Minderheiten – so wendet er sich insbesondere gegen "die irrige und skandalöse Praxis der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften".


Stanisław Gądecki ist seit 2002 Erzbischof von Posen und seit 2014 Chef der polnischen Bischofskonferenz (Bild: Silar / wikipedia)

Erzbischof Stanisław Gądecki, seit 2014 Chef der katholischen Bischofskonferenz in Polen, appelliert in einem Brief an seinen deutschen Amtskollegen Georg Bätzing, keine Reformen durchzuführen. Unter anderem warnt der 72-Jährige davor, wissenschaftliche Erkenntnisse anzuerkennen und "die Lehre der Kirche über die Sünde homosexueller Handlungen zu ändern". Das Schreiben wurde am Dienstag unter anderem auf kath.net veröffentlicht.

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Gądecki beklagte die "Versuchung, sich zu 'modernisieren'", die "insbesondere den Bereich der sexuellen Identität" betreffe. "Dabei wird jedoch vergessen, dass sich der Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse oft ändert, manchmal sogar dramatisch, z. B. aufgrund von Paradigmenwechseln", so der Erzbischof von Posen weiter.

Gądecki: Homosexuelle Liebe ist "naturwidrig"

Er kritisierte konkret die Anfang des Monats beschlossenen Zwischenergebnisse des "Synodalen Wegs", in denen unter anderem eine Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten gefordert wird (queer.de berichtete). Im Rahmen des Gesprächskreises sei aber laut Gądecki über ein Dokument abgestimmt worden, "das die irrige und skandalöse Praxis der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften fördert und versucht, die Lehre der Kirche über die Sünde homosexueller Handlungen zu ändern". Weiter erklärte der Katholikenchef: "Der Katechismus unterscheidet klar zwischen homosexuellen Neigungen und homosexuellen Handlungen. Er lehrt die Achtung vor jedem Menschen unabhängig von seiner Neigung, verurteilt aber homosexuelle Handlungen eindeutig als naturwidrig." Auch verheiratete gleichgeschlechtliche Paare dürften nicht als mit Heterosexuellen gleichwertige Eheleute anerkannt werden.

Zudem zeichnete der 72-Jährige das Bild der standhaften Kirche, die sich gegen böse gesellschaftliche Einflüsse wehren müsse: "Getreu der Lehre der Kirche dürfen wir nicht dem Druck der Welt oder den Modellen der vorherrschenden Kultur nachgeben, da dies zu moralischer und geistiger Korruption führen kann. Vermeiden wir die Wiederholung abgedroschener Slogans und Standardforderungen wie die Abschaffung des Zölibats, das Priestertum der Frauen, die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene oder die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften", heißt es in dem Text. Die EU-Grundrechtecharta sei kein Grund, das "Evangelium zu manipulieren".

In dem Schreiben verweist Gądecki auch auf die Erneuerung des Segnungsverbots für Homo-Paare durch den Vatikan im März letzten Jahres (queer.de berichtete). Gegen dieses hatte es zwar heftigen Widerstand aus großen Teilen der deutschen Kirche gegeben, aber auch Unterstützung – etwa durch Kardinal Rainer Maria Woelki, den Chef des mächtigsten deutschen Erzbistums in Köln (queer.de berichtete). Der LGBTI-feindliche wegen Missbrauchsskandalen hoch umstrittene Kardinal soll nach einer mehrmonatigen Auszeit kommende Woche in sein Amt zurückkehren.

Die polnische katholische Kirche gilt als eine der LGBTI-feindlichsten in Europa. So unterstützt sie unter anderem die "Heilung" Homosexueller (queer.de berichtete). Im Wahlkampf stellte sich die Kirche offen an die Seite der rechtspopulistischen Regierung (queer.de berichtete). (dk)



#1 SakanaAnonym
  • 22.02.2022, 10:22h
  • Dazu fällt mir nur folgende Bibelstelle ein:

    "1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden. 3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! 5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!"

    www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us7

    Der feine Herr Bischof sollte doch mal erst vor seiner eigenen Türe kehren, ehe er sich in die innerkirchlichen Debatten eines anderen Landes so massiv einmischte. Ungeheuerlich, dieser Mann!
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#2 NickAnonym
#3 PeerAnonym
  • 22.02.2022, 11:15h
  • Dass eine Organisation, die so viel Dreck am Stecken hat und für massenhaften Kindesmissbrauch und dessen Vertuschung verantwortlich ist, es überhaupt noch wagt, den Mund so weit aufzumachen, zeugt von maßloser Selbstüberschätzung und Arroganz sowie von einem totalen Realitätsverlust.

    Wenn es eine Organisation gibt, die keinerlei moralische Autorität hat, dann ist es die katholische Kirche.
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#4 TataAnonym
  • 22.02.2022, 11:18h
  • Eigentlich bin ich dafür, dass die katholische Kirche alle Bi-, Trans-, Inter-, und Homosexuellen aus der Kirche ausschließt. Außerdem alle Frauen, da sie ja alle monatlich wiederkehrend unrein sind. Desweiteren alle Menschen, die in ihrer weitesten Verwandtschaft irgendwelche Andersgläubigen haben (jüdisch, muslimisch, budistisch, hinduistisch etc.). Außerdem noch alle, welche ein zu geringes Einkommen haben um angemessene Kirchensteuern zu bezahlen (die Bischöfe brauchen schließlich wirklich Zahlungskräftige Kunden für ihr Luxuriöses Leben und können sich nicht mit Peanuts abgeben!) *Sarkasmus off*
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#5 fredinbkkkAnonym
#6 FinnAnonym
  • 22.02.2022, 12:20h
  • Die Kirche beweist wieder mal, dass sie Liebe verachtet, weil glückliche Menschen keine Heilsprediger brauchen, die sie ausnehmen können.

    Stattdessen verbreitet die Kirche weiterhin Hass, weil das eben ihr Geschäftsmodell ist und sie davon profitiert.

    Die werden sich niemals ändern.

    Da hilft nur Kirchenaustritt...
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#7 tychiProfil
  • 22.02.2022, 12:20hIrgendwo im Nirgendwo
  • Antwort auf #3 von Peer
  • Meine Rede!

    Zeigt aber auch, wo diese Religionsgruppierung ihre Prioritäten setzt: Lieber Hass, Diskriminierung und Hetze gegen Minderheiten, als das eigene Problem mit zig 100'000 Opfern endlich einmal anzupacken.

    Die kath. Religionsgruppierung hat jegliche Glaubwürdigkeit verspielt.
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#8 dgholeProfil
  • 22.02.2022, 12:22hHannover
  • Immer diese Paradigmenwechsel in Wissenschaft. Erst ist die Erde eine Scheibe, dann wieder eine Kugel und dann ein Rotationsellipsoid der eine schräge Achse hat. Und das soll man alles in nicht einmal 600 Jahren verdauen.
    Wahrscheinlich wird erwartet, dass die Schäfchen sich nochmal 600 Jahre Zeit lassen, bis es eine Veränderung in der Kirche gibt.
    Denen fehlen doch ein paar Reliquien im Schrein. Inzucht war die Ausrede für Wahnsinn bei den Herrscherhäusern. Was ist es bei den Kardinälen?
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#9 anonymAnonym
  • 22.02.2022, 12:44h
  • einer der so schon redet-ist meist homosexuell an verdrängt es schon sein ganzes leben lang. lgbtq menschen sollten genauso gleich behandelt werden wie heteros. und würde es eine reform geben, dann würden sich auch viele homosexuelle paare in der kirche trauen lassen, und es wäre nach einer steinzeitartigen zeitspanne ein großer meilenstein. und das zölibat müsste man auch abschaffen. wenn jeder sich verlieben dürfte, ganz vom geschlecht unabhängig, würde es auch nicht mehr zu missbräuche kommen. meine meinung zu dem ganzen thema.
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#10 Svn100Anonym
  • 22.02.2022, 12:44h
  • Das Schlimme ist, dass dieser und die anderen polnischen Bischöfe am längeren Hebel sitzen, jedenfall solange die Kirchen in Polen noch mit Besuchern überquellen.
    Dies ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass die Haltung der Kirche zur Sexualethik abhängig ist vom Entwicklungsstand des jeweiligen Volkes, also in Skandinavien, in den Niederlanden und in (Nord-)Deutschland liberal, in Ländern wie Italien, Österreich und in Tschechien eher gleichgültig, in Polen, Russland und Bulgarien eher hasserfüllt antischwul. Wer in der RKK etwas ändern will, sollte zunächst sein Land reformieren.
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