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Moers

Seniorenheim verweigert Bewerberin Job wegen Transidentität

Eine Senioreneinrichtung in Nordrhein-Westfalen wollte eine Pflegeassistentin wohl nur wegen ihrer Geschlechtsidentität nicht einstellen – der Fall wird ein juristisches Nachspiel haben.


Im privaten Nachrichtensender Bild TV wird die Ablehnung der Moerser Pflegerin als "Deutschlands dümmster Diskriminierungsfall" bezeichnet (Bild: Screenshot Bild TV)

Eine private Senioreneinrichtung im niederrheinischen Moers hat offenbar einer trans Frau einen Job als Pflegeassistentin ausschließlich wegen ihrer Transidentität verweigert. Das berichten mehrere Medien. Konkret geht es um die Bewerbung der 27-jährigen Duisburgerin Sophie Pflüger, die Anfang November 2021 zur Probe bei der Einrichtung der Düsseldorfer Bertreiberfirma Alloheim Senioren-Residenzen SE arbeitete.

Der Heimleiter habe laut "Bild" eine Botschaft auf Pflügers Anrufbeantworter hinterlassen, in der ihr abgesagt wurde – auf recht rüde Weise: "Herr, äh Frau Pflüger … Sie waren bei uns Probearbeiten, und wir waren sehr zufrieden mit Ihnen. Unser Problem ist jetzt einfach nur, dass viele Bewohner sich von Ihnen nicht pflegen lassen möchten, wegen Ihrer Neigung." Pflüger war sich sicher, dass mit "Neigung" einzig ihre Transidentität gemeint war. Bereits zuvor sei sie vom Heimleiter als "Herr Pflüger" angesprochen worden, sagte sie gegenüber der "Rheinischen Post" (Bezahlartikel).

Ein Sprecher des Seniorenheims teilte später gegenüber mehreren Medien mit: "Aufgrund geäußerter Beschwerden über diesen probeweisen Nachtdienst haben wir die Bewerberin letztlich nicht eingestellt." Zu näheren Gründen wurden jedoch keine Angaben gemacht.

Klage wegen Gleichbehandlungsgesetz

Pflüger erklärte, dass sie nach nach der Ablehnung geweint habe und diese transfeindliche Haltung angesichts des Pflegemangels nicht verstehen konnte. Zunächst habe sie nichts unternehmen wollen, später aber doch eine Anwaltskanzlei in Oberhausen kontaktiert. Eine Anwältin machte ihr Hoffnung, dass sie Anspruch auf Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz habe. Dort ist zwar Transidentität nicht direkt erwähnt, werde aber indirekt geschützt, wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mitteilte: "Der Schutzgrund 'Geschlecht' umfasst nicht nur Frauen und Männer, sondern auch trans* und intergeschlechtliche Personen. Nach der Gesetzesbegründung ist dieser Personenkreis durch das Merkmal 'sexuelle Identität' geschützt."

Laut "Rheinischer Post" habe Pflüger zunächst versucht, sich außergerichtlich mit dem Heim zu einigen. "Die Einrichtung war aber nicht bereit, mir eine angemessene Summe zu zahlen", erklärte sie. Daraufhin habe sie Klage beim Arbeitsgericht Düsseldorf eingelegt. Der erste Verhandlungstag ist für Freitag angesetzt. (cw)



#1 KludgeProfil
  • 22.02.2022, 13:58hAachen
  • Denken wir an den Fachkräftemangel, ist die Entscheidung des Pflegeheimes, eine ausgebildete Hilfskraft nicht einzustellen, erst einmal unverständlich.

    Selbstverständlich wird nun vorgeschoben werden, dass die diensthabende Pflegedienstleitung Beschwerden der Bewohnenden gegen die probearbeitende Hilfskraft notiert habe.

    Sich im Vorfeld aussergerichtlich mit dem Pflegeheim einigen zu wollen, macht das Bild des Ganzen nicht besser, auch wenn in einem Gerichtsverfahren dargelegt werden kann, jeden aussergerichtlichen Versuch einer Einigung unternommen zu haben.

    Was - selbst über einen erfolgreichen juristischen Weg - nicht erreicht werden kann, ist Akzeptanz. Etwas gegebenes als gegeben hinzunehmen, und nicht wegen seiner Besonderheiten auszugrenzen, ist ein langwieriger Erkenntnis-Prozess. Ein Richter wird hier kein Grundsatzurteil sprechen, sondern eher die Gesellschaft - respektive diejenigen dieser Gesellschaft, die sich zu einem Urteil berufen fühlen.
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#2 LothiAnonym
  • 22.02.2022, 15:12h
  • Ich verwette meinen Hintern darauf, das es sich hier eindeutig nicht nur um einige Beschwerden von Mitbewohner*innen des Pflegeheims geht. Und selbst wenn, ließe sich das bei einem fürsorglichen Gespräch aus der Welt schaffen. Schon aus dem Artikel ist deutlich zu entnehmen wer hier die Reißleiste gezogen hat. Der Heimleiter hat offensichtlich ein echtes Problem damit Transidentität offen anzuerkennen. Mich würde zudem interessieren wie das übrige Pflege Personal zu dieser Entscheidung steht.
    Da ich selbst mal in der Geriatrie tätig war, weiß ich wie dankbar besonders ältere Personen sind für offene Zuwendung. Da spielt eine Geschlechtsidentität beruflich bedingt überhaupt gar keine Rolle. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Eindeutig.
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#3 canSarahAnonym
  • 22.02.2022, 15:49h
  • Das transphobe und unberechtfertigte Dauerfeuer der Medien produziert Diskriminierung in der Öffentlichkeit ggü trans Leuten. Ich dachte wir hätten einen Pflegekräftemangel? Auf der anderen Seite: wer will schon mit so einem AG arbeiten?
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#4 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 22.02.2022, 16:43h
  • Antwort auf #3 von canSarah
  • Das ist doch nichts neues, ich wurde auch schon mit den Worten "Sowas wie dich können wir den meisten Kunden nicht zumuten." gekündigt.
    Machen wir uns doch nichts vor, in Deutschland ist Transgeschlechtlichkeit nach wie vor ein Kündigungsgrund oder ein Grund um Bewerbungen abzulehnen.
    Ich gehe davon aus, dass nicht mal diese offen diskriminierende Absage ernsthafte Konsequenzen haben wird. Wahrscheinlich werden ein paar lahme Ausreden kommen, die behaupten es war nicht so gemeint und das Verfahren wird eingestellt.

    Das zeigt mal wieder, dass weder der Pflegenotstand noch der Fachkräftemangel so schlimm sein kann. Wer sich die Leute noch aussuchen kann und sich gleichzeitig hinstellt und jammert "Wir finden keine Bewerber*innen, egal was wir machen." scheint offenbar zu lügen.

    Ich meine, ich kriege nicht mal einen Job, bei dem ich Regale im Supermarkt einräumen darf, weil man Angst vor transgeschlechtlichen Menschen hat, aber in Deutschland ist ja alles so toll.
    Ich bin mit dieser Gesellschaft fertig.
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#5 1HornAnonym
  • 22.02.2022, 17:01h
  • Die alten Leute in dem Heim haben also ein Problem mit einer trans Altenpflegerin, aha. Hat der Heimleiter diese alten Leute eigentlich gefragt oder geht er einfach davon aus, dass wenn er ein Problem mit Trans*personen hat, ältere Menschen das erst recht haben?
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#6 LothiAnonym
  • 22.02.2022, 17:03h
  • Antwort auf #4 von PhoebeEulenbaer
  • Das mag ja alles stimmen. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei mir im Rewe Supermarkt arbeiteten Jahrelang zwei Transfrauen und diese wurden eindeutig auch von der überwiegenden Mehrheit von Kunden respektiert. Erst als die eine offiziell in Rente ging, zog ihre Partnerin mit.
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#7 kleine KatzeAnonym
  • 22.02.2022, 22:02h
  • Antwort auf #4 von PhoebeEulenbaer
  • Du hast völlig recht, ich bin sicher, wir erleben das alle (bis auf die Prvilegiertesten), und das, auch das, sind trans Haß und seine Folgen.

    Was Du ja sagst.

    Da müssen Urteile her. Und das wird wenigstens möglich jetzt, weil zB die GroKo die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kalt gestellt und neutralisiert hat, und das soll sich ja (angeblich) ändern.

    Und die trans Feinde müssen endlich hart angegangen werden!

    Von selbst ändert sich da nämlich nichts.
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#8 StaffelbergblickAnonym
  • 23.02.2022, 00:06h
  • Antwort auf #6 von Lothi
  • ich kann mich auch eine Kassiererin in einem Spar-Laden Kolonnen-/Leberstraße erinnern. Da gab es nie Probleme. Allerdings war sie etwas prominent ... sie war vorher Mitglied einer Partei im Abgeordnetenhaus.
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#9 fredinbkkkAnonym
  • 23.02.2022, 03:48h
  • ich verwette meinen linken Hoden...
    in dem Pflegeheim haengt in jedem Bewohnerzimmer ein Lattengestell mit einem angenagelden menschlichen Kadaver..einer hass saehenden Gross Sekte...
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#10 MiecoorAnonym
  • 23.02.2022, 06:52h
  • Bin selber Pflegefachkraft wäre Moers nicht so weit weg könnte ich eine bewebung weiterleiten und unterstützen. Bei uns arbeiten offen Schwule und Lesben bei einem Katholischen Träger und auch die bewohner haben da keine Probleme mit
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