Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41273

Fernsehpreis

Mehrere queere Nominierungen beim Grimme-Preis

Auch queere Produktionen können sich dieses Jahr Hoffnung auf den prestigeträchtigen TV-Preis machen, darunter etwa die schwule ARD-Serie "All you need".


Vince (Benito Bause, li.) verliebt sich in Robbie (Frédéric Brossier) sind bei "All you need" kurz vor dem Schnackseln (Bild: ARD Degeto / Andrea Hansen)
  • 24. Februar 2022, 13:01h, noch kein Kommentar

Die schwule ARD-Serie "All you need", die ZDF-Serie "Wir" um die Liebe von Helena und Annika sowie die lesbische RTL+-Datingshow "Princess Charming" sind für den Grimme-Preis in den Kategorien "Fiktion" bzw. "Unterhaltung" nominiert worden. Außerdem haben der ZDF-Dokumentarfilm "Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR" in der Kategorie "Wettbewerb Information & Kultur" sowie die TNT-Serie "Para – Wir sind King" und der ZDF-Film "Kokon" in der Jugend-Kategorie Chancen auf eine Auszeichnung. Das gab das Grimme-Institut am Donnerstag bekannt. Insgesamt gab es 74 Nominierungen. Am 31. Mai sollen die Gewinnerproduktionen bekanntgegeben werden.

"In diesem Wettbewerbsjahr haben wir vermehrt Serien und Filme sehen können, welche die Diversität von Lebensentwürfen und Lebensrealitäten aufnehmen und Perspektivwechsel ermöglichen", erklärte Grimme-Direkatorin Frauke Gerlach. "Wir wünschen uns sehr, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und so zum gesellschaftlichen Wandel beitragen kann."

"All you need" und "Wir" sind zwei von insgesamt 17 Produktionen, die sich Hoffnung auf die Auszeichnung im Bereich "Fiktion" machen können. Die meisten Nominierungen stammen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen – zu ihnen gehören etwa die Fernsehfilme "Auf dünnem Eis" (ZDF) oder "Die Heimsuchung" (ARD). Nicht für einen Grimme-Preis nominiert wurde dagegen die hochgelobte lesbische Serie "Loving Her".

"Princess Charming" will es "Prince Charming" nachmachen

"Princess Charming" ist nur eine von zwei RTL-Produktionen, die für die 74 Preise nominiert sind. Sie muss sich gegen elf andere Sendungen im Bereich "Unterhaltung" behaupten. Zu den Konkurrenten zählt auch das Musical "ZDF Magazin Royale – Der Eierwurf von Halle" von Jan Böhmermann, in dem die deutsche Wiedervereinigung als schwule Liebesgeschichte erzählt wird. Außerdem sind unter anderem "Freitagnacht Jews" (WDR), "LOL – Last One Laughing" (Amazon Prime) und "Joko und Klaas LIVE: Pflege ist #NichtSelbstverständlich" (ProSieben) nominiert.

Direktlink | Bei Minute 22 gibt es den Vereinigungskuss
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Bereits 2020 konnte die erste Staffel von "Prince Charming" den Grimme-Preis gewinnen (queer.de berichtete). Der Ableger "Princess Charming" hat schon gezeigt, dass er Preise gewinnen kann: Die erste lesbische Datingshow des deutschen Fernsehens wurde letztes Jahr mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet (queer.de berichtete).

"Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR" ist eine von 19 nominierten Produktionen in der Info-Kategorie. Chancen auf diesen Preis hat auch die NDR-Langzeitdoku "Kevin Kühnert und die SPD" um den offen schwulen SPD-Generalsekretär.

"Para – Wir sind King" und "Kokon" sind zwei von sechs nominierten Produktionen im Bereich Jugend. In "Para" geht es um einen Berliner Clan, in dem auch die lesbische Fanta (Jobel Mokonzi) mitmischt; der Film "Kokon", den das ZDF bei der Erstausstrahlung an einem Dienstag um 23 Uhr versteckt hatte, ist eine Coming-of-Age-Geschichte, in der Nora (Lena Urzendowsky) ihre Sexualität entdeckt.

Der undotierte Grimme-Preis wird bereits seit 1964 vergeben und gilt als Qualitätssiegel. Ausgezeichnet werden Produktionen und TV-Leistungen, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können". (dk)