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Streaming-Tipp

Schauspiel Köln zeigt queere Online-Serie "Edward II. Die Liebe bin ich"

Pınar Karabuluts gefeierte Inszenierung aus dem Vorjahr setzte neue Maßstäbe in der digitalen Theaterlandschaft. Nun steht die sechsteilige Online-Serie vom 24. bis 27. Februar erneut zum Abruf bereit.


Alexander Angeletta und Birgit Walter am Set von "Edward II." (Bild: Ana Lukenda)

Nach dem Tod seines Vaters besteigt Edward II. den Thron von England. Doch anstatt sich um die Amtsgeschäfte zu kümmern und dem Volk zu dienen, wie das Hohe Haus der Lords unter der Leitung des Beraters Mortimer es verlangen und fordern, kümmert sich der junge Herrscher ausschließlich um Angelegenheiten seines Herzens: Edwards Geliebter Gaveston wird umgehend nach der Machtübernahme aus dem Exil geholt, um das gebrochene Herz des Königs zu heilen – sehr zum Missfallen nicht nur der Lords, sondern auch seiner Ehefrau Isabella.

Diese kämpft mit allen Mitteln um ihre Ehe und somit um ihre Macht – und spinnt zusammen mit Mortimer Intrigen, die zu Leid, Kampf und schließlich sogar Mord führen. Am Ende sitzt ein Kind an der Spitze der Regierung. Bei aller Liebe setzt sich das bestehende Gesellschafts- und Regierungssystem durch.

Begehren versus Staatsräson

Basierend auf Christopher Marlowes Theaterstück "Edward II." schreibt der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer die Geschichte des abtrünnigen Herrschers König Eduard II. neu. Die Konflikte der handelnden politischen Persönlichkeiten verlegt er ausschließlich ins Private. Hier entsteht ein neues Schlachtfeld: Begehren und Leidenschaft stehen Staatsräson und Kontrolle gegenüber, Sehnsucht und persönliches Glück kämpfen gegen Verantwortung und Machtinteressen: Ist auch die Liebe nur eine Ware, mit der man handeln kann, um zu bekommen, was man will?


Die Konflikte werden ins Private verlegt (Bild: Screenshot / Schauspiel Köln)

Für das Schauspiel Köln machte die Regisseurin Pınar Karabulut aus Palmetshofers Text pandemiebedingt keine klassische Inszenierung für die Bühne, sondern eine für die heimischen Bildschirme. Entstanden ist eine Online-Serie aus sechs Folgen à 30 Minuten, deren Handlung mit zahlreichen Zitaten aus der Filmwelt unterfüttert ist und gekonnt mit Motiven der verschiedenen Filmgenres jongliert.

In den Hauptrollen spielen Alexander Angeletta (König Edward II.), Justus Maier (Gaveston) und Nicola Gründel (Königin Isabella). Erstmals zu sehen war die Produktion von Februar bis Juli 2021. Nun kann die Online-Serie vom 24. bis 27. Februar 2022 erneut gestreamt werden. Der Ticketpreis ist dabei frei wählbar (1-100 €).

-w-