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Diskriminierung
Florida: Parlament stimmt für "Don't Say Gay"-Gesetz
Auch in den USA gibt es Gesetze gegen "Homo-Propaganda": Florida hat nun eines der weitgehendsten Angriffe auf die Sichtbarkeit von queeren Menschen gestartet.

Der Republikaner Joe Harding hat den Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht
- 25. Februar 2022, 12:56h 2 Min.
Das republikanisch dominierte Repräsentantenhaus von Florida hat am Donnerstag mit 69 zu 47 Stimmen einem Gesetz zugestimmt, dass Schulbehörden "Unterrichtsgespräche über sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität" verbietet. Es soll in Grundschulen gelten und dort, wo diese Inhalte "für die Entwicklung der Schüler nicht altersgerecht" seien. Der Gesetzentwurf war bereits im Vorfeld von der Bundesregierung von Präsident Joe Biden scharf kritisiert worden (queer.de berichtete).
LGBTI-Aktivist*innen und die demokratische Opposition kritisierten die Verabschiedung des von Gegner*innen als "Don't Say Gay"-Gesetz bezeichneten Entwurfs scharf. Die queere Organisation Human Rights Campaign bezeichnete diese Initiative etwa als "offensichtlichen Versuch, queere Menschen in der Gesellschaft unsichtbar zu machen". Der offen schwule Abgeordnete Carlos Guillermo Smith erklärte, das Gesetz schaffe eine "Umgebung der Angst und der Zensur".
/ HRCFlorida is on an anti-LGBTQ+ roll today.
Human Rights Campaign (@HRC) February 24, 2022
The Dont Say Gay or Trans bill is reprehensible and a blatant attempt to erase LGBTQ+ people from society. The Florida Senate must vote against this legislation for what it is an attack on our community. https://t.co/UPCckwilHB
/ CarlosGSmith#DontSayGay sponsor @dennisbaxley said we cant be talking to kids this age about sexual things.
Rep. Carlos G Smith (@CarlosGSmith) February 25, 2022
But the bill prohibits instruction on SEXUAL ORIENTATION and GENDER IDENTITY thats not an act.its not a thing. Its censorship of an entire community of PEOPLE! pic.twitter.com/eyOhRkmhYv
Gesetzesautor Joe Harding behauptete hingegen, das Gesetz stärke Eltern. "Schulen, die von uns finanziert werden, Grenzen aufzuerlegen und deutlich zu machen, was angemessen ist, ist kein Hass", so der Abgeordnete. Er bestritt Vorwürfe, dass sich das Gesetz gegen Homosexuelle wende.
"No Promo Homo"-Gesetze weit verbreitet
Laut dem Juraprofessor Clifford Rosky gibt es bereits in 20 der 50 US-Bundesstaaten Gesetze, die queere Sichtbarkeit in Schulen einschränken. Diese "No Promo Homo"-Gesetze gehen aber weniger weit als das in Florida: Dieses ist besonders schwammig formuliert und erlaubt Eltern, Schulbehörden zu verklagen, wenn diese ihrer Meinung nach zu viel über nicht-heterosexuelle oder nicht-cisgeschlechtliche Personen oder Themen sprechen. Das, so befürchten LGBTI-Aktivist*innen, führe zu Selbstzensur – so könnten Lehrer*innen etwa verklagt werden, wenn sie im Geschichtsunterricht über Terroranschläge redeten und dabei den queerfeindlichen Anschlag auf das "Pulse" in Orlando in Zentralflorida im Jahr 2016 auch nur erwähnten.
Der republikanische Gouverneur Ron DeSantis hatte bereits angedeutet, dass er das LGBTI-feindliche Gesetz unterschreiben werde. Es sei "völlig unangemessen", wenn Lehrkräfte mit Schüler*innen über sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität sprechen, sagte er kürzlich bei einer Veranstaltung. Zwar muss noch der Senat von Tallahassee dem Entwurf zustimmen – in dieser Kammer haben aber ebenfalls die Republikaner eine deutliche Mehrheit.
Derzeit gibt es in vielen Bundesstaaten Entwürfe, um die Rechte von LGBTI weiter einzuschränken – die meisten richten sich gegen trans Menschen, gegen die seit der Niederlage von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen Ende 2020 eine regelrechte Kampagne der Republikaner läuft (queer.de berichtete). (dk)
















Dieser Änderungsantrag wurde am Dienstag nach viel Kritik zum Glück fallen gelassen.
Wie kann man sich da nur hinstellen und LÜGEN und behaupten, dass solche Gesetze da sind um Kinder zu schützen.