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Kommentare zu:
Draculas Ruhm gebührt eigentlich einer lesbischen Vampirin


#1 nickAnonym
  • 27.02.2022, 13:59h
  • Natürlich ist Carmilla ein immer noch sehr einflussreiches Werk queerer Literatur, es ist aber ebensowenig wie Dracula die erste Geschichte die Vampire populär gemacht hat.
    Schon gut 50 Jahre vorher erschien Polidoris Erzählung "The Vampyre" mit einem vernehmen, adligen Blutsauger (Polidori war Leibarzt von Lord Byron und schrieb seine Geschichte zum selben Anlass wie auch Mary Shelley den "Frankenstein"). Und auch noch früher gab es literarische Erwähnungen von Vampiren, die aber mit den heutigen Vorstellungen noch nicht so viel zu tun haben.
    Man könnte jetzt pedantisch argumentieren, dass "Der Vampyr" mit seinen ~40Seiten kein Roman, sondern nur eine Erzählung ist. Andererseits wird auch "Carmilla" mit ~140Seiten meistens nicht als Roman sondern als Novelle bezeichnet... ("Dracula" hat je nach Ausgabe ca. 500Seiten)
    Wie gesagt "Carmilla" ist definitiv ein bedeutendes Werk, hat aber auch seine Vorgänger.

    So, genug kluggeschissen für heute...
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#2 LothiAnonym
  • 27.02.2022, 14:25h
  • Antwort auf #1 von nick
  • Anmerkung aus der Neuzeit. Hierzu meine absolute Lieblingsbuch Vampir Saga. Geschrieben von Brian Lumley mit dem Titel: Necroscope. Unübertroffen. Ein Mix aus Fantasy und Vampir-Mythologie. Ein Fest für jeden Horror-Fan. Wer es kennt, wird mir mit Sicherheit zustimmen. Erschienen bei Festa-Verlag.
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#3 AyidaProfil
  • 27.02.2022, 15:25hHessen
  • Ich habe mit elf oder zwölf Jahren das Carmilla Hörspiel vom Gruselkabinett gehört und später die TV Adaption (die tatsächlich lesbisch ist) mit Elise Bauman und Natasha Negovanlis gesehen. Das Original ist zwar nur Subtext für unwissende Heteros, aber es zeigt wie Homosexuelle und queere Menschen zu dieser Zeit gesehen wurden. Die Schauerliteratur gibt uns Einblicke, wie Außenseiter*innen der Gesellschaft porträtiert wurden.
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#4 MichaelTh
  • 27.02.2022, 16:43h
  • Antwort auf #1 von nick
  • Nick, Du hast vollkommen recht, Carmilla war nicht die erste literarische Vampirfigur. Damit stimmt der Satz "Damit war die erste blutsaugende Person in der Literatur kein heterosexueller Mann, sondern eine homosexuelle Frau." der Artikelautorin einfach nicht.
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#5 antosProfil
  • 27.02.2022, 17:57hBonn
  • >>Patriarchale und heteronormative Strukturen werden durch die Tatsache aufgesprengt, dass eine junge und wunderschöne, aber auch gefährliche Frau die Handlung bestimmt und dabei bis zu ihrer Ermordung die gesamte Macht innehat.<<

    Unter anderem mit dieser infantilen Feminismus-Folklore - dieser zutiefst apolitischen Aufspreng-Romantik - befasst sich auch Elfriede Jelinek in ihrem 1987 uraufgeführten Stück >Krankheit oder moderne Frauen<, indem ebenfalls eine Carmilla-Adaption ihre Auftritte erhält:

    www.rowohlt-theaterverlag.de/theaterstueck/krankheit-oder-mo
    derne-frauen-2682
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#6 MarcAnonym
  • 28.02.2022, 07:24h
  • In Goethes Gedicht "Die Braut von Corinth" von 1798 kommt bereits eine (heterosexuelle) Vampirin vor, die des "Herzens Blut" ihres ursprünglichen Verlobten trinkt und anschließend "nach andern gehn" muss. Auch das widerlegt die reichlich kühne Aussage, die erste blutsaugende Person in der Literatur (!) sei Carmilla gewesen.
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#7 StaffelbergblickAnonym
  • 28.02.2022, 13:10h
  • Der Biss in den Hals um das Blut "auszusaugen" .... egal, wer, wann wen aus diesem Anlaß beißt, bringt mich zu der Frage: Ist diese Aktion eine Variante von Kannibalismus? Die Flüssigkeit "Blut" ist Gewebeteil eines Körpers. Steckt dahinter nicht dieser weit interpretierbare Satz "Ich habe Dich zum fressen gern". Häufigstes Anzeichen gerade während der Pubertät die Knutschflecken. Hervorgerufen durch ein Ansaugen mit den Lippen. Irgendwann werden auch mal zärtliche Bisse "ausgetauscht". Und für manche ist "Beissen" durchaus ein Teil des sexuellen Spiels. Und der durch den Biss mit Aussaugen des Blutes eintretende Tod kann als ultimative "Einverleibung der getöteten Person" interpretiert werden. Also auch eine Form der extremen Besitzergreifung eines Menschen. Dies scheint mir auch das wesentliche Ziel in "Vampyros Lesbos" zu sein. Produziert wurde diese spanisch-deutsche Story u.a. von Artur "Atze" Brauner.
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#8 LothiAnonym
  • 28.02.2022, 15:14h
  • Antwort auf #7 von Staffelbergblick
  • Genau das beschreibt auch der Autor von: Necroscope / Brian Lumley in seiner Buchsaga sehr ausführlich. Und nicht nur das. Er wird sogar politisch. Tipp Russland.
    Der berühmte Künstler und Maler HR Giger sagt über den Autor: Seit ich Brian Lumleys Necroscope-Serie lese, weiß ich, dass Vampire wirklich existieren!
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#9 StaffelbergblickAnonym
  • 28.02.2022, 15:40h
  • Antwort auf #8 von Lothi
  • ups ... das finde ich ja höchst interessant. Ich lasse mich da zu Fragestellungen aus und woanders gibt es schon schriftstellerische Werke dazu. Ob es nun Vampire gibt oder nicht ... na ja. Ich hatte vor meinem Beitrag im Internet mit "Kannibalismus und Vampire" mein Neugierigkeitsbedürfnis befriedigen wollen. Und was finde ich dort: Vor einigen Jahren auf Papua-Neuguinea hat wohl ein Mann seiner kleinen Tochter in den Hals gebissen und versuchte das Blut auszusaugen. Der Mann ließ erst wieder von dem Kind ab, nachdem einige Jungen erst dabei zuguckten und darauf dann Hilfe riefen.
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