Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41314

Kritik

Josh Gad: "Schwuler Moment" in "Die Schöne und das Biest" war nicht genug

Vor fünf Jahren klopfte sich Disney auf die Schultern, weil mit LeFou erstmals eine schwule Figur in einem Film des Konzerns auftauchte. Im Rückblick schaut LeFou-Darsteller Josh Gad kritisich auf die Darstellung zurück.


Josh Gad als LeFou in "Die Schöne und das Biest" (Bild: Disney)

  • 1. März 2022, 13:58h 1 2 Min.

Der 41-jährige US-Schauspieler Josh Gad hat in einem Interview mit der Londoner Online-Zeitung "Independent" den Umgang mit Homosexualität im Disney-Film "Die Schöne und das Biest" aus dem Jahr 2017 kritisiert. Damals war die von Gad dargestellte Figur LeFou als erster offen schwuler Disney-Charakter von der Produktion angepriesen worden; der offen schwule Regisseur Bill Condon hatte im Vorfeld etwa für den Film geworben, indem er einen "exklusiven schwulen Moment" versprach (queer.de berichtete).

"Wir sind nicht weit genug gegangen, um Lob zu verdienen", so Gad jetzt. "Ich bedaure, dass dies 'Disneys erster ausdrücklich schwuler Moment' geworden ist, was eigentlich nie beabsichtigt war. Es war nie als Moment beabsichtigt, für den wir uns preisen sollten, weil das – ehrlich gesagt – nicht dem gerecht geworden ist, was eine echte schwule Figur in einem Disney-Film sein sollte." Man sei nicht weit genug gegangen, um zu sagen: "Schaut her, wie mutig wir sind", erklärte der seit 2008 mit einer Frau verheiratete Schauspieler weiter. "Jeder verdient es, sich auf der Leinwand zu sehen, und ich denke nicht, dass wir genug getan haben – ich habe auf jeden Fall nicht dafür genug getan."

Zwei Sekunden schwul

Die Figur LeFou der beste Freund von Gaston, der in der Verfilmung vom offen schwulen Schauspieler Luke Evans dargestellt wurde. In dem Musical gibt es mehrere Anspielungen auf LeFous Homosexualität, die allerdings auch anders gedeutet werden können. Die "schwulste" Szene kam am Ende des Films, als LeFou in einer Gruppenszene zunächst mit einer Frau tanzte, dann kurz mit Stanley, einem Freund von Gaston – die gesamte gleichgeschlechtliche Tanzszene dauerte allerdings nur rund zwei Sekunden.

Trotzdem führte die Szene in mehreren homosexuellenfeindlichen Ländern zu Irritationen: So gab es in Russland Diskussionen über ein Verbot des Filmes, er wurde am Ende aber doch ab 16 Jahren freigegeben (queer.de berichtete). In Kuwait wurde das Musical aus den Kinos entfernt, nachdem die Zensurbehörde eingeschritten war. In Malaysia wurde der Filmstart wegen dieser Szene verschoben, am Ende lief "Die Schöne und das Biest" aber doch ungeschnitten in den Kinos (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 01.03.2022, 17:04h
  • Das war schon wirklich sehr wenig.

    Erstens war das so kurz, dass man nur schon beim Griff ins Popcorn das Ganze verpassen konnte.

    Zweitens wurde das so dargestellt, dass man es auch so interpretieren konnte, als würden die beiden nur mal kurz zusammen tanzen, um ein wenig rumzualbern. So wie wenn Hetero-Männer kurz so tun, als würden sie miteinander tanzen, nur um zu albern, aber nicht weil sie schwul sind.

    Das ist definitiv nichts, wofür man sich feiern kann. Aber der Film kam eh nicht an das Zeichentrick-Original ran. Wie meistens bei Remakes, Sequels, etc.
  • Direktlink »