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- 06. Januar 2006 2 Min.
1998 outete sich Rob Halford von Judas Priest als schwul. Seit 2004 singt er wieder bei der Band. Die neue DVD rockt derbe.
Von Jan Gebauer
Als sich Rob Halford 1998 auf MTV offiziell als schwul outete, schockte er damit zwar die breite Musik-Szene, seine Band-Kollegen und echten Fans wussten es aber schon lange. Die hatten dann auch kein wirkliches Problem mit dem Outing und freuten sich 2004 darüber, dass der oftmals "Metal God" genannte Rocker wieder als Lead-Sänger bei Judas Priest einstieg (er hatte die Band 1992 verlassen, um solo weiter zu machen). Seitdem zeigt die Band vor allen Dingen live, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört. So war es auch, als Judas Priest am 18. Mai 2005 im Budokan Stadion in Tokio auftraten, und die gesamte Halle mit schwermetallischen Riffs zum Vibrieren brachte. Dabei packten Sänger Rob Halford, die Gitarristen Glenn Tipton und K.K. Downing, Bassmann Ian Hill und Drummer Scott Travis das Publikum an den Hörnern und brachten mehrere Tausend Fans vom ersten Donnerschlag des Schlagzeugs an in Ekstase. Der Ort ist ohnehin ein besonderer: Hier in Tokio hatten Judas Priest 26 Jahre zuvor ihr erstes Live-Album "Unleashed in the East" aufgenommen.
Es war die Nacht der Nächte, als Rob wie ein Gott der Dunkelheit im gleißenden Licht erschien und damit ein Metal-Inferno lostrat, wie man es in Tokio selten erlebt hatte. Und Judas Priest zogen aller Register: Von" Breaking The Law" bis "Metal Gods", zwei unentrinnbaren Hymnen der Metalgemeinde, über "Painkiller" und "Electric Eyes" bis hin zur geschmacklichen Rock-Entgleisung von Joan Baezs sonst so filigranen "Diamonds & Rust" bewiesen die Männer Präsenz, Power und eine packende Bühnenshow. Alles war wie in alten Zeiten: Nebel breitete sich aus, bevor Rob Halford zum Beginn von "Hell Bent For Leather" auf der standesgemäßen Harley Davidson auf die Bühne rauschte. Da werden für schwule Lederkerle Träume wahr – sofern sie nicht heimlich doch Marianne Rosenberg auflegen. Satte zwei Stunden Länge weist "Rising In The East" auf, das mit erstklassigen Soundformaten (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 und L-PCM Stereo) aufwartet. Damit ist es nach dem 86er Mitschnitt "Priest…Live!" und "Live in London" (2001, mit Tim Ownes als Sänger) der bislang beste Live-Film der Band.
6. Januar 2006
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