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ZDF-Krimi

"SOKO Stuttgart" ermittelt am Donnerstag unter Queers

Der "alte weiße Mann" Christian Schilling sorgt für das Unglück des trans Kunststudenten Julian Koch, der lesbischen Kollegin Mara Weinrich und deren Partnerin. Für seinen Tod kommen alle drei in Frage.


Nicht nur Künstler Julian Koch (l., Jördis Trauer) wird von Kriminalhauptkommissarin Lea Gomez (Jasmin Gassmann) des Mordes verdächtigt (Bild: M. Fenchel, ZDF)
  • 3. März 2022, 13:56h, noch kein Kommentar

Ein heterosexueller, alter, weißer Mann, Kunstprofessor gar, der um sich herum queere Menschen durch Egozentrik und Ignoranz ins Unglück stürzt. Ein verdächtiger Künstler, über dessen korrekte Ansprache sich das Ermittler*innenteam erst noch verständigen muss. Und ein lesbisches Paar, das ins Straucheln gerät, weil das Baby nach der Geburt erst noch adoptiert werden muss. Das Gesetz will es so.

Die Zutaten des ZDF-Krimis "SOKO Stuttgart" (Staffel 13, Folge 23, "In Stein gemeißelt") passen an diesem Donnerstag gut zu den kulturellen Kontroversen der Zeit. Ob das gelingt, davon können sich Zuschauer*innen am Abend um 18:00 Uhr selbst überzeugen.

Der Stuttgarter Bildhauer und Kunstprofessor Christian Schilling wird erschlagen auf den Trümmern einer Skulptur gefunden. Der erste Verdächtige: Julian Koch (Jördis Trauer), ein vom Tod des angehimmelten Professors augenscheinlich tief getroffener Student.

Als Hinweise auftauchen, dass Schilling den Nachwuchskünstler vor Kommiliton*innen gedemütigt haben könnte, gerät dessen sowieso schon schwaches Alibi noch mehr ins Wanken. Immerhin einigt man sich im Ermittler*innenteam der SOKO Stuttgart schnell darauf, was das richtige Pronomen für Koch ist – und hält sich dann auch ohne größere Diskussion daran.


Trauer, Kunst oder beides? Verdächtiger Student Julian Koch (Jördis Trauer) (Bild: M. Fenchel, ZDF)

Doch neben dem transgeschlechtlichen Nachwuchsmaler und -bildhauer verhält sich auch ein lesbisches Paar aus dem Umfeld des Toten zumindest sonderbar. Erst wird die homosexuelle Partner*innenschaft der Professorin Mara Weinrich und ihrer Freundin Naina geleugnet, dann die in Wahrheit aufs Äußerste strapazierte Beziehung zum Hochschulkollegen, dem Opfer Christian Schilling.

Dumm gelaufen, denn die war öffentlich dokumentiert: in einem per Radio ausgestrahltem Interview des Professors mit der Kollegin Weinrich. Und: Deren Partnerin hat nicht nur kürzlich ein Kind zur Welt gebracht, sondern war für den Professor auch als Aktmodell eingesprungen. War es also Eifersucht? Und wie passen die Trümmer der zerbrochenen Skulptur ins große Puzzle?

In einer Nebenrolle tritt übrigens noch "Princess Charming" Irina Schlauch auf. Für die 31-Jährige ist es die erste fiktionale Rolle.

Für die nichtbinäre Berliner Schauspielerin* Jördis Trauer, die Julian Koch spielt, ist es hingegen bereits der zweite Auftritt in Krimi-Deutschland.

Schon im Weimarer "Tatort" (Der feine Geist, 1.1.2021) war Trauer in einer Nebenrolle zu sehen. (jk)