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Am 6. Januar 2006 wäre der Volksschauspieler Walter Sedlmayr 80 Jahre alt geworden. Erst seine Ermordung brachte seine Homosexualität ans Tageslicht.

Von Christian Scheuß

Es sah zunächst aus wie ein Sexualverbrechen. Als Walter Sedlmayr am 14. Juli 1990 tot in seiner Wohnung in München aufgefunden wurde, lag er blutüberströmt auf seinem Bett. Der Hinterkopf mit einem Hammer zertrümmert, mehrere Messerstiche in seinem Körper. Geld und Schmuck fehlten. "Der Mörder kam von hinten" titelte die Bild-Zeitung, und outete mit dieser Doppeldeutigkeit den beliebten bayerischen Volksschauspieler. Die Polizei suchte den Täter in der schwulen Szene. Doch nur wenige Zeit später wurde klar, dass es eine bewusst falsch gelegte Fährte war. Sedlmayrs Ziehsohn und Geschäftsführer Wolfgang W. sowie dessen Bruder Manfred L. wurden in einem Indizienprozess des Mordes überführt. Zuvor hatte es Streit wegen Geld gegeben, zudem war das Testament Sedlmayrs gefälscht worden.

Der Schauspieler Walter Sedlmayr wurde am 6. Januar 1926 geboren und wuchs auch in der Landeshauptstadt auf. Er war ein schlechter Schüler, machte während des Krieges sein Notabitur, um gegen Kriegsende noch als Flakhelfer an die Front geschickt zu werden. Als Kleindarsteller landete er nach Kriegsende bei den Münchner Kammerspielen, wo er 25 Jahre lang Nebenrollen spielte. Erst in den Siebziger Jahren erfolgte mit seiner Rolle als Hofkoch von König Ludwig im Film Theodor Hirneis sein Durchbruch.

Fortan spielte er den grantelnden Bajuvaren in "Der Herr Kottnik", "Vater Seidl und sein Sohn", "Der Millionenbauer" und "Polizeiinspektion 1", in der er in 130 Folgen zu sehen war. Auch seine Reisefilme sowie die Magazinreihen "Sedlmayrs Fernsehillustrierte" und "Münchner Nachmittage" waren beliebt.

Von seiner Homosexualität wusste kaum einer. Auch, das er masochistische Neigungen hatte. Beides versuchte er, so gut es ging, vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Erst nach seinem Tod breitete die Boulevardpresse – ähnlich wie im Fall Moshammer – sämtliche Details aus.



#1 Starlet1943Anonym
  • 08.01.2006, 00:03h
  • Warum will man eigentlich einem Menschen keinen Intimbereich zugestehen? Es ist offensichtlich gar zu schön, an die Öffentlichkeit zu zerren, was im Grunde niemanden etwas angeht! An diesem Punkte täte ein wenig "Zensur" wahrscheinlich nicht schlecht!
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#2 RabaukeAnonym
  • 10.08.2007, 15:00h
  • Genau@ Starlet. Ich bin voll und ganz Deiner Meinung. Was geht die Gesellschafft denn Bitte das Intimleben einer solchen Person an? Es ist echt ´ne Schande, wie sich dann z.B das " Fachblatt für Zwischenmenschliches" ( Bild) das Maul zerfetzt und alle "Blödiane" herumkrähen.
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#3 operaTORAnonym
  • 10.08.2007, 16:29h
  • @starlet:
    @rabauke:

    Das mit dem Intimbereich ist voll und ganz korrekt. Nur leider wird dieser, ebenso wie die Bürgerlichen Rechte, immer weiter eingeschränkt.

    Ich sage nur Vorratsdatenspeicherung, Online-Überwachung,.....

    Wenn jetzt kein breiter Widerstand gegen diesen Überwachungswahn kommt, wird die Demokratie & Freiheit bald nur noch Makulatur sein.
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#4 einem Bayer: Anonym
  • 22.03.2011, 23:58h
  • Ich war in jener Zeit in München, unvergessen ist mir die größenteils unerhörte Respektlosigkeit der Presse Herrn Sedlmayr gegenüber.

    Überrascht war auch ich damals, denn wer ihn -wie ich- aus dem Fernsehen kannte, verschwendete keinen Gedanken daran, dass er evtl. homosexuell hätte sein können. Traurigerweise sieht man da nun im nachhinein eben auch sein großes Talent -er war zweifelsohne ein grandioser Schauspieler. Und man kann es nicht anders sagen: furchtbar, dass er sich dazu genötigt sah, ein derartiges doppel"leben" führen zu müssen.

    Ich bin der Meinung: viele sind Ihm was schuldig geblieben.
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