Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41354

Interview

Andreas schreibt ein Blog über sein Sterben

Im Online-Tagebuch "Endlich" thematisiert Andreas Schwarzkopf seine Krebserkrankung, den Tod und das schwule Leben. Es soll dabei helfen, Abschied zu nehmen – ihm selbst und anderen.


Als Andreas Schwarzkopf im vergangenen Jahr nach zehn Jahren Krebstherapie beschloss, die Therapie freiwillig zu beenden und sich aufs Sterben vorzubereiten, startete er das Blog "Endlich" (Bild: Lars Lindauer)

Andreas (65) sitzt in seinem Fernsehsessel und stützt die Beine auf das Fußteil. Neben ihm steht ein bunter Strauß Tulpen, die Blumen lassen schon ein wenig schwer die Köpfe hängen. Die Atmosphäre ist trotzdem entspannt. Die kleine Wohnung im Freiburger Süden ist voll mit Büchern, Kassetten, CDs und anderen Andenken. Andreas wohnt seit 22 Jahren hier, es ist sein Lebensmittelpunkt. Hier schreibt er sein Blog "Endlich" über sein Sterben.

Er wächst in Düsseldorf auf, gutbürgerlich und behütet. Als Kind geht er mit dem Vater oft ins Museum und malt dann die Bilder nach. Nach der Schule beginnt er seinen Eltern zuliebe ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Er merkt aber schnell, dass das nicht sein Ding ist, bricht ab und studiert Grafikdesign. Für den Zivildienst zieht es ihn dann nach Freiburg. Dort angekommen outet er sich schnell und lässt erstmal nichts anbrennen, wie er sagt. Dabei war er eigentlich immer eher der zurückhaltende, schüchterne Typ.

Auch heute wirkt er sehr ruhig und besonnen. Immer wieder schaut er beim Nachdenken länger aus dem Fenster. Vor ein paar Tagen hat Andreas sich den Arm gebrochen. Kurz vor unserem Gespräch erhält er die Nachricht, dass die Heilung nicht so läuft, wie sie sollte. Er hat Knochenmarkkrebs, Brüche sind nichts Ungewöhnliches für ihn. In seinem Blog macht er dazu sogar Scherze: Dann müsse er jetzt halt auf die Anmeldung zur nächsten Olympiade verzichten.

Hat das Thema Sterben früher schon eine Rolle für dich gespielt?

Ja, das hat mich irgendwie schon immer fasziniert. Als wir bei der Freiburger Aidshilfe in den 1980ern angefangen haben, Krankenbegleitung auf der Aidsstation zu machen, wusste ich, da möchte ich mitarbeiten. Dort musste ich mich zwangsläufig mit dem Tod auseinandersetzen.

Die meisten Menschen verdrängen den Tod eher. Hast du eine Erklärung für dein Interesse?

Vielleicht, weil es ein Tabu war? Ich dachte wegen des Paragrafen 175 und der damaligen gesellschaftlichen Situation lange, dass Schwulsein bedeutet, kriminell zu sein. Und Aids war damals ja auch ein Tabu. Mir war aber wichtig, dass todgeweihte Menschen nicht allein sind. Und damals gab es ja noch keine Medikamente.

Wie kam es zu deiner Krebsdiagnose?

Ich hatte über eine Kontaktanzeige eine Frau kennengelernt, die einen Wanderfreund gesucht hatte. Da habe ich meine Liebe fürs Wandern entdeckt. Wir waren oft gemeinsam unterwegs. Bei einer Wanderung im Schwarzwald im Jahr 2011 fiel mir dann auf, dass ich bei einer leichten Ansteigung schnell aus der Puste geriet und Schmerzen in der Brust spürte. Ich bin dann zu meinem Hausarzt, der hat erst eine Rippenfellentzündung diagnostiziert. Da die Schmerzen trotz der Medikamente nicht besser wurden, gab es weitere Untersuchungen. Und dann stand fest: Multiples Myelom. Knochenmarkkrebs. Das war für mich ein Schock!

Wie bist du damit umgegangen?

Ich habe dann nach Selbsthilfegruppen gesucht und habe mit einem Menschen von der Lymphomselbsthilfe gesprochen. Das weiß ich noch wie heute, er hat immer flehentlich gesagt: Beruhige dich, das ist kein Todesurteil! Das war damals ein großer Trost für mich. Ich habe mich dann sehr vertrauensvoll in ärztliche Behandlung gegeben. Dann folgten erstmal Chemotherapie, Stammzellentransplantation und Reha.

Das klingt sehr langwierig. Wurde es dadurch besser?

Ich hatte nach dem Klinikaufenthalt sehr abgebaut, als ich wieder allein zuhause war. Ich konnte kaum ein Bein vor das andere setzen. Bis ich wieder zu Kräften kam, hat eine ganze Weile gedauert. Nach einem Jahr war dann aber die große Enttäuschung für mich, dass der Krebs sich wieder zurückgemeldet hatte. Das heißt, er war wohl nie ganz weg. Ich bin seitdem zwei-, dreimal die Woche zu meinem Onkologen in die Praxis zur ambulanten Therapie. Manches davon habe ich gut vertragen, manches weniger. Aber ich hatte einen sehr verständnisvollen Arzt, die Praxis war schon fast ein wenig Heimat für mich. Ein Fixpunkt in meinem Leben.

Trotzdem wolltest du die Therapie dann beenden.

Es gab in den zehn Jahren immer wieder Momente, in denen ich mich immer wieder gefragt habe, ob ich die Therapie noch weitermachen soll. Das waren sowohl psychisch als auch körperlich immer richtige Tiefpunkte. Einmal, vor sieben Jahren, war ich zu Beginn des Jahres davon überzeugt, ich überlebe das Jahr nicht. Da hatte ich mich schon im Hospiz vorgestellt.

2020 ging mein Onkologe in Rente, bei seinem Nachfolger war dieses vertraute Gefühl der Geborgenheit nicht mehr da. Corona kam dann aber auch noch erschwerend hinzu. Ich habe mich damals immer wieder gefragt: warum mache ich das überhaupt? Mit der Zeit wurde der Gedanke immer stärker, aufzuhören – trotz der Risiken. Ich hätte die Therapie ja auch wieder weitermachen können. Aber der Drang kam nie.


Andreas auf seinem Balkon (Bild: Lars Lindauer)

Wieso hast du dann ein Blog angefangen?

Das war auch an einem Tiefpunkt. Im Abstand von zwei Tagen lag ich abends im Bett und habe mich einfach unbehaust in meinem eigenen Körper gefühlt. Das waren keine direkten Schmerzen, sondern einfach ein Gefühl wie "Ich gehöre nicht mehr in meinen Körper". Das ging mir wirklich durch Mark und Bein: Du wirst sterben. Und nicht irgendwann, sondern dieses Jahr vermutlich. Ich habe mich mein Leben lang mit Abschieden schwergetan. Das geht vielleicht vielen so. Aber ich habe es oft nicht nur mir selbst nicht gestattet, Abschied zu nehmen, sondern auch anderen nicht. Das Blog und die Geschichten und Gedanken aus meinem Leben bieten jetzt die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Ich kann ja nicht mehr zurück, dieser Abschied jetzt wird für immer sein. Und das ist jetzt vielleicht ein trauriger Anlass, aber wir leben noch, ich lebe, man kann mit mir reden und mich anfassen. Es ist faszinierend, dass es durch das Blog nun wirklich zu Begegnungen und Wiedersehen kommt.

Kann man sich auf den Tod vorbereiten?

Jeder weiß, dass er sterben wird, aber die wenigsten wollen es wahrhaben und leben dahin, als wenn das Leben ewig wäre. Aber wenn der Tod dann doch näherkommt, nimmt man vieles nicht so wichtig und verliert Ängste. Wie albern, sich darüber Gedanken zu machen, was andere über einen denken! Ich kann eigentlich nichts mehr falsch machen. Es geht darum, offen zu sein, für das, was gerade geschehen möchte. Angst spielt bei mir eigentlich kaum eine Rolle.

Bist du traurig?

Immer wieder mal. Neulich erst war ich mit meinem Exfreund und meiner Schwester spazieren. Wir hatten eine fantastische Fernsicht über den Schwarzwald, die Vogesen-Kappen hatten schneebedeckte Gipfel. Da standen mir die Tränen in den Augen und ich dachte: Mensch, ich will hier noch nicht weg. Das gibt es immer wieder.

Mit welchem Gefühl gehst du an die nächste Zeit?

Ich möchte offen sein für das, was mich erwartet. Ich habe Pläne und Verabredungen. Und Besuch, bis in den März hinein.

Was ist deine Botschaft für deine Leser*innen?

Vielleicht, dass es nicht schaden kann, sich damit zu beschäftigen, was uns allen bevorsteht. Es muss aber jeder selbst schauen, auf welche Art und Weise ihm oder ihr das möglich ist. Aber ich würde sagen, sich nur Sonntagabends beim "Tatort" mit dem Tod zu beschäftigen, das ist irgendwie zu wenig.

Ein Wort in eigener Sache
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit – doch allein aus den Werbeeinnahmen lässt sich ein Onlineportal wie queer.de nicht finanzieren. Mit einer Spende, u.a. per Paypal oder Überweisung, kannst Du unsere wichtige Arbeit für die LGBTI-Community sichern und stärken. Abonnent*innen bieten wir ein werbefreies Angebot. Jetzt queer.de unterstützen!


#1 KraftAnonym
  • 05.03.2022, 20:37h
  • Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Stärke.

    Das hat mich sehr traurig gemacht. Ich hoffe, Sie können Ihre Zeit noch halbwegs glücklich verbringen und sich auch an die guten Zeiten erinnern.

    Das zeigt wieder mal, dass man seine Zeit nutzen sollte und jeden Tag seines Lebens voll genießen und auskosten sollte.

    Eine Sache sehe ich übrigens anders als Sie:
    Man sollte sich nicht unbedingt früher als nötig mit dem Thema Tod beschäftigen. Klar wissen wir alle, dass wir nicht ewig leben. Aber ich finde es gut, dass das so lange wie möglich kein Thema ist, damit man das Leben genießen kann und nicht irgendwann deprimiert darüber wird.

    Das Thema kommt schon früh genug ins Leben, z.B. wenn die enge Angehörige oder Freunde sterben. Und als jemand, der selbst mal etwas hatte, woran man auch hätte sterben können, weiß ich, wie sehr so ein Ereignis das Leben verändert und man dann psychisch damit klarkommen muss.

    Aber dennoch will ich nicht daran denken und jeden Tag ganz frei und unbeschwert auskosten.

    Aber da muss sicher jeder seinen eigenen Weg gehen.

    Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Kraft und Stärke. Und dass Sie noch schöne Momente haben und auch an die guten Zeiten denken.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 KölnAnonym
  • 05.03.2022, 20:56h
  • Ein sehr eindringlicher Artikel! Alles Gute und viel Kraft wünsche ich Andreas für die Zeit die ihm noch bleibt!

    Grüße nach Freiburg
  • Antworten » | Direktlink »
#3 MarionAnonym
  • 05.03.2022, 21:58h
  • Ich befasse mich schon einige Jahre mit dem Tod! Das hat für mich den Vorteil, dass ich keine Angst mehr davor habe und ich bin nicht so krank das ich bald damit rechnen muss! Ich weiß das das nicht das Ende ist!! Alles Gute!!!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LothiAnonym
  • 06.03.2022, 09:21h
  • 2006 begann für mich eine Zeit, wo ich mich fragte was ist mit meinem Körper los? Am Arbeitsplatz bemerkte ich auf einmal einen großen dunklen nicht schmerzhaften dunklen Fleck an einer Rückhand. Er hatte sich schon fast bis ins schwarze verfärbt. Ich machte wir weiter keinen Kopp darum, denn es schmerzte ja nicht. Und all die vorangegangenen Blutuntersuchungen beim Hausarzt schienen auch immer in Ordnung zu sein. Bis ich eines schönen Tages mich einer Darmspiegelung unterzog. Der Arzt sprach mich danach an und meinte noch, ich solle mal mein Blut genauestens untersuchen lassen.
    Mein Hausarzt war ziemlich geschockt über meinen niedrigen Trombozyten-Wert. Er sagte offen und ehrlich zu mir: ich weiß nicht mehr weiter. Also mußte ich zum Onkologen. Nach eingehender Untersuchung und einer Knochenmarkpunktion kam er zu den Ergebnis, dass ich an einer Immuntrombozytopenie leide.
    Das war ein harter Schlag für mich. Soetwas kannte ich vorher gar nicht. Und es gab kaum die Möglichkeit diesen Mangel an Trombozyten wieder auszugleichen. Nur mit Kortison klappte es. Doch wollte ich nicht für den Rest meines Lebens auch noch meine Nieren damit versauen.
    Erst als ich offiziell in Rente ging, kam ein Medikament auf den Markt, was mir half die Trombozyten zumindest in Schach zu halten.
    Diese nehme ich auch heute noch. Darf keinenSport mehr treiben. Oder mit mein geliebtes Fahrrad fahren. All das verboten, wegen Unfallgefahr und die damit eventuell eintretenden inneren Blutungen.
    All dies hat mich total zurückgeworfen und mich innerlich in eine Stimmung gebracht, die so rein gar nicht geplant war. Ich verfiel in eine große Leere. Schlaflosigkeit machte sich breit. Mein Hausarzt verschrieb mir Anti Depressiva. Nichts half mir wirklich.
    Heute kann ich ohne Schlaftabletten nicht Durchschlafen. Mein innigster Wunsch besteht nur noch darin den ewigen Schlaf zu finden.
    Ich befasse mich nun seit langem schon mit der Absicht bald aus dem Leben zu scheiden. Der Gedanke an den Tod ist seit langem ein ständiger Begleiter im Kopf. Das schönste was ich mir dabei wünsche wäre, abends ins Bett zu gehen und morgens nicht mehr aufzuwachen. Weil ich in der Nacht einer Gehirnblutung erliege. Immer öfter habe ich jetzt Nasenbluten was nicht sogleich wieder aufhört. Also nehme ich dann ein Blutgerinnungmittel. Mein Hämatologe ist mit seinem Latein am Ende, hilft aber so gut er kann und die anderen Ärzte die ich schon aufgesucht hatte, wissen auch keinen Rat.
    Mein letzter Ausweg ist der,wenn alle Stricke reißen sollten, es so wie es die alten Privilegien Römer einst taten. Sich in die Wanne zu setzten und am Fußknöchel die Adern anschneiden und langsam verbluten.
    Doch ich hoffe immernoch darauf, dass es bald schon ein Medikament gibt, was meine Immuntrombozytopenie ein für alle mal ein Ende bereitet. Aber mit meinen 70 Jahren verliert man schnell auch diese Hoffnung.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Deeplight1982Anonym
  • 06.03.2022, 09:40h
  • Ich bin Mandy, 40 Jahre und auch palliativ Patientin, aufgrund mehrere Herzerkrankungen und schreibe auf instagram auch eine Seite die ich begonnen habe nachdem ich mich auch entschlossen habe keine weiteren Eingriffe mehr unternehmen zu lassen und zusätzlich da ich komplett Herzschrittmacher abhängig bin werde ich nun noch zwischen 8 Wochen bis 4 - 5monate zu leben haben da dann final der Schrittmacher aufhört zu schlagen. Ich will den Menschen weil ich selbst in meinem Umfeld erlebt habe wie sich die meisten Menschen zurück gezogen haben wo sie von der palliativen Sache hörten, den Menschen den Tod und das Sterben wieder näher bringen, das es nichts ist was wir verteufeln dürfen, sondern zum Leben dazu gehört und auch nichts Böses, dunkles ist.
    Der Tod gehört zu dem Leben dazu und es ist so wichtig auch zu zeigen das gerade in der palliativen Phase das Leben erst wieder an Bedeutung gewinnt weil man das Leben erst zu LEBEN lernt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 HagenAnonym
  • 06.03.2022, 09:48h
  • Antwort auf #4 von Lothi
  • Bin sehr berührt von deiner Geschichte. Verfolge deine Kommentare mit großem Interesse und meistens auch mit Übereinstimmung. Vielleicht tröstet es dich etwas wenn du weißt, dass du nicht allein stehst. Empfehle dir mal bei einem nächtlichen Einsamkeitstief die Telefonseelsorge. Einfach nur mal reden. Alles Gute.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 PeterPaulAnonym
  • 06.03.2022, 10:57h
  • Eure Geschichten haben mich sehr bewegt. Ich sehe jetzt, dass meine Probleme keine Probleme sind. Ich bin bei Euch und trage Euren Schmerz in meinem Herzen. Ich werde daraus neuen Nut schöpfen. Bitte hört nicht auf, zu schreiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 LothiAnonym
  • 06.03.2022, 11:17h
  • Antwort auf #6 von Hagen
  • Vielen Dank für Deine aufmunternden Worte.
    Klar gibt es immer einen Weg nach draußen. Sich unter Menschen zu begeben. Sagt ja auch mein Hausarzt so schön. Das tue ich ja auch. Teilweise hilft es mir, doch sobald ich wieder zuhause bin, kommt alles in mir hoch.
    Denn es ist jeden Tag dasselbe einerlei mit dem Ein und Durchschlafen wollen in der Nacht. Ich habe festgestellt, dass mir am besten Cannabis hilft beim Durchschlafen. Seit 4 Jahren baue ich selbst Cannabis an auf meinen Balkon. Nun hoffe und warte ich sehnlichst auf die Legalisierung in Deutschland. Denn das illegale Zeugs von der Straße rühre ich nicht mehr an.
    Wenn ich gutes Cannabis oder Haschisch rauche geht es mir wesentlich besser. Danach fühl ich mich immer creativ und bin aufgeweckter.
    Dein netter Hinweis auf die Telefonseelsorge den lassen wir mal besser sein. Die können für mich rein gar nichts tun. Zudem habe ich mich fest dazu entschieden mein Leben selbst ein Ende zu setzen, sollte es je dazu kommen. Mir tun all die Personen leid, die voll an ihr Leben hängen und auch gerne weiter Leben möchten. Es aber nicht können aufgrund ihrer schweren Krankheiten. So wie hier auch schon beschrieben.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 StaffelbergblickAnonym
  • 06.03.2022, 15:03h
  • Antwort auf #4 von Lothi
  • Wenn wir älter werden ist es ganz normal auch an das "Ableben" zu denken. Geht mir in den letzten Monaten häufiger. Allerdings aus einem anderen Grund. Mein Vater hatte einen ausgedehnten Schlaganfall, lag über 10 Monate im Pflegeheim. Diese Phantasie möchte ich mir und dem Pflegepersonal ersparen. Andererseits fahre ich schon mal sehr hemmungslos mit meinem Mountainbike durch die Pampa ... auch im Wald bergab .... Und dann habe ich eher die Phantasie ... einmal richtig Knacks am Hirnstamm. Und das wars dann. Nur seit meinem Unfall vor über einem Jahr auf einer stark geschotterten Landwirtschaftsstrecke bergab ... fahre ich vorsichtiger. So dass sich bei mir die Frage auftut .. wie möchte ich sterben. Es gibt ja so einige Möglichkeiten, wo jedes Individuum selbst nachhelfen kann. Und wer sich mit Pharmakologie beschäftigt, wird sogar ganz legale Varianten finden. Und dann überrascht sein, welche Medikamente frei verkäuflich sind ... obwohl "richtiger" Konzentration tödlich wirken.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 LothiAnonym
  • 06.03.2022, 15:55h
  • Antwort auf #9 von Staffelbergblick
  • Danke auch dir für diese Antwort. Einen sehr wichtigen Punkt bringst Du hier auf, was wäre wenn? Pflegeheim nein danke. Da sind wir beide uns schon mal einig.
    Ich kann hier grundsätzlich nur von mir berichten, wie ich in solch einer schwierigen Situation verfahren tue. Über verschiedene Möglichkeiten der Selbsttötung habe auch ich gründlichst und sehr lange nachgedacht. Übrig blieb als ersteres die Medikamenten Variante. Was aber auch mit Risiken behaftet ist. Denn der Schuß kann auch mitunter voll nach hinten losgehen. Ich entscheide mich für die zweite und wie ich finde sanftere Methode. Da ich schon einmal einen häuslichen Unfall i.d. Badewanne hatte beim Rasieren. So verrückt es auch klingen mag, ich hatte jedesmal zum Rasieren in der Wanne ein gebrochenes dreieckiges Stück eines Kristallspiegels auf den Rand zu stehen. Nie kam ich auf die Idee das mir dieses scharfkantige Stück ins Wasser fällt und mich dabei verletzen könnte. Aber so geschah es.
    Es schnitt beim eintauchen ins Wasser ein Stück Fleisch vom linken oberen Fuß an, sodass ich bei genauer Betrachtung auf den Knochen schauen konnte. Da dieser Schnitt unter Wasser passiert ist, empfand ich keinerlei Schmerz. Ich legte mit den Finger behutsam die Wunde wieder zu und wickelte einen Verband drum. Erst Stunden später setzte voll der Schmerz ein. Seitdem weiß ich, ein oder auch zwei kleine Schnitte unter Wasser tun nicht weh. Deshalb diese Entscheidung. Wie es nach meinen Tod in der Wanne aussieht, ist mir schnurz piepe egal. Meinen Leichnam soll sowieso die Rechtsmedizin erhalten zu Studienzwecken.
    Doch wie ich hier schon erwähnt hatte, sehe ich das alles nur dann, wenn es für mich keinen anderen Ausweg mehr gibt.
  • Antworten » | Direktlink »