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Interview

"Die Bewegung ist nach meinem Gefühl geschrumpft"

Heute – am 7. März 2022 – feiert Jörg Lenk seinen 60. Geburtstag. In Köln kämpfte er erfolgreich für ein Denkmal für schwul-lesbische NS-Verfolgte. Im Gespräch mit queer.de blickt er zurück.


Der Aktivist Jörg Lenk kurz vor seinem 60. Geburtstag

Schon in jungen Jahren war Jörg Lenk offen schwul, schwulenpolitisch engagiert und gewerkschaftlich organisiert. Seit Mitte der Achtzigerjahre wohnt er in Köln, 1990 hatte er die Idee für ein Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus in Köln. Bis zur Aufstellung des Gedenksteines blieb er für die Gewerkschaft ÖTV (jetzt ver.di) die treibende Kraft des Projektes. Am 24. Juni 1995 wurde der Gedenkstein von der Gewerkschaft ÖTV der Stadt Köln als Geschenk übergeben. Anlässlich seines 60. Geburtstages haben wir Jörg Lenk einige Fragen zu seinem Leben und diesem Denkmal gestellt.

Jörg, wie verlief eigentlich dein Coming-out?

Ich habe schon sehr früh begriffen, dass ich auf Männer stand, und hatte meine ersten sexuellen Erfahrungen mit Männern schon mit 14 Jahren. Da es damals noch nicht die Informationsmöglichkeiten gab wie heute, bin ich Gerüchten nachgegangen und habe an bekannten Treffpunkten in Nürnberg Kontakte gesucht. Über einen dieser Kontakte bin ich dann mit 17 Jahren zum ersten Mal in eine schwule Kneipe mitgenommen worden, damals noch mit Klingel und Gesichtskontrolle am Eingang. Dies alles unter dem Risiko des damals noch bestehenden § 175. Dort habe ich dann auch meinen ersten Freund Wolfgang kennengelernt, mit dem ich dann auch relativ schnell zusammengezogen bin.


Jörg Lenk im Jahr 1979

Wie kam es zu deinen ersten schwulen Aktivitäten in Nürnberg?

Meine Eltern waren engagiert bei Amnesty International und nach meinem Coming-out lag der Kampf für gleiche Rechte irgendwie nah. Aus diesem Grund habe ich mit 18 Jahren, also so um 1980, die Nürnberger Rosa Hilfe mit aufgebaut – anfänglich war dies eine Telefonberatung. In Nürnberg habe ich auch mit der Homopolitik in der Gewerkschaftsarbeit angefangen. Nürnberg wurde mir aber schnell zu klein. Ich habe mir dann überlegt, in welcher Stadt ich leben möchte, mich für Köln entschieden und das Engagement in der Homo-Politik und die Gewerkschaftsarbeit dann hier in Köln fortgesetzt.

Wie haben deine Eltern auf dein Coming-out reagiert?

Meine Eltern haben sich bestimmt nicht gefreut, einen schwulen Sohn zu haben. In einem späteren Interview mit der Deutschen Welle berichtete meine Mutter über ihre damalige Trauer, dass sie von mir wahrscheinlich nie Enkel bekommen würde. Aber als sich für Menschenrechte einsetzende Personen haben meine Eltern ihre ganzen Befürchtungen mir gegenüber nie geäußert. Sie haben damals Wolfgang auch keinen Ärger gemacht, obwohl ich zu dieser Zeit noch nicht volljährig war. Es war damals leider nicht selten, dass Eltern in der gleichen Situation Anzeige erstattet haben.

Wie hast du das erste Mal von Aids erfahren?

Im Herbst 1982 habe ich zum ersten Mal von diesen Gerüchten aus den USA über diese "Schwulenpest" gehört. Aber all das war zunächst sehr weit weg und hatte mit meinem eigenen Leben nichts zu tun. Das hat sich jedoch in den darauffolgenden Jahren schnell geändert – auch unmittelbar persönlich. Mein ehemaliger Lebensgefährte Wolfgang ist an den Folgen von Aids gestorben. Wir schwule Aktivisten befürchteten damals, dass der Staat gegen schwule Männer vorgehen würde. Einige Stimmen damaliger Politiker aus Bayern ließen diese Befürchtungen sehr real erscheinen.


Jörg Lenk 1984 mit seinem früheren Lebenspartner Wolfgang

Später war ich eine Zeitlang dann auch noch bei SchwIPS engagiert, der Schwulen Initiative für Pflege und Soziales, die hier in Köln parallel zur Aidshilfe gegründet wurde, als die damals etablierten Pflegedienste noch mit der Versorgung von Aidskranken überfordert waren. Anfang der Achtzigerjahre hat niemand geahnt, dass uns das Thema auch noch 40 Jahre später beschäftigen würde.

Mit Wolfgang war ich ungefähr fünf Jahre zusammen. Er ist kurz nach meinem Umzug nach Köln verstorben. Diese Zeit Ende der Achtziger- bis weit in die Neunzigerjahre war eine sehr traurige Zeit. Gefühlt war ich fast jede Woche auf einer Beerdigung von schwulen Freunden, Bekannten und auch Kollegen, die an den Folgen von HIV gestorben waren.

Wie kam es zu deinem Umzug nach Köln?

Nach der Trennung von Wolfgang habe ich die Gelegenheit genutzt, Bayern zu verlassen und als damals junger schwuler Mann in eine Metropole zu ziehen. Mein bisheriges Engagement in Nürnberg habe ich auch in Köln nahtlos fortgesetzt. Das damalige Schwulen- und Lesbenzentrum SCHULZ in der Bismarckstraße bot hier vielfältige Möglichkeiten. Ich wurde Mitglied bei der damaligen glf (gay liberation front) in Köln und engagierte mich als Berater im glf-Sozialwerk. Schnell war auch die Idee der Gründung einer schwul-lesbischen Gewerkschaftler*innen-Gruppe geboren und umgesetzt.


Jörg Lenk (l.) auf dem CSD 1993 in Köln

Was waren die Anfänge des Denkmals?

Für 1991 war im Rahmen der damaligen Rosa Kulturtage eine Ausstellung mit dem Namen "Verführte Männer" über das Leben der Kölner Homosexuellen im "Dritten Reich" geplant. Meine Idee 1990 war, dass es nach der Ausstellung etwas Bleibendes zum Thema in Köln geben sollte. Anfänglich wurde hauptsächlich für die Umsetzung der Idee eines Mahnmales die Unterstützung von anderen Organisationen, den Gewerkschaften, politischen Parteien und der Stadtverwaltung gesucht. Ich habe damals viele unterschiedliche Sitzungen und Treffen besucht und viele interessante Leute kennengelernt. Später ging es hauptsächlich um das Sammeln von Spenden für die Finanzierung des Mahnmals.

Der Rosa Winkel war ein Vorläufer der heutigen Regenbogenflagge. Er war seit den Siebzigerjahren das internationale Symbol der Schwulenbewegung. Als Aktivist, der sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt, habe ich dieses Symbol oft an der Kleidung getragen.


Der Kölner Oberbürgermeister Norbert Burger bei seiner Rede anlässlich der Einweihung des Denkmals am 24. Juni 1995

Wo gab es Widerstände und wo Unterstützung?

Bei der Umsetzung des Denkmals gab es vielfältige Unterstützung: sowohl von der Gewerkschaft ÖTV, dem DGB Köln und unterschiedlichen Organisationen wie dem Stadtjugendring als auch von den meisten Parteien im Kölner Rat. Nur die CDU hat gegen die Idee gestimmt. Volker Bulla, der offen schwule Geschäftsführer der Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion im Kölner Stadtrat, war sehr engagiert, ebenso wie Werner Jung als Direktor des NS-Dokumentationszentrums. Norbert Burger (Kölner Oberbürgermeister 1980-1999) war eher reserviert, auch wenn er sich – gerade als Sozialdemokrat – nicht deutlich gegen das Projekt aussprechen konnte. Von ihm stammte die Idee, die Gedenktafel bei der Kölner Messe in Köln-Deutz um die Opfergruppe der Schwulen und Lesben zu erweitern. Diese Gedenkplatte erinnert an die Deportation von Juden, Sinti und Roma. Bei Köln-Deutz handelt es sich jedoch nicht um einen Ort, der mit der Schwulen- und Lesbenverfolgung in Verbindung steht.

Es gab übrigens Aktivist*innen in Frankfurt, die sich ungefähr zur gleichen Zeit für ein ähnliches Denkmal in Frankfurt einsetzten. Ihr Denkmal – der "Frankfurter Engel" – wurde dann ein halbes Jahr vor dem Kölner Denkmal der Öffentlichkeit übergeben. In Frankfurt und Köln gab es damit die ersten Mahnmale in Deutschland für die Verfolgtengruppe der Homosexuellen, die nicht als Gedenktafeln gestaltet waren.

Wie kam es zu dem Standort des Denkmals?

Zwei mögliche Standorte waren im Gespräch: zum einen in der Beethovenstraße – gegenüber der heutigen Aidshilfe -, weil dort früher mal eine Klappe stand, also eine von schwulen Männern als Treffpunkt genutzte öffentliche Toilette. Dort soll der bekannte Kölner "Transvestit" Tilla verhaftet worden sein, der später im KZ Mauthausen ermordet wurde. Der andere Standort lag an der Hohenzollernbrücke, wo ebenfalls eine Klappe stand und wo Schwule auch nachweislich verhaftet wurden. Den Platz neben der Hohenzollernbrücke haben wir dann favorisiert, wobei wir dabei auch ein bisschen geschummelt haben: Die Klappe lag, vom Stadtzentrum aus gesehen, nicht vor, sondern hinter der Hohenzollernbrücke, ungefähr dort, wo heute der Rheinufertunnel endet. Für den Standort eines Denkmals war aber der Platz vor der Hohenzollernbrücke – mit dem Museum Ludwig und dem Dom im Hintergrund – einfach der schönere Ort. Und da steht das Denkmal bis heute.

Wie kam es zu dem Text auf dem Denkmal?

Bei "Totgeschlagen Totgeschwiegen. Den schwulen und lesbischen Opfern des Nationalsozialismus" war mir auch das "Totgeschwiegen" wichtig, weil die Kontinuitäten in der jungen Bundesrepublik nicht unerwähnt bleiben durften. Der § 175 StGB war ja von den Nazis übernommen worden, und viele Schwule landeten nach 1945 direkt wieder im Knast.

Es gab auch Diskussionen, ob auch Lesben auf dem Denkmal mit genannt werden sollten, weil weibliche Homosexualität auch im Nationalsozialismus nie unter Strafe stand und sie eine ganz andere Verfolgungsgeschichte haben. Aber diese Diskussion wurde nur von außen an uns herangetragen. Ich persönlich habe das Denkmal immer als ein schwul-lesbisches Projekt verstanden, nicht zuletzt, weil der Arbeitskreis Homosexualität der Gewerkschaft ÖTV immer ein gemeinsamer Arbeitskreis von Lesben und Schwulen war.


Die Inschrift des Denkmals, über die gerungen und diskutiert wurde

Ich kann mich erinnern, dass auch über die Formulierung "schwul" gerungen wurde, was 1995 schon eine selbstverständliche Selbstbezeichnung geworden war – allerdings in der breiten Öffentlichkeit vermieden wurde. Norbert Burger favorisierte den Begriff "Homosexuelle", auch wenn letztendlich die Wortwahl dann uns überlassen wurde. Diese Hintergründe lassen sich übrigens gut in den Protokollen nachlesen, die ich zusammen mit dem anderen Material zum Denkmal dem Centrum Schwule Geschichte überlassen habe.

Welche Entwürfe gab es?

Es gab elf recht unterschiedliche Entwürfe, die Mitte 1994 im Foyer der Kölner Volkshochschule (VHS) mit Modellen und Zeichnungen präsentiert wurden. Viele Künstler*innen waren anschließend verärgert, weil nach der Ausstellung der Hausmeister der VHS nicht sehr pfleglich mit ihren Entwürfen umgegangen ist. Bei diesen Entwürfen kann ich mich noch an eine fünf Meter hohe Säule erinnern, mit Figürchen obendrauf. Von einer unabhängigen Fachjury wurde dann der Entwurf von Achim Zinkann ausgewählt. Ich persönlich fand seinen Entwurf mit seinem Rosa Winkel nicht schlecht – er war aber nicht mein Favorit.


Der Künstler Achim Zinkann (links) am Tag der Einweihung des Denkmals am 24. Juni 1995

Ich war dann sehr froh, dass wir auch die notwendigen 30.900 DM Spenden für die Umsetzung zusammen hatten – die u. a. von der Stadtsparkasse Köln, der Aidshilfe, der AG "Arsch huh", vom DuMont-Verlag und von vielen Kleinspender*innen kamen. Das Geld hat dann Achim Zinkann für seine Umsetzung bekommen, wobei ich gar nicht weiß, was alleine diese vier Steinblöcke gekostet haben.

War das Projekt damit durchgewunken?

Leider nein, weil dem Kölner Kulturamt erst sehr spät einfiel, dass bei geplanten baulichen Veränderungen der Landschaftsarchitekt Georg Penker hätte gefragt werden müssen, der die Rheinpromenade vor der Altstadt gestaltet hatte und quasi ein "Urheberrecht" besaß. Aus diesem Grund gab es mit Georg Penker und Vertretern vom Kulturamt und vom Stadtplanungsamt eine Begehung und Penker sagte dann zu mir, dass er eigentlich gar kein Mahnmal an dieser Stelle möchte. Nach mehreren Jahren des Kampfes für ein Denkmal und des erfolgreichen Geldsammelns war ich massiv verärgert und hätte Penker am liebsten direkt in den Rhein geschmissen. Aber zum Glück lenkte er dann doch noch ein und war einverstanden, so dass das Denkmal dort errichtet werden konnte, wo es heute steht.

Wie fandest du die Veranstaltung zur Einweihung?

Norbert Burger hat eine Rede gehalten, die im "Kölner Stadt-Anzeiger" gut wiedergegeben wurde. Soweit ich mich erinnern kann, war ich damals mit der Berichterstattung zufrieden. Toll fand ich es, dass es zwei Berichte im ZDF über die Enthüllung gab. Zu den prominenten Teilnehmer*innen gehörten auch Volker Beck, Hella von Sinnen und Cornelia Scheel.


Einweihung des Denkmals mit Volker Beck, Cornelia Scheel, Hella von Sinnen und Norbert Burger (v.l.)

Wie zufrieden bist du mit der heutigen Einbindung?

Im Rahmen der Kölner schwul-lesbischen Gedenkkultur ist das Denkmal heute gut eingebunden. Nicht nur jedes Jahr am 27. Januar, dem Gedenktag der Befreiung von Auschwitz, sondern auch bei den schwul-lesbischen Stadtführungen des Centrums Schwule Geschichte und des Kölner Frauengeschichtsvereins gehört ein Besuch des Denkmals dazu. Ich bin auch sehr froh darüber, dass der schwule Chor "Zauberflöten" die Patenschaft für den Stein übernommen hat. Leider gibt es immer wieder Schmierereien – wie jetzt erst wieder im Januar.

Weil das Denkmal recht unscheinbar ist und die meisten Tourist*innen achtlos dran vorbeigehen, gibt es übrigens einige Ideen der Neugestaltung. Eine davon ist ein im Boden eingelassener Rahmen um den Gedenkstein, der auch ein wenig Farbe reinbringen könnte, und eine ausführliche Beschilderung in der Nähe. Vielleicht liegt die fehlende Aufmerksamkeit auch daran, dass die Inschrift nicht von vorne, sondern nur von oben zu lesen ist, was ich aber grundsätzlich passend finde.

Ist das Denkmal das Wichtigste, was du bisher schwulenpolitisch erreicht hast?

Bei der Rosa Hilfe – im Rahmen der Nürnberger Telefonberatung – und auch im glf-Sozialwerk habe ich bestimmt vielen Schwulen helfen können. Auch innerhalb der Gewerkschaftsarbeit habe ich, natürlich nicht allein, viel umsetzen können. Ich denke dabei besonders auch an die vielen schwul-lesbischen Gewerkschaftsseminare, die über viele Jahre hauptsächlich in Oberursel bei Frankfurt stattfanden. Die haben die Gewerkschaft viel Geld gekostet und waren anfänglich bestimmt nicht selbstverständlich. Auch hier habe ich viel bewegt bzw. als Initiator angestoßen.

Aber im Gegensatz zu diesen Aktivitäten ist das Kölner Denkmal eine in Stein gemeißelte Erinnerung und daher schon was ganz Besonderes. Klar bin ich stolz darauf, weil es präsent ist und bleibt. In der viertgrößten Stadt Deutschlands steht dieser Stein nun an einem wunderbaren Standort als markante Erinnerung. Es ist ein schöner Gedanke, dass es das Mahnmal noch geben wird, wenn ich schon lange nicht mehr bin. Ich habe meiner Mutter, wie von ihr bis zu meinem Coming-out gedacht, zwar keine Enkel geschenkt, aber das ist doch auch ein bleibendes Vermächtnis.

Wie lebst du heute und wie schätzt du die aktuelle schwulenpolitische Situation ein?

Einige Jahre nach dem Gedenkstein bin ich aus der schwulenpolitischen Arbeit erst einmal ausgestiegen. Diese Arbeit ist zwar auch weiterhin notwendig und die Situation noch nicht so, wie es sein sollte. Aber den § 175 gibt es nicht mehr, die Ehe für alle ist eingeführt und der große Kampf ist in Deutschland irgendwie vorbei. Auch die Situation mit Aids hat sich ja seit den Kombitherapien nachhaltig verbessert und die Arbeit von SchwIPS ist in der Arbeit der Aidshilfe Köln aufgegangen.

Die schwulenpolitische Arbeit bei den Sozialdemokrat*innen, bei den Grünen und den Gewerkschaften hat sich nach meinem Eindruck massiv verändert. Es gibt inzwischen zwar einen offiziellen Queer-Beauftragten der aktuellen Bundesregierung, aber die Bewegung ist nach meinem Gefühl geschrumpft. Das ehrenamtliche Engagement, wie ich es noch von früher kannte, ist massiv zurückgegangen. Die Aktivisten, die heute ihre Stellungnahmen veröffentlichen, sind ja fast alle hauptberuflich angestellt, was natürlich grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Früher waren die Schwulen und Lesben wesentlich mobilisierungsfähiger und auch präsenter, was heute – vom CSD einmal abgesehen – kaum noch gegeben ist. Ich will mich da persönlich auch nicht rausnehmen: Auch ich habe heute eher andere Interessen und bin dann eher die Cinderella, die schon früh eine Party verlässt und dann schon vor Mitternacht zu Hause ist.

Wie sieht deine Zukunft aus?

In zweieinhalb Jahren beende ich vorzeitig meine aktive Berufstätigkeit im öffentlichen Dienst als Vorbereitung des Übergangs in den Ruhestand. Ich habe dann wieder mehr Zeit und kann mir sehr gut vorstellen, mich dann wieder im schwul-lesbischen Bereich zu engagieren. Denn alleine schon ein Blick nach Ungarn und Polen sagt mir, dass ich mich wieder schwul-lesbisch engagieren muss. Wer sagt uns schließlich, dass ein politischer Rollback nicht auch in Deutschland möglich ist? Hier sind Äußerungen und Aktivitäten von Vertreter*innen der AfD sehr beunruhigend. Dem muss dringend etwas entgegengehalten werden. Ich bin fit, habe Energie und will mich dann wieder in die Arbeit schmeißen.



#1 StaffelbergblickAnonym
  • 07.03.2022, 23:54h
  • "Früher waren die Schwulen und Lesben wesentlich mobilisierungsfähiger und auch präsenter, was heute vom CSD einmal abgesehen kaum noch gegeben ist." Das ist mein ganz subjektiver Eindruck seit längerer Zeit. Vermutlich auch eine Folge unserer täglichen Social-Media-Wischkasterl-Aktionen.
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#2 Lucas3898Anonym
  • 08.03.2022, 00:00h
  • Wobei viele Aktivitäten von Vereinen wohl einfach wegen Corona zurückgegangen sind.

    Das kann dann in den nächsten Monaten wieder mehr werden.

    Mit dem Selbstbestimmungsgesetz, Art. 3 Abs. 3 GG, EU-weitem Diskriminierungsschutz usw. gibt es schließlich immer noch genug zutun.
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