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QUEERmdb-Statistik
Anteil der queeren Filme in deutschen Kinos sinkt auf Rekordtief
Noch nie seit Beginn der Messungen vor elf Jahren war der Anteil an queeren Filmen an der Kinokasse niedriger.

Ohne "Phastos" in den Eternals hätte es ganz grau für queere Sichtbarkeit in Filmtheatern zwischen Flensburg und Garmisch ausgesehen (Bild: Marvel)
- 7. März 2022, 15:36h 2 Min.
In deutschen Kinos lag die Zahl der Filme mit zumindest einer queeren Neben-Thematik bei 7,9 Prozent – und damit praktisch unverändert zum Vorjahr. Diese Filme sorgten aber für weniger Umsatz an der Kinokasse. Das geht aus der Untersuchung des Medienprojekts QUEERmdb hervor, das alle im Kino gezeigten Filme ausgewertet hat. Am öftesten kamen demnach schwule Haupt- oder Nebenfiguren vor.
Der Umsatzanteil der Filme mit queerer Handlung an der Kinokasse lag nur bei 2,5 Prozent – und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Medienstudie. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 4,4 Prozent aller verkauften Tickets.
Mit Abstand die erfolgreichste Produktion mit einer queeren Haupt- oder Nebenfigur war der Superheldenfilm "Eternals". Darin war mit Phastos erstmals ein offen schwuler Superheld dabei; der Film wurde in mehreren Ländern verboten (queer.de berichtete). Nur vier der zehn Filme hatten eine queere Hauptthematik.
1. Eternals (776.400 Kinobesucher)
2. Candyman (68.200)
3. Dreaky (33.300)
4. Ammonite (32.300)
5. Malasaña 32 – Haus des Bösen (28.900)
6. Stillwater – Gegen jeden Verdacht (19.800)
7. Große Freiheit (18.000)
8. Supernova (15.700)
9. Sommer 85 (12.000)
10. Titane (12.000)
Filme mit queerer Hauptthematik
1. Ammonite (32.300 Kinobesucher)
2. Große Freiheit (18.000)
3. Supernova (15.700)
4. Sommer 85 (12.000)
5. Benedetta (7.500)
6. Matthias & Maxime (5.300)
7. Trans – I Got Life (4.200)
8. Glück (3.000)
9. Neubau (2.300)
10. Genderation (2.200)
Kinos seien wegen der Corona-Pandemie weiterhin ein Schatten ihrer selbst. Mit 40,2 Millionen Kinobesuchen gebe es zwar immerhin zehn Prozent mehr als im Vorjahr, aber immer noch 65 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019.
Laut der Analyse lag die Queerfilmquote im deutschen Fernsehen bei 2,4 Prozent. Eine queere Hauptthematik hätten nur 0,6 Prozent aller ausgestrahlten Produktionen in Spielfilmlänge gehabt. (cw)
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