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QUEERmdb-Statistik

Anteil der queeren Filme in deutschen Kinos sinkt auf Rekordtief

Noch nie seit Beginn der Messungen vor elf Jahren war der Anteil an queeren Filmen an der Kinokasse niedriger.


Ohne "Phastos" in den Eternals hätte es ganz grau für queere Sichtbarkeit in Filmtheatern zwischen Flensburg und Garmisch ausgesehen (Bild: Marvel)

In deutschen Kinos lag die Zahl der Filme mit zumindest einer queeren Neben-Thematik bei 7,9 Prozent – und damit praktisch unverändert zum Vorjahr. Diese Filme sorgten aber für weniger Umsatz an der Kinokasse. Das geht aus der Untersuchung des Medienprojekts QUEERmdb hervor, das alle im Kino gezeigten Filme ausgewertet hat. Am öftesten kamen demnach schwule Haupt- oder Nebenfiguren vor.

Der Umsatzanteil der Filme mit queerer Handlung an der Kinokasse lag nur bei 2,5 Prozent – und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Medienstudie. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 4,4 Prozent aller verkauften Tickets.

Mit Abstand die erfolgreichste Produktion mit einer queeren Haupt- oder Nebenfigur war der Superheldenfilm "Eternals". Darin war mit Phastos erstmals ein offen schwuler Superheld dabei; der Film wurde in mehreren Ländern verboten (queer.de berichtete). Nur vier der zehn Filme hatten eine queere Hauptthematik.

1. Eternals (776.400 Kinobesucher)
2. Candyman (68.200)
3. Dreaky (33.300)
4. Ammonite (32.300)
5. Malasaña 32 – Haus des Bösen (28.900)
6. Stillwater – Gegen jeden Verdacht (19.800)
7. Große Freiheit (18.000)
8. Supernova (15.700)
9. Sommer 85 (12.000)
10. Titane (12.000)

Filme mit queerer Hauptthematik

1. Ammonite (32.300 Kinobesucher)
2. Große Freiheit (18.000)
3. Supernova (15.700)
4. Sommer 85 (12.000)
5. Benedetta (7.500)
6. Matthias & Maxime (5.300)
7. Trans – I Got Life (4.200)
8. Glück (3.000)
9. Neubau (2.300)
10. Genderation (2.200)

Kinos seien wegen der Corona-Pandemie weiterhin ein Schatten ihrer selbst. Mit 40,2 Millionen Kinobesuchen gebe es zwar immerhin zehn Prozent mehr als im Vorjahr, aber immer noch 65 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Laut der Analyse lag die Queerfilmquote im deutschen Fernsehen bei 2,4 Prozent. Eine queere Hauptthematik hätten nur 0,6 Prozent aller ausgestrahlten Produktionen in Spielfilmlänge gehabt. (cw)

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Queere TV-Tipps
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#1 vladimirAnonym
  • 07.03.2022, 23:17h
  • ich finde es total bedauerlich, dass der Anteil von queeren Filmen sinkt. Ist es am Ende doch die AfD sowie die intoleranten Schichten der Gesellschaft, die der LGBTQ Community damit versuchen, mangelnde Relevanz zu unterstellen.
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#2 andreAnonym
  • 08.03.2022, 01:58h
  • Antwort auf #1 von vladimir
  • Nein. Es liegt wohl weder an der AfD noch an anderen intoleranten Leuten. Schau Dir die Zuschauerzahlen an. Bei so wenig Zuschauern überlegt sich ein Kinobesitzer das Ganze mehrmals ob er so einen Film ordert. Noch dazu in der Corona-Zeit. Da geht ein Kinobesitzer kein Risiko ein und zeigt Filme, die Ihn möglicherweise aus der Verlustzone bringen. LGBTQ Filme sind und bleiben wohl auch noch eine Weile so, Nischenfilme. Auch wenn gute Filme darunter sind. Diese Filme werden ja auch meist in kleineren Studio-Kinos gezeigt. Große Kino-Ketten zeigen kaum LGBTQ Filme. Ausnahme ein Hollywood-Blockbuster. Wobei in Zeiten von Netflix und Amazon Prime, haben Kinos allgemein zu kämpfen. Popcorn kann man notfalls in der Mikrowelle machen.
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#3 OlliAnonym
  • 08.03.2022, 09:25h
  • Ich weiß nicht, warum man wieder in so eine exklusive Opferrolle fällt... Die Kinobesitzer, vor allem dann, wenn es kleinere inhahabergeführte Kinos sind, müssen ganz banal Geld verdienen und gerade in Pandemiezeiten muss der Kinofreund froh sein, wenn gerade diese Kinos erhalten bleiben. Denn in der Regel sind sie es, die eben "queere" Filme zeigen, die sich nicht auf dem Niveau von dümmlichen Bully-Herbig-Detlef-Witzchen Filmen à la "Traumschiff Surprise" oder "Der Schuh des Manitou" bewegen. "Supernova" oder "Moonlight" waren z.B. echte Highlights, mit denen man aber vermutlich nicht viel Geld verdienen wird. DAs betrifft aber auch andere "kleine" Filme, die nicht wie die x-te ausgelutschte Variante eines Marvel oder DC Comics Geld in die Kassen spülen. Mit "Ghostbusters-Legacy" mag man Geld verdienen, das ändert nichts daran, dass dieser Film langweilig ist.

    Das Dilemma ist nicht, dass es keine queeren Filme gibt, sondern dass sie kaum jemand sehen will. Zur Zeit haben die wenigsten verständlicher Weise Lust, den Abspann eines Films wie "Supernova" mit Tränen in den Augen zu sehen, sondern wollen sich einfach nur unterhalten, lachen, sich 120 min berieseln lassen und danach einfach nach Hause gehen. Ich kann das nachvollziehen, auch wenn ich die kleinen Filme wesentlich mehr mag und einen Blockbuster eigentlich nur noch schaue, wenns ein James Bond ist. Und das auch nur aus kindlicher Naivität.

    Es gibt viele queere Filme, die man auch zu Hause streamen kann, was natürlich einen Kinobesuch nicht mal ansatzweise ersetzen kann. Aber schaut man mal bei Salzgeber... ganz ehrlich: es sind auch viele Schmonzetten, Schnulzen und extrem seichter Kram, was sich da alles findet. Aber auch das ist normal. Von daher denke ich einfach, dass queere Filme mit denselben Problemen zu kämpfen haben, welche die gesamte Kinobranche und die Kultur allgemein betreffen. Das ist das eigentliche Grundübel. Schon vor der Pandemie haben die Leute, vor allem die jüngeren verlernt, unter Leute zu gehen. Das Sterben von Kneipen, Bars und Clubs, der vielen Gayparties, der Szene allgemein ist die logische Folge. Mit der Ablehnung von queeren Themen hat das weniger zu tun. Das war auch schon vorher bei einem Teil der Gesellschaft so und das wird auch so bleiben.
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