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Stimmungsmache

AfD: "Widerlinge wollen kleinen Kindern 'sexuelle Vielfalt' beibringen"

Der familienpolitische Sprecher der AfD-Fraktion rückt Aufklärung über Vielfalt mal wieder in die Nähe des sexuellen Missbrauchs – unterdessen lässt die Rechtsaußenpartei ihrem Hass auf eine trans Abgeordnete freien Lauf.


Martin Reichardt sitzt seit 2017 für die AfD im Bundestag – der Landeschef von Sachsen-Anhalt gilt als Anhänger des völkischen Parteiflügels (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die AfD macht wieder vermehrt Stimmung gegen queere Themen. Martin Reichardt, der familienpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, veröffentlichte etwa in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um kurz vor 1 Uhr morgens einen Wut-Tweet, in dem Aufklärung über Vielfalt erneut in die Nähe des sexuellen Kindesmissbrauchs gerückt wird: "Widerlinge ziehen durch unsere #Kitas & wollen kleinen Kindern 'sexuelle Vielfalt' beibringen", so Reichardt. "Weiß die [CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt] – als angeblich christlich-konservative Partei – davon, welch Missbrauch auch der Kitas & des Vertrauens der Eltern hier stattfindet?" Dazu verlinkte Reichardt einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks über geschlechtergerechte Erziehung, in dem allerdings "sexuelle Vielfalt" überhaupt nicht direkt erwähnt wird.


Reichardt hatte bereits zuvor mehrfach erklärt, dass queere Vielfalt Kinder und Jugendliche schädigen könnte. So empörte er sich im Namen der AfD-Fraktion vor ein paar Wochen zu Plänen zur Anerkennung der Mehrelternschaft über eine "ideologisch-verordnete Gender-Booster-Impfung" und ergänzte: "Ideologische Hirngespinste dürfen nicht auf Kosten und auf dem Rücken der Schwächsten unserer Gesellschaft umgesetzt werden" (queer.de berichtete).

Zugleich setzt die AfD derzeit ihre Hasskampagne gegen die grüne Abgeordnete Tessa Ganserer fort, die vergangenes Jahr neben Nyke Slawik als erste trans Frau in den Bundestag gewählt worden ist. "Ein Mann in Frauenkleidern bleibt ein Mann!", heißt es in einem Eintrag vom Sonntag der offiziellen AfD-Facebookseite, der über 20.000 Likes erhielt.



Bereits Mitte Februar hatte die AfD-Vizeparteichefin Beatrix von Storch Ganserer in einer viel kritisierten Bundestagsrede beleidigt (queer.de berichtete). Die AfD-Abgeordnete Nicole Höchst empörte sich außerdem kürzlich über "entartete Regenbogenvielfalt" (queer.de berichtete). (dk)



#1 SakanaAnonym
  • 08.03.2022, 11:10h
  • Ein gewichtiger Grund mehr, dass die Partei unter Beobachtung gestellt wird:

    "Sollte das Gericht dem Verfassungsschutz Recht geben, dürfte der Nachrichtendienst sein volles Instrumentarium zum Einsatz bringen: Parteifunktionäre durchleuchten, ihre E-Mails mitlesen, Telefongespräche abhören. Ein sensibler Schritt in der politischen Landschaft gegen eine Partei, die nicht vom Bundesverfassungsgericht verboten, in allen Landtagen sowie dem Bundestag vertreten ist und dort in der vergangenen Legislatur die größte Oppositionspartei war." [1]

    Eine Parlamentskollegin ständig so öffentlich auf niederträchtigste Art und Weise zu attackieren und zu verfemen ist wirklich das ekelhafteste, was ich in den letzten Monaten aus dem Bundestag lesen musste. Diese Partei ist wirklich das, was man noch vom tiefsten Bode eines unendlich tiefen Loches abkratzen würde...

    ---
    [1]:
    www.lto.de/recht/hintergruende/h/vg-koeln-verfassungsschutz-
    afd-fluegel-partei-beobachtung-extremismus-grundgesetz/
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#2 LorenProfil
  • 08.03.2022, 11:31hGreifswald
  • Eine Demokratie, die wehrhaft sein will, muss das gesamte rechtlich mögliche Instrumentarium auspacken und ggf Gesetze grundrechtskonform verschärfen, will sie Parteien wie diese in die Schranken weisen. Leider muss auch im Blick behalten werden, dass viele Menschen die AfD immer noch aus ganzer Überzeugung wählen und damit ihr demokratie- und freiheitsfeindliches Denken zum Ausdruck bringen.
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#3 KopfschüttelAnonym
  • 08.03.2022, 11:40h
  • Wahrscheinlich geht der Partei angesichts der aktuellen Lage die Themen aus. Corona ist verdrängt und gegen Flüchtlinge können sie nicht mehr hetzen.
    Da die Partei aus Russland unterstützt wird und dies der Öffentlichkeit langsam dämmert, sollte man der AFD die Putin-Connection jetzt stets immer und überall unter die Nase reiben und das offen aussprechen.
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#4 DreddAnonym
  • 08.03.2022, 11:42h
  • Selbst in der AFD-"Logik" - so schneidig es auch klingt, was zum fick ist eine "Gender-Booster-Impfung" ?? Das macht nicht mal innerhalb des eigenen Satzes Sinn oO

    Wir reihen jetzt also einfach nur noch wahllos buzzwörter aneinander.... lol
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#5 KopfschüttelAnonym
#6 durchschautAnonym
  • 08.03.2022, 12:46h
  • Antwort auf #2 von Loren
  • Wieso, dieser Staat ist doch wehrhaft, gegen 'den Putin', mit 100 Milliarden in die Bundeswehr und demnächst 'atomarer Beteiligung'. Dann geht es natürlich stramm nach rechts.

    Das weiß man bei der AfD, und man weiß auch, um welche Zeit man so etwas sagt. Das gibt heute ein Freudenfest der deutschen TERFs mit Terre des Femmes Deutschland und sämtlichen TERF-Organisationen.

    Und das vertritt nicht irgend ein 'rechter Rand' sondern die sich selbst beweihräuchernde 'Mitte' der deutschen Gesellschaft. Jetzt: wieder mit Stahlhelm.

    Wieso - die deursche Presse von 'Faz' und 'NZZ' bis 'Jungle World' hat das doch jahrelang betrieben, wen hätte das gestört?

    Man hätte wissen können, daß der trans Haß der rechte Keil ist, hinter dem die gesamte rechte Agenda einrückt. Das weiß man in den USA seit etlichen Jahren. Hier wollte es niemand wissen.

    Und jetzt - ist es zu spät. 'Selbstbestimmungsgesetz?' Vergeßt es.
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#7 SakanaAnonym
  • 08.03.2022, 12:56h
  • Antwort auf #6 von durchschaut
  • Man kann parlamentarisch durchaus an mehreren Gesetzesentwürfen parallel arbeiten und durch die Ausschussarbeit auch verschiedene Gesetzesentwürfe debattieren. Ich sehe jetzt auch nicht, warum die Erhöhung des Wehretats einem Selbstbestimmungsgesetz entgegenstehen sollte.
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#8 AtreusProfil
  • 08.03.2022, 13:22hSÜW
  • Ein Paradebeispiel für die Machtlosigkeit des demoktratischen Rechtsstaates, der dringender Upgrades bedarf, um verhindern zu können, dass vulnerable Menschen sanktionsfrei in den Suizid gemobbt werden dürfen. Von Feinden der Demokratie, die von den konstanten antisemitischen, frauenfeindlichen, rassistischen, queerphoben und faschistoiden 10-20% der deutschen Bevölkerung regelmäßig in Bundes- und Landtage entsandt werden, um steuergeldfinanziert und im Blitzlichtgewitter des weltweit vernetzten, neurechten Verlagsgesocks größtmöglichen Schaden anzurichten.

    Frau Schwarzer sitzt sicherlich mit dunkelbrauner Bluse vor dem Facebookeintrag der AfD und sinniert freudetrunken darüber, wie sie die geistigen Nachfolger der NSDAP mit eigenen Hasskampagnen via Springer und Libro unterstützen kann, ohne den Pöbel allzu offensichtlich in Kenntnis darüber zu setzen, dass zwischen sie und jene dort kein Blatt Papier passt, sobald es um die Stigmatisierung, Pathologisierung, Ausgrenzung und Kriminalisierung von Transmenschen geht.
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#9 durchschautAnonym
#10 TimonAnonym
  • 08.03.2022, 16:24h
  • Immer dieselbe Masche: Schwule werden als Gefahr für Kinder hingestellt, weil man mit Kindern immer emotionalisieren kann. Auch wenn die Aussagen natürlich wissenschaftlich Blödsinn sind, hoffen die einfach, dass schon was hängen bleibt, wenn man die Lügen nur oft genug wiederholt.

    Also dieselbe Masche, die solche Leute immer anwenden um Hass und Zwietracht zu säen, wovon sie dann profitieren können.
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