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"Eine fremde Tochter"

Schwuler Vater in der ARD-Primetime

Das Erste zeigt am FilmMittwoch, wie sich ein nach seinem Coming-out geschiedener Vater plötzlich mit seiner 15-jährigen Tochter auseinandersetzen muss.


Die ARD-Primetime besteht nicht mehr nur aus Nonnen und heterosexuellen Kommissaren (Bild: Screenshot / ARD-Mediathek)

Nach "Väter allein zu Haus: Andreas" strahlt Das Erste am Mittwochabend mit "Eine fremde Tochter" erneut einen 90-minütigen Fernsehfilm über einen schwulen Vater aus. Die neue Produktion ist allerdings keine leichte Komödie, sondern ein schwermütiges Familiendrama: Darin geht es darum, wie ein schwuler Vater nach dem Tod seiner Ex-Frau versucht, das Verhältnis mit seiner 15-jährigen Tochter zu kitten, obgleich die Vorzeichen dafür mehr als schlecht stehen.

Die 2019 vor der Corona-Krise gedrehte Geschichte handelt von Oliver (Mark Waschke), einem ehemaligen Europameister im Zehnkampf, der sich nach dem Ende seiner sportlichen Karriere geoutet hatte und sich von seiner Frau Carolin (Maja Schöne) scheiden ließ. Seither hatte er nur noch wenig Bezug zu seiner inzwischen 15-jährigen Tochter Alma (Hannah Schiller). Inzwischen lebt Oliver in Hamburg mit Felix (Wanja Mues) zusammen, dem Inhaber eines Outdoor-Ladens.

Als Olivers Ex-Frau nach einem Autounfall stirbt, zieht Alma auf Wunsch ihrer Tante Franziska (Franziska Hartmann) zu den beiden. Voller Misstrauen gegen ihren schwulen Vater versucht das traumatisierte Mädchen, Konflikte zwischen Oliver und Felix zu initiieren und die beiden auseinander zu bringen. Sie wirft ihrem Vater auch seine sexuelle Orientierung vor; die Teenagerin behauptet etwa, dass Oliver ihre Mutter nur geheiratet habe, weil er seine Homosexualität verstecken wollte, um im Sport Karriere zu machen.

Auch Almas Freund Johannes (Oskar Wohlgemuth) ist nicht gut auf Schwule zu sprechen und Mitglied der homophoben Sekte Zeugen Jehovas. Und so wirft Alma ihrem Vater auch mit Hilfe der Bibel seine sexuelle Orientierung vor. Oliver geht dabei mit der verzwickten Situation nicht ideal um.

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Regisseur Stefan Krohmer hatte den Fernsehfilm nach einem Buch von Daniel Nocke inszeniert. Das Erfolgsduo hatte zuletzt für die ARD die populären Produktionen "Neu in unserer Familie" und "Meine fremde Freundin" erschaffen.

Im ARD-Streamingportal kostenlos erhältlich

"Eine fremde Tochter" ist bereits vor der TV-Erstausstrahlung in der ARD-Mediathek zu sehen. Dort steht der Film bis zum 9. Juni zum Streaming bereit. Das Erste zeigt ihn am Mittwochabend um 20.15 Uhr und als Wiederholung in der Nacht zum Donnerstag um 0.40 Uhr. Im Spartensender One wird die NDR-Produktion dann noch fünf Mal zu verschiedenen Zeiten wiederholt.

Mark Waschke ist auch als Noah in der Science-Fiction-Serie "Dark" (Netflix) sowie als Kommissar Robert Karow im "Tatort" des Rundfunks Berlin-Brandenburg bekannt. Hier sorgte seine Figur 2015 als erster offen schwule "Tatort"-Kommissar für Aufsehen (queer.de berichtete). Im Rahmen von #ActOut outete sich der 1972 geborene Schauspieler (queer.de berichtete). (dk)



#1 PetterAnonym
  • 09.03.2022, 12:34h
  • Ich finde es toll, dass die Öffentlich-Rechtlichen immer öfter auch LGBTI-Filme in der Primetime senden und nicht immer nur im Nachtprogramm verstecken.

    Erstens gehört das zum Programmauftrag, die reale Welt zu zeigen, zu der eben auch LGBTI gehören. Und zweitens zahlen auch LGBTI GEZ-Gebühren und haben dann auch ein Anrecht darauf, dass auch etwas für sie im Programm ist.

    Wenn man wirklich sagen würde, dass der Anteil an LGBTI-Inhalten im Fernsehen dem Anteil in der Bevölkerung entsprechen müsste, dann müsste (selbst wenn man ganz konservativ nur von 10% Anteil an der Bevölkerung ausgeht) jeder Sender (!) an jedem Tag (!) fast 2,5 Stunden LGBTI-Inhalte senden. Aber soweit gehen wir ja gar nicht. Aber pro Sender eine Spielfilm und/oder eine Doku mit LGBTI-Thematik pro Woche ist doch echt nicht zu viel verlangt. Aber teilweise ist das nicht mal 1 Sendung im Monat.

    Das muss sich ändern, um wirklich die Realität abzubilden und keine Scheinwelt vorzugaukeln.
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#2 DreddAnonym
#3 PetterAnonym
  • 09.03.2022, 13:04h
  • Antwort auf #2 von Dredd
  • Das haben wir doch wirklich oft genug hier diskutiert...

    Natürlich gucken auch LGBTI Nachrichten, Kochsendungen, nicht-LGBTI-Filme&Dokus, etc.

    Genauso wie auch Heteros LGBTI-Filme und -Dokus gucken können.

    Aber es geht doch hier um Sichtbarkeit und Inhalte. Ich will eben nicht nur gucken, wie Hugh Grant und Julia Roberts sich verlieben, sondern auch wie sich mal zwei Männer oder zwei Frauen verlieben.

    Es ist vielfach gezeigt worden, dass mediale Sichtbarkeit von LGBTI (oder auch anderen Minderheiten) sehr viel zu Akzeptanz beiträgt.

    Und es gibt hunderte toller LGBTI-Filme (eine kleine Auswahl ist z.B. hier zu finden:

    de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Filmen_mit_homosexuellem_Inh
    alt

    )

    Davon wurde nur ein Bruchteil bisher im deutschen Fernsehen gezeigt. Wieso soll man das also nicht noch viel öfter zeigen und viel sichtbarer machen?

    Wenn wir natürlich der Meinung sind, Nachrichten, Kochsendungen, etc. wäre genug für uns und hervorragende LGBTI-Filme und -Dokus könnten ruhig unbekannt in irgendeiner Kiste schlummern, dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn wir medial unsichtbar gemacht werden.
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#4 DramaXLAnonym
  • 09.03.2022, 13:39h
  • Also, nichts gegen einen LGBTQ*-Film in der ARD, aber die Story ist schon arg dick aufgetragen. Nicht nur, dass Vater und Tochter sich wegen seines Outings und der Scheidung von der Mutter entfremdet haben, nein, die Mutter stirbt auch noch und zudem gibt es einen homophoben, religiösen Freund. Und die verbünden sich, um dem Vater und dessen Freund den Teufel auszutreiben. Puh!
    Wenn Männer sich "verspätet" outen, ist das doch für alle Beteiligten schwierig genug. Kann man sich nicht einfach mit dieser Problematik auseinandersetzen? So ein klein wenig mehr Realismus?
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#5 rb-berlinAnonym
  • 09.03.2022, 13:39h
  • Der Film hat keine klare Haltung zu Homophobie und verharmlost die Zeugen Jehovas. Ich wundere mich, wie es so eine Story in die Primetime der ARD geschafft hat. Da gab es schon vor 20 oder 30 Jahren wesentlich mutigere und engagiertere Filme zum Thema. Diesen Beitrag finde ich ärgerlich
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#6 lindener1966Profil
  • 09.03.2022, 21:27hHannover
  • Toller Film und sehr gute Schauspieler *innen. Habe mich sehr gut unterhalten. Auch wird die schwule Partnerschaft realistisch dargestellt.
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#7 AndreasAnonym
#8 Carsten ACAnonym
  • 09.03.2022, 21:48h
  • Antwort auf #7 von Andreas
  • Deutsche Fernsehfilme sind häufig eher (vorsichtig ausgedrückt) suboptimal. Das gilt auch für Heterofilme.

    Es gibt so viele tolle US-amerikanische, britische, französische, niederländische, etc. Filme mit LGBTI-Thematik. Wieso zeigen die sowas nicht auch mal zur Primetime?

    Nein, solche Filme kommen immer nur im jährlichen "Summer of love" auf rbb irgendwo unter der Woche im Nachtprogramm versteckt. Nicht falsch verstehen: ich finde es ja toll, dass der rbb das macht. Die anderen Dritten machen da gar nichts. Aber ich würde auch mal gerne richtig gute LGBTI-Filme in der Primetime sehen. Und auch gerne im Ersten oder im ZDF.
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#9 kuesschen11Profil
  • 09.03.2022, 23:14hFrankfurt
  • Der Film gefällt mir nicht, denn der Inhalt zielt wieder mal in Richtung Homophobie ab. Nichts Neues für die deutsche Filmindustrie.

    Die schwule Beziehung der beiden Männer scheitert, weil die fremde Tochter die Gefühle ihres Vaters nicht respektieren will. Das Ganze wird noch untermauert unter Einflussnahme der Zeugen Jehovas. Einfach grauslich.

    Zuletzt soll der Vater wieder eine Liebesbeziehung mit einer Frau eingehen, wie es seine homophobe Tochter wünscht.

    Der Inhalt ist wie Gehirnwäsche und enttäuscht mich leider nicht sehenswert.
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#10 SakanaAnonym