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"Befremden und Ablehnung"
Christlich-jüdischer Verein lehnt Dirk-Bach-Platz "heftig" ab
Ein Verein für christlich-jüdischen Dialog hat mit scharfer Kritik auf den Vorschlag reagiert, einen Platz beim Schauspielhaus nach dem schwulen Entertainer zu benennen.

Dirk Bach war nicht nur Komiker, Schauspieler und "Dschungel"-Moderator, sondern auch ein beliebter Quizonkel (Bild: Vox)
- 10. März 2022, 09:22h 3 Min.
Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. lehnt die Errichtung eines Dirk-Bach-Platz am Kölner Schauspielhaus kategorisch ab. "Der Vorschlag der Bezirksvertretung, einen Teil des Offenbachplatzes in einen Dirk-Bach-Platz namentlich 'aufzuteilen', stößt auf heftige Ablehnung", erklärte der Vereinschef Jürgen Wilhelm am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Die Gesellschaft, die eigenen Angaben zufolge mehr als 650 Mitglieder zählt, setzt sich für jüdisch-christlichen Dialog ein.
In Zeiten des erstarkenden Antisemitismus setzte die "(Teil")-Umbenennung" ein "vollkommen falsches Signal" und zeuge von "Unkenntnis gegenüber dem kulturpolitischen Schaffen von Juden im Allgemeinen und von Jaques Offenbach im Besonderen" . Hintergrund ist, dass der Offenbachplatz nach dem jüdischen Komponisten und Cellisten Jacques Offenbach (1819-1890) benannt ist, der als Begründer der modernen Operette gilt. Die Aufteilung des Platzes stoße auf "Befremden und Ablehnung".
Dirk-Bach-Platz "wirklich notwendig"?
Der Verein stellte zudem in der Pressemitteilung in Frage, ob ein Dirk-Bach-Platz in Köln "wirklich notwendig" sei: "Die Würdigung des Schauspielers, der zuletzt mit großen Engagement das 'Dschungelcamp' moderierte, steht hier nicht zur Debatte, könnte jedoch, falls wirklich notwendig, an einem anderen Ort erfolgen."
Pressemitteilung zur Teilumbenennung des Offenbachplatzes
Posted by Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. on Tuesday, March 8, 2022
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Nach einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" besitze das Areal, das nach Dirk Bach benannt werden soll, anders als von der Kölnischen Gesellschaft dargestellt derzeit "noch keine offizielle Bezeichnung". Vielmehr werde er nur von Anwohner*innen bislang lediglich als "kleiner Offenbachplatz" bezeichnet.
Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) hatte bereits Unterstützung für den Dirk-Bach-Platz geäußert. Dafür gebe es auch in der Bezirksversammlung eine breite Mehrheit (queer.de berichtete).
Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hatte 2017 den offen schwulen Grünen-Politiker Volker Beck mit seinem Giesberts-Lewin-Preis ausgezeichnet. Beck sei ein "Mitstreiter gegen Antisemitismus", lobte der Verein damals.
Dirk Bach starb 2012
Dirk Bach war 2012 gestorben (queer.de berichtete). Aus seiner Homosexualität hatte Bach nie ein Geheimnis gemacht. Er heiratete 1999 seinen Lebenspartner Thomas in Key West – freilich war dies damals nur eine symbolische Zeremonie.
Er unterstützte stets LGBTI-Rechte und engagierte sich im Kampf gegen HIV. So beteiligte er sich 2005 an der "Aktion Eins zu Eins" des LSVD, in der der Verband die Abschaffung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben forderte – Bach erlebte den Tag der Ehe-Öffnung 2017 nicht mehr.
Ferner war Bach Ehren- und Beiratsmitglied der Aids-Hilfe Köln und gehörte auch zu den größten Stifter*innen des Aids-Hilfe-Projekts Lebenshaus-Stiftung. Nach seinem Tod taufte die Aids-Hilfe ein neues Wohnprojekt für Positive zu Ehren des Komikers Dirk-Bach-Haus (queer.de berichtete).
Zudem engagierte sich Bach für Amnesty International und die Tierrechtsorganisation PETA. Der Vegetarier schrieb außerdem das Buch "Vegetarisch schlemmen", in dem er seinen fleischlosen Lieblingsrezepte zusammenfasste (queer.de berichtete). (dk)
















Ich frage mich ob Sie auch ein Problem damit hätten wenn der Dirk Bach ein Hetero gewesen wäre ....
Sorry aber allein wie das geschrieben ist mit der "Heftigen Ablehnung"....
Habe ich da so meine Zweifel....