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Einschaltquoten

"Eine fremde Tochter" gewinnt die Primetime

Der Fernsehfilm über einen schwulen Vater setzte sich am Mittwochabend gegen die Unterhaltungsshows der anderen großen Sender durch.


Oliver (Mark Waschke) mit seiner Tochter Alma (Hannah Schiller) (Bild: NDR / Georges Pauly)

4,37 Millionen Menschen schauten nach Angaben der GfK am Mittwochabend um 20.35 Uhr im Ersten den Fernsehfilm "Eine fremde Tochter". Damit setzte sich das 90-minütige Drama um einen schwulen Vater und dessen entfremdete Tochter gegen die parallel laufenden Unterhaltungsshows "Die große 'Terra X'-Show" (ZDF, 3,03 Millionen), "Der Bachelor" (RTL, 1,80 Millionen), "Quiz für Dich" (Sat.1, 1,48 Millionen) und "TV Total" (Pro Sieben, 1,11 Millionen) durch. Dabei war die Produktion bereits vor der Erstausstrahlung kostenlos in der ARD-Mediathek erhältlich (der Film steht noch bis 9. Juni zum Streaming bereit).

Stärker schnitten nur zwei weitere Sendungen im Ersten ab: Den vor dem Film um 20.15 Uhr gezeigten "Brennpunkt" zum Ukraine-Krieg verfolgten 5,66 Millionen Menschen, die "Tagesschau" um 20 Uhr sahen 5,54 Millionen Zuschauer*innen.

In werberelevanter Zielgruppe nur auf Platz drei

Insbesondere Ältere interessierten sich für "Eine fremde Tochter". Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte der TV-Film nur 500.000 Menschen – und lag damit hinter der RTL-Show "Der Bachelor" (940.000) und der ProSieben-Produktion "TV Total" (670.000) nur auf dem dritten Platz. Dahinter folgten "Die große 'Terra X'-Show" und "Quiz für Dich" mit 440.000 bzw. 430.000 jungen Zuschauer*innen.

"Eine fremde Tochter" handelt vom schwulen Oliver (Mark Waschke, bekannt aus "Dark" und "Tatort"). Der ehemalige Europameister im Zehnkampf hatte sich nach dem Ende seiner sportlichen Karriere geoutet und ließ sich von seiner Frau Carolin (Maja Schöne) scheiden. Seither hat er nur noch wenig Bezug zu seiner inzwischen 15-jährigen Tochter Alma (Hannah Schiller). Doch als ihre Mutter bei einem Unfall stirbt, muss er sich um die Teenagerin kümmern. Dabei kommt es zu einigen Komplikationen. Der Film ist – anders als viele andere Produktionen mit schwuler Thematik – keine leichte Komödie, sondern ein schwermütiges Familiendrama. (dk)

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#1 moritzmucAnonym
  • 10.03.2022, 14:27h
  • Habt ihr euch den Film vorher angerschaut?? Die Homophobie wurde ja permanent als freundlich daherkommende Ansichtssache kolportiert. Schon lange keinen solchen Mist mehr gesehen!!
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#2 WadimAnonym
  • 10.03.2022, 15:13h
  • Antwort auf #1 von moritzmuc
  • "Die Homophobie wurde ja permanent als freundlich daherkommende Ansichtssache kolportiert."- muss sie immer unbedingt mit einer grausamen Gewalt verbunden dargestellt werden?
    Ja, die homophob bedingten Gewalttaten kommen auch vor.
    Trotzdem die meisten homophoben Menschen wollen uns gar nicht schlagen. Und die Media müssen die REALITÄT widerspiegeln. Jegliche Übertreibung schadet nur.
    Außerdem jeder hat Recht auf seine Meinung.
    Ich finde das Thema wurde angemessen und richtig behandelt.

    Der Film hat mir gefallen.
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#3 AchjaAnonym
  • 10.03.2022, 15:57h
  • Antwort auf #2 von Wadim
  • Homophobie ist aber nicht erst dann ein Problem, wenn mir jemand ins Gesicht schlägt.

    Gewalt fängt im Kopf an. Sie äußert sich durch Worte und Verhalten. Die physische Gewalt kommt erst zum Schluss.

    Muss man solange alles tolerieren, weil ja inzwischen gefühlt alle Meinungen gleichwertig sind, kommen sie auch noch sehr menschenverachtend daher?

    Mobbing geht auch ohne körperliche Gewalt. Für das Opfer ist sie dennoch quälend und führt zu zum Teil massiven psychischen Problemen. Gehört das auch noch zur tolerierbaren Meinung? Wie sieht es mit Antisemitismus aus? OK, solange kein Rabbi zusammengeschlagen wird?
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#4 LothiAnonym
  • 10.03.2022, 16:21h
  • Antwort auf #3 von Achja
  • Sehr gut kommentiert. Besonders das Mobbing z.B. am Arbeitsplatz kann schwerwiegende psychische Folgen nach sich ziehen. Ich kenne das nur zu gut.
    Den hier angesprochenen Film habe ich nicht zu Ende gesehen. Ich fand ihn einfach nur schlecht.
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#5 KopfschüttelAnonym
  • 10.03.2022, 16:44h
  • Antwort auf #2 von Wadim
  • Religiöser Psychoterror ist keine Meinung, sondern psychische Gewalt und Gehirnwäsche. Hat man an ihrem Freund gesehen und an ihr selber auch, die die "Meinungsfreiheit" unreflektiert verinnerlicht hat.
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#6 gucciAnonym
  • 10.03.2022, 21:35h
  • Ein mit zu vielen Themen völlig überfrachteter Film mit einer unerträglichen Tochter und einem Vater, nachdem er seinem langjährigen Partner die Koffer buchstäblich vor die Tür geworfen hat, sich sofort den nächsten Mann ins eigene! Bett holt. Na, bravo.
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#7 Zuseher_inAnonym
  • 11.03.2022, 08:14h
  • Ich habe den Film jetzt auch gesehen. Die unerträgliche Homophobie der Tochter, aber auch die des Großvaters und des Freundes der Tochter bleiben nahezu jedes einzelne Mal komplett unwidersprochen. Mir scheint, wie hier schon erwähnt wurde, dass Homophobie im Film als eine von mehreren möglichen "Meinungen" dargestellt wird, die genauso legitim sei wie jede andere "Meinung". Ganz am Ende wird der Vater quasi als schlechter Vater dargestellt, da er dem "Wunsch" der Tochter, "das nicht mehr zu machen" (also seine Homosexualität nicht mehr auszuleben, oder, wie es an anderer Stelle heißt, sich "zusammenzureißen") nicht nachkommt. Die Tochter ist unsagbar enttäuscht und träumt sich, so endet der Film, die Rückkehr der toten Mutter herbei, die Hand in Hand mit dem dann offenbar "bekehrten" Vater über eine Wiese schwebt.

    Insgesamt strotzt dieser Film nur so vor unreflektierter und unkritisierter Homophobie. Wer die Einstellung hat, Homosexualität sei "falsch", wird in diesem Film x-mal bestätigt.

    Auf solche Filme mit queerer Thematik kann ich gerne verzichten. Sie schaden uns tausendmal mehr, als die Sichtbarkeit queerer Thematik nützt.
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#8 StaffelbergblickAnonym
  • 11.03.2022, 10:46h
  • Antwort auf #7 von Zuseher_in
  • Dieser Film hat vielmehr Tiefe, als ich dies aus verschiedenen Kommentierungen lese. Ist es Homophobie, wenn die traumatisierte Tochter anfangs ihrem Vater vorwirft, nur eine Frau gesucht zu haben, um sein Schwulsein zu verstecken, ein Kind in die Welt zusetzen um dann mit einem Mann zusammen zu leben. In der ganzen Zeit gab es kaum Kontakte Vater - Tochter. Interessant in diesem Moment die Erklärung des Vater dazu und dabei die Reaktion seines Freundes Felix darauf. Sinngemäß "... das hast Du mir noch nie gesagt...". So wie der "kleine Giftzwerg" Tochter den Vater angreift greift er gleichfalls provokativ den fraglichen Freund seiner Tochter an. Die erste Änderung kommt, als er den Trainer aus den weiblichen Jugendmannschaft "rauswirft". Und die beiden dann mit dem Training beginnen. Und diese Szene, bei der die Tochter die Bedingung stellt ... wie gesagt, der Vater nimmt das auf, aber hat nicht die Absicht sich daran zu halten. Denn die Einstellung "Verbrennung der Fotos" ist der (vorerst) endgültige Bruch mit der Tochter, es signalisiert "Du bist für mich gestorben". Womit sich der initiale Vorwurf der Tochter "Du hast Dich doch nie für mich interessiet" bestätigt werden könnte. Selbst die Tante erkennt, dass das Band zwishen Vater und Tochter gegenwärtig so zerrrissen ist, dass sie ihr anbietet mit nach Hongkong zu kommen um mal was anderes zu sehen, zu erleben.
    Ein weitere Aspekt: Die Auseinandersetzung mit ihrem Jehova-Freund zeigt doch eigentlich, dass diese homophoben Äußerungen nur ein Teil einer "sexophoben" Ausrichtung sind. Sex erst nach der Ehe. Andererseits hält sich der "Knabe" selbst nicht daran diesen Zeitpunkt abzuwarten.
    MIr ist deshalb der Aufschrei, der Film ist schlecht weil homophob zu plump.
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#9 KopfschüttelAnonym
  • 11.03.2022, 11:04h
  • Antwort auf #8 von Staffelbergblick
  • "Ist es Homophobie, wenn die traumatisierte Tochter anfangs ihrem Vater vorwirft, nur eine Frau gesucht zu haben, um sein Schwulsein zu verstecken, ein Kind in die Welt zusetzen um dann mit einem Mann zusammen zu leben"

    Aber genau das fordert sie ja am Ende von ihrem Vater. Dieser Widerspruch wird überhaupt nicht angesprochen und geht komplett unter. In den vielen Kommentaren wird das nirgends erwähnt. Mir ist das auch erst später aufgegangen.
    Da hätte man mehr machen können.
    Der Vorwurf war, sich eine Frau zu suchen, um sich zu verstecken. Aber warum sich zu verstecken? Da sind wir beim Thema Homophobie und sozialem Druck im Umfeld, was die Tochter am Ende selber zeigt. Für unsereins nachzuvollziehen, nicht aber für Ottonormalzuschauer.
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#10 Zuseher_inAnonym
  • 11.03.2022, 12:11h
  • Antwort auf #8 von Staffelbergblick
  • Du zählst andere Aspekte des Films auf und scheinst all diese dazu benutzen zu wollen, festzustellen, dass der Film ja gar nicht so homophob sei. Wobei sich mir, ehrlich gesagt, nicht erschließt, weshalb all das, was Du da schreibst, die Homophobie irgendwie entkräften sollte.

    Niemand hat behauptet, der einzig wichtige Aspekt des Filmes sei die Homophobie. Natürlich gibt es andere Aspekte. Ich bleibe aber dabei: die vielfach, von 3 Personen, geäußerte Homophobie bleibt während des gesamten Films so gut wie unwidersprochen. Der angeblich so harmlos geäußerte "Wunsch" der Tochter, die Homosexualität "bleiben zu lassen" und ihr das auch noch fest versprechen zu müssen, weil sonst ihr einziger Geburtstagswunsch bitter enttäuscht würde, ist im übrigen nicht nur extrem homophob und dumm, sondern auch noch übelste emotionale Erpressung.

    Auf den Vorwurf, ich würde hier plump argumentieren, gehe ich mal nicht weiter ein. Ich bleibe dabei: der Film zeigt x-mal völlig unreflektierte, schlicht als mögliche "Meinung" oder gar Haltung in den Raum gestellte Homophobie.

    Und keiner der von Dir aufgezählten anderen Aspekte kann das entkräften. Und deshalb tun wir uns alles andere als einen Gefallen, diesen Film nun nur wegen der queeren Thematik womöglich auch noch als "guten Film" einzustufen. Er verbreitet Vorurteile und ist insgesamt schädlich.
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