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Neuseeländische Studie
Nur Hälfte von trans Menschen berichtet von Unterstützung durch Hausärzt*innen
Selbst im fortschrittlichen Neuseeland fühlt sich die Hälfte der trans Personen in der Hausarztpraxis nicht wohl. Das ist laut einer Studie schlecht für die psychische Gesundheit.

Hausärzt*innen wissen oft erschreckend wenig über Transgeschlechtlichkeit (Bild: Medical help photo created by ijeab - www.freepik.com)
- 11. März 2022, 10:01h - 2 Min.
Nur rund jede zweite trans Person in Neuseeland berichtet von unterstützenden Erfahrungen bei der medizinischen Erstversorgung. Das ist eines der Ergebnisse aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie unter der Leitung der University of Waikato in Hamilton (Nordinsel). Die Forscher*innen werteten Daten der "Counting Ourselves"-Umfrage unter 948 trans Menschen aus dem Jahr 2018 aus. Jene Befragte, die über bessere Erfahrungen mit der Gesundheitsversorgung verfügen, berichteten über weniger psychische Belastung sowie eine geringere Wahrscheinlichkeit von Selbstverletzungen und Suizidgedanken.
/ gjtreharneNew article on the importance of supportive interactions with GPs for mental health among trans people. Co-authored with Rona Carroll, Kyle Tan, and @jveale @TransSurveyNZ @waikato @otago https://t.co/Aq4RE7ZkA2
Gareth Treharne (@gjtreharne) March 10, 2022
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Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass trans Menschen im Vergleich zu cisgeschlechtlichen Personen deutliche Unterschiede bei den Ergebnissen im Rahmen der psychischen Gesundheit und bei der Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem aufweisen. Obwohl der Zugang zu einer entsprechenden medizinischen Versorgung gerade für das Wohlbefinden von trans Personen wichtig ist, berichten medizinische Fachkräfte häufig von Unbehagen und Unsicherheit im Umgang mit trans Patient*innen. In der medizinischen Ausbildung gebe es zudem häufig kein entsprechendes Angebot.
In der "Counting Ourselves"-Umfrage hatten nur 57 Prozent das Gefühl, bei einer Routineuntersuchung wie alle anderen Patient*innen behandelt zu werden. Mit 48 Prozent gab weniger als die Hälfte an, dass ihre Hausärzt*innen ihre Bedürfnisse in Hinblick auf eine geschlechtsbejahende Pflege erfüllten. Ein entsprechendes Wissen über Trangeschlechtlichkeit war bei den Hausärzt*innen relativ selten.
Mit 47 Prozent gab fast die Hälfte der Teilnehmenden auch an, dass sie jemanden hinsichtlich trans oder nicht-binärer Personen aufklären mussten, um eine entsprechende medizinische Versorgung zu erhalten. Mit 24 Prozent hatte weniger als ein Viertel der Befragten einen Hausarzt oder eine Hausärztin, der oder die viel über eine geschlechtsbejahende Behandlung wusste. Nur 43 Prozent der Teilnehmenden berichteten von medizinischen Anbietenden, die dazu bereit waren, sich in diesem Bereich weiterzubilden.
Unterstützung senkt Suizidrisiko, negative Erfahrungen steigern es
Laut den Wissenschaftler*innen steht jede zusätzliche, unterstützende Erfahrung mit einem Hausarzt oder einer Hausärztin mit einer um elf Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit eines Suizidversuchs in Zusammenhang. Gleichzeitig führe jede negative Erfahrung zur Zunahme der Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordversuchs um 20 Prozent.
Mitautorin Rona Carroll von der University of Otago zufolge spielen die medizinischen Fakultäten eine wichtige Rolle bei der Ausbildung künftiger Ärzte oder Ärztinnen. "Die Gesundheitsversorgung von trans Personen sollte eine Schlüsselrolle in ihren Studienplänen einnehmen", fordert sie. (pte/cw)












