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"Sehr beunruhigend"

Lesbische Spitzensportlerin hinter Gittern in Russland: Angst um "Geisel" Brittney Griner

Seit drei Wochen befindet sich die zweifache Olympiasiegerin wegen eines angeblichen Drogendelikts in russischer Gefangenschaft. Befürchtungen werden laut, dass die offen lesbische US-Bürgerin eine Geisel des Putin-Regimes ist.


Brittney Griner (hinten) in besseren Zeiten mit ihrer Ehefrau Cherelle (Bild: Instagram / brittneyyevettegriner)
  • 11. März 2022, 12:54h 2 3 Min.

Immer mehr Expert*innen äußern die Befürchtung, dass die in Russland inhaftierte 31-jährige Spitzensportlerin Brittney Griner angesichts der russisch-amerikanischen Spannungen eine "Geisel" oder "politische Gefangene" Moskaus ist.

Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass Griner am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen wurde, weil Vape-Kartuschen mit Haschisch-Öl in ihrem Gepäck gefunden worden seien (queer.de berichtete). Die russischen Behörden haben dazu ein Video veröffentlicht, das den angeblichen Drogenfund zeigen soll. Zudem zeigte das russische Staatsfernsehen ein Bild von Griner nach der Festnahme.

/ BryanAGraham
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/ CNN
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Der texanische US-Abgeordnete Colin Allred erklärte, er habe in Erfahrung gebracht, dass die Sportlerin am 17. Februar festgenommen worden sein soll, also eine Woche vor der russischen Invasion der Ukraine. Sie sei damals gerade nach Russland eingereist. Die Sportlerin habe nach ihrer Festnahme nicht – wie eigentlich üblich – Kontakt zu US-Botschaftspersonal aufnehmen dürfen. "Der Umstand, dass wir konsularische Betreuung beantragt haben und diese nicht erlaubt wurde, ist sehr beunruhigend", erklärte der Politiker der Demokratischen Partei. In Russland steht auf Schmuggel dieser Art – selbst bei einer weichen Droge – bis zu zehn Jahre Haft.

Drogen untergeschoben?

Während sich der US-Basketballverband und Angehörige – etwa die Ehefrau von Griner – in öffentlichen Kommentaren zurückhalten, um ihre mögliche Freilassung nicht zu gefährden, zeigten sich viele Expert*innen beunruhigt. Eine ehemalige Pentagon-Beamtin erklärte etwa gegenüber "Yahoo Sports", Griner könnte eine "hochkarätige Geisel" für das Putin-Regime werden – möglicherweise strebe Moskau einen Gefangenenaustausch an.

Ähnliches befürchtet Daniel Fried, der ehemalige US-Botschafter in Polen, gegenüber der "Washington Post": Er könne nicht bewerten, ob sie wirklich eine Straftat nach russischem Recht verübt habe, "aber mein erster Gedanke war, dass die Russen eine amerikanische Geisel nehmen", so Fried. "Es würde mich nicht überraschen, wenn die Russen ihr Drogen unterschieben und sie dann verhaften." Bereits einen Monat vor der Festnahme von Griner hatte das amerikanische Außenministerium eine Reisewarnung für Russland herausgegeben und erklärt, es bestehe "die Möglichkeit der Belästigungen von US-Bürgern durch die russischen Sicherheitsbehörden".

Auch in der Presse wird darüber spekuliert, ob die Festnahme der Spitzensportlerin politisch motiviert war. Das angesehene Magazin "Texas Montly" kommentierte etwa: "Sie ist eine politische Gefangene oder zumindest auf dem Weg dahin, eine zu werden."

/ TexasMonthly
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Die 2,05 Meter große Griner gewann mit dem US-Basketballnationalteam 2016 und 2021 die Olympische Goldmedaille – sie gilt als eine der größten Stars der Eliteliga WNBA. Bereits zu Beginn ihrer Superstar-Karriere hatte sie sich 2013 als lesbisch geoutet. Weil Basketballerinnen aber in den USA viel schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen, heuerte sie – wie viele andere Spielerinnen – zusätzlich im Ausland an. Seit 2015 spielte sie daher auch bei UGMK Jekaterinburg im Ural. Mit dem russischen Spitzenclub gewann Griner mehrfach die russische Meisterschaft und die Euroleague. (dk)

-w-

#1 LothiAnonym
  • 11.03.2022, 15:38h
  • Dieser Artikel bestätigt all meine Befürchtungen. Selbst wenn sie wie vorher hier erwähnt wurde Haschischöl bei sich trug, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um CBD Öl. Die Sportlerin wird aller Wahrscheinlichkeit als Geisel benutzt. Putin traue ich wirklich ALLES zu.
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#2 muschebubuAnonym
  • 11.03.2022, 19:40h
  • Einmal mehr lohnt deshalb der Hinweis, dass Reisewarnungen auch ernst genommen werden sollten. Keine Rechtfertigung für das russische Handeln, aber eine Mahnung an alle Reisenden, informiert euch vorab und tut Warnungen nicht damit ab, es wird schon gut gehen. Gerade auch an die gerichtet, die noch immer meinen in bestimmte arabische Länder zu reisen, obwohl die Rechtslage vor Ort hinlänglich bekannt ist.
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