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Katholische Kirche

Marx entschuldigt sich für Umgang der Kirche mit queeren Menschen

Am Sonntag würdigte der Erzbischof von München das 20-jährige Jubiläum des "queerGottesdienstes".


Marx wünsche sich eine "inklusive Kirche", sagte er am Sonntag (Bild: Erzbistum München / twitter)
  • 13. März 2022, 19:34h 12 3 Min.

Der katholische Kardinal Reinhard Marx hat sich für den Umgang seiner Kirche mit queeren Menschen entschuldigt. "Es ist eine Leidensgeschichte für viele Menschen", sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag bei einem Gottesdienst zum 20-jährigen Bestehen der Queer-Gemeinde in der Münchner Kirche St. Paul. Die Kirche habe vielen lesbischen und schwulen Menschen das Leben schwer gemacht. Er forderte, "dass man sehen muss, welche Verletzungen wir angerichtet haben".

"Sorry", sagte Marx in Anlehnung an ein Interview, das er vor einigen Jahren in Irland zu dem Thema gegeben hatte. Alle Beziehungen, die dem "Primat der Liebe" folgten, könnten "von Gott angenommen werden", betonte er. "Und wir meinen, wir könnten dirigieren und genau bestimmen", wer wem sagen dürfe: "Ich liebe Dich." Er wünsche sich "eine inklusive Kirche, eine Kirche, die einschließt".

/ ebmuc | Nach Veröffentlichung dieses dpa-Artikels stellte das Erzbistum erste Bilder und eine Zusammenfassung der Rede des Erzbischofs online
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Marx ist bereits seit 2008 Erzbischof in der bayerischen Landeshauptstadt. Zunächst profilierte er sich mit teils extrem homophoben Aussagen – so warf er Schwulen und Lesben 2011 pauschal vor, "gescheiterte und zerbrochene Menschen" zu sein. Nun kam er zur Jubläumsmesse des "queerGottesdienstes". "Auch ich hätte mir vor 20 Jahren, vielleicht auch vor 15 Jahren, nicht vorstellen können, mit Ihnen hier zu sein", sagte Marx. Er freue sich, dass sich das geändert hat, "dass wir nicht stehen bleiben".

Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" sieht in der Feier mit Marx das "Zeichen einer Wende zur Regenbogenpastoral" und eine "neue, offenere Haltung zur Homosexualität und zu LSBTIQ", sagte ihr Sprecher Christian Weisner. Die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (Huk) äußerte sich vor dem Gottesdienst am Sonntag vorsichtiger: "Nach Jahrzehnten der Eiszeit unter den Vorgängern von Papst Franziskus gibt es seit wenigen Jahren zunehmend Dialog um Reformen", sagte HuK-Sprecher Thomas Pöschl. Aber: "Unverbindliche oder nicht nachhaltige Erklärungen einzelner Würdenträger sind zu wenig".

Im letzten Jahr hatte das kategorische Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare viele Katholiken hierzulande auf die Barrikaden gebracht – und sogar geweihte katholische Priester widersetzten sich im Mai 2021 ganz offen und deutlich dem Diktat aus Rom. Im Rahmen der Aktion "Liebe gewinnt" gab es überall in Deutschland Segensfeiern für homosexuelle Paare. Diese soll im Mai wiederholt werden, während im Februar beim "Synodalen Weg", dem Forum aus Laien und Amtsträgern, in erster Lesung ein Antrag für Segensfeiern angenommen wurde.

Kurz zuvor outeten sich 125 queere Beschäftigte der Kirche und protestierten unter dem Motto #OutInChurch gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz. Bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in dieser Woche kündigte der Vorsitzende, der Limburger Bischof Georg Bätzing, eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechtes an. In der katholischen Kirche kann es einen bislang den Job kosten, wenn man zum Beispiel eine gleichgeschlechtlichen Partnerschaft öffentlich macht. (dpa/cw)

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#1 tchantches
  • 13.03.2022, 21:51hSonstwo
  • Schnell, ein Eimer... mir kommen die Tränen.
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#2 TimonAnonym
  • 13.03.2022, 22:43h
  • Reden alleine bringt gar nichts, solange die Handlungen das genaue Gegenteil sagen.

    Solange die diskriminieren, können die sich das Gerede sparen.
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#3 stephan
  • 13.03.2022, 23:40h
  • Ich glaube nicht an die Aufrichtigkeit dieser Wende!

    Wo bleibt die vollständige Anerkennung, die Gleichbehandlung unserer Ehen und Partnerschaften ... oder wenigstens der massive Einsatz für dieses Ziel!

    Mag sein, dass Einzelne es ernst meinen oder sich vormachen, es ernst zu meinen, aber insgesamt halte ich das alles für Opportunismus!
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