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  • 10. Januar 2006 8 2 Min.

Schwule Männer reagieren stärker auf männliche Gesichter. Diese Alltagserfahrung wurde jetzt per Gehirnstrom-Messung wissenschaftlich untersucht

Von Carsten Weidemann

Die Wahrnehmung von Gesichtern aktiviert im menschlichen Gehirn ein Netzwerk verschiedener Regionen. Wie aus früheren Studien bekannt ist, modulieren Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Emotionen die neuronale Antwort auf Gesichter. So lösen beispielsweise glückliche, ängstliche oder wütende Gesichter größere Aktivitäten im Gehirn aus als neutrale Gesichter. Die Einflüsse von Geschlecht und sexueller Neigung hingen waren bisher noch unbekannt.

Prof. Alumit Ishai und Felicitas Kranz vom Institut für Neuroradiologie der Universität Zürich haben jetzt untersucht, ob hetero- und homosexuelle Versuchspersonen eine stärkere Gehirn-Reaktion auf Gesichter des von ihnen bevorzugten Geschlechts zeigen würden. Sie verwendeten funktionelle Magnetresonanz, eine Technik, mit der höhere Gehirnfunktionen wie das Gedächtnis oder die visuelle Wahrnehmung aufgezeichnet und in den Gehirnregionen lokalisiert werden können. Die Forscherinnen zeigten 40 hetero- und homosexuellen Männern und Frauen, die im Scanner lagen, Fotos von unbekannten und berühmten Gesichtern, ließen sie die Gesichter als attraktiv, neutral oder unattraktiv bewerten und massen dabei die Gehirnaktivität verschiedener Hirnregionen.

Unabhängig von Geschlecht und sexueller Neigung beurteilten alle Versuchspersonen die Attraktivität der Gesichter ähnlich. Ebenfalls zeigten sie in einem Netzwerk verschiedener Hirnregionen eine ähnliche neuronale Antwort auf männliche und weibliche Gesichter. Hingegen fanden die Forscherinnen übereinstimmend mit ihrer Hypothese eine Interaktion zwischen dem Geschlecht des betrachteten Gesichts und der sexuellen Präferenz der Versuchsperson, die das Gesicht betrachtet, im so genannten medialen orbitofrontalen Kortex. Dort ist das "Belohnungssystem" des Gehirns lokalisiert. Heterosexuelle Frauen und homosexuelle Männer zeigten eine stärkere neuronale Antwort auf männliche Gesichter, wohingegen heterosexuelle Männer und homosexuelle Frauen stärker auf weibliche Gesichter reagierten. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass sexuelle Präferenzen die Reaktion auf Gesichtswahrnehmung im Belohnungssystem modulieren. Die Untersuchung ist in der Zeitschrift "Current Biology" (Volume 16, Issue 1, 2006) veröffentlicht worden..

10.01.2006

-w-

#1 AngeberAnonym
#2 Georg und JörgAnonym
  • 11.01.2006, 12:07h
  • Na super, kann Papa Ratzi doch prima den schwulen Priesternachwuchs aussieben: Ab untern Hirnscanner und die Sache ist geritzt. Hoffentlich ist allen klar, wie fragwürdig derartige wissenschaftliche Erkenntnisse sind.
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#3 LinkerCacheAnonym
  • 11.01.2006, 13:10h
  • .........Das ist ja ungefähr so wie mal welche in den USA meinten, Schwul/Lesbisch sein sei genetisch bedingt.....

    So nach dem motto, damit können wir fundis ja die gentechnik rechtfertigen....
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