Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41431

"Ich hätte ein stärkerer Verbündeter sein sollen"

Disney-Chef entschuldigt sich für Untätigkeit bei queer­feindlichem Gesetz

Der Vorstandschef von Disney verspricht, künftig ein besserer Verbündeter für die LGBTI-Community zu sein – und kritisiert nun doch ein gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gerichtetes Gesetz in Florida.


Bob Chapek ist seit rund fünf Jahren Chief Executive Officer der Walt Disney Company (Bild: Walt Disney Television / flickr)
  • 14. März 2022, 12:41h 2 3 Min.

Disney-CEO Bob Chapek hat sich in einem Brief an seine Mitarbeitenden dafür entschuldigt, dass sich der Konzern nicht stärker im aktuellen Kampf gegen das queerfeindliche "Don't Say Gay"-Gesetz in Florida reagiert hat, das das Aufgreifen von queeren Themen an Schulen weitgehend einschränken würde. "Danke an euch alle, die sich an mich gewendet und ihren Schmerz, ihren Frust und ihre Traurigkeit über die Antwort der Filrma auf das 'Don't Say Gay'-Gesetz in Florida geschildert haben", so Chapek laut "Hollywood Reporter". "Mit euch zu sprechen, eure Botschaften zu lesen und mich mit euch zu treffen hat mir beim Verständnis geholfen, wie schmerzlich dieses Schweigen war. Es ist klar, dass es nicht um das Gesetz in Florida geht, sondern um eine Herausforderung für die grundlegenden Menschenrechte. Ich hätte ein stärkerer Verbündeter im Kampf um gleiche Rechte sein sollen und habe euch hängengelassen. Das tut mir Leid."

Disney werde zunächst alle politischen Spenden in Florida stoppen und seine Aktivitäten überprüfen. Außerdem werde sich Chapek mehr mit der queeren Community auseinandersetzen, "damit ich ein besserer Verbündeter werde". "Ihr werdet mehr über die Fortschritte in den nächsten Wochen hören", versprach der Spitzenmanager.

Bislang galt der Disney-Konzern als einer der größten Geldgeber für Wahlkampagnen in Florida und gab sowohl Befürworter*innen als auch Gegner*innen von LGBTI-Rechten Geld. In den letzten Wochen war das Unternehmen dafür kritisiert worden, dass es sich nicht gegen das Gesetz positioniert habe. Chapek hatte zunächst erklärt, er könne mehr bewegen, wenn er sich hinter den Kulissen engagiere. Letzte Woche wollte Chapek mit versprochenen Großspenden an queere Organisationen das Thema entschärfen, die größte LGBTI-Organisation – die Human Rights Campaign – erklärte aber darauf, dass sie jegliche Spenden des Micky-Maus-Konzerns ablehnen werde, bis sich dieser nicht klar gegen das queerfeindliche Gesetz in Florida positioniere (queer.de berichtete).

Unterdrückte Disney queere Handlungsstränge?

Zuletzt gab es offenbar auch innerhalb des Konzerns vermehrt Druck auf die Unternehmensspitze, weil Disney nicht genug für queere Menschen tue. So beklagten sich etwa Mitarbeitende der Disney-Animationstochter Pixar ("Toy Story", "Findet Nemo"), dass queere Inhalte von Disney entfernt werden würden. In dem in mehreren Medien veröffentlichten Brief, der von "den LGBTQIA+-Mitarbeitenden und ihren Verbündeten" unterzeichet wurde, hieß es: "Wir bei Pixar haben persönlich beobachtet, wie wunderschöne Geschichten voller diverser Figuren von der Disney-Firmenzentrale an uns zurückgeschickt wurden und zu einem Schatten dessen, was sie einst waren, zusammengestrichen wurden."

/ JuddLegum

Ron DeSantis, der LGBTI-feindliche republikanische Gouverneur von Florida, hat das "Don't Say Gay"-Gesetz bislang nicht unterzeichnet, aber öffentlich stets verteidigt. Seinen Gegner*innen warf er wiederholt vor, Fake News über das Gesetz zu verbreiten. Seine Sprecherin beschuldigte Andersdenkende sogar pauschal, Kinder missbrauchen zu wollen oder Kindesmissbrauch gut zu heißen (queer.de berichtete). In Reaktion auf die Kritik von Disney erklärte er bei einer Veranstaltung, er werde sich "woken Konzernen" niemals beugen. DeSantis hatte bei seinem letzten Wahlkampf 50.000 Dollar von Disney erhalten.

/ kelly_laco
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Das Gesetz war in den letzten Wochen von der republikanischen Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat verabschiedet worden (queer.de berichtete). Es verbietet generell vom Kindergarten bis zur dritten Klasse, über sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu sprechen. Das Verbot gilt außerdem in anderen Klassen, sollten diese Inhalte "für die Entwicklung der Schüler nicht altersgerecht" seien, wie es vage heißt – ansonsten könnten queerfeindliche Eltern vor Gerichten klagen. LGBTI-Aktivist*innen befürchten, dass damit Lehrer*innen praktisch aus Angst vor gerichtlichen Auseinandersetzungen das Thema vollständig meiden – das könne etwa dazu führen, dass homophobes Mobbing künftig nicht mehr geahndet wird oder das Kindern aus Regenbogenfamilien verboten wird, über ihre Eltern zu sprechen. (dk)

/ lunainvidia | Mit mehreren Kampagnen wollen Aktivist*innen das "Don't Say Gay"-Gesetz doch noch verhindern
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

-w-

#1 KopfschüttelAnonym
  • 14.03.2022, 14:52h
  • "Das Verbot gilt außerdem in anderen Klassen, sollten diese Inhalte "für die Entwicklung der Schüler nicht altersgerecht" seien, wie es vage heißt ansonsten könnten queerfeindliche Eltern vor Gerichten klagen."
    Eine Jungfrauengeburt und Kreuzigungen sind natürlich für die Entwicklung altersgerechte Themen. Und Waffen sowieso. *Augenroll*
  • Direktlink »
#2 TinaAnonym
  • 14.03.2022, 17:34h
  • Disney könnte einfach mal anfangen Märchen zu verfilmen wo eine Prinzessin am Ende eine andere Prinzenssin heiratet! Dann könnte ja Disney die queere Aufklärung der Kinder übernehmen. Das wäre so geil! Ich will endlich eine lesbische Prinzessin :)
  • Direktlink »