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Reform

Frankreich: Schwule dürfen wieder uneingeschränkt Blut spenden

Am Mittwoch tritt eine neue Regelung in Kraft, die einen Zugang zur Blutspende ohne Diskriminierung ermöglicht.


Rund 40 Jahre seit Beginn der Aids-Krise dürfen schwule Männer weiter in vielen Ländern kein oder nur eingeschränkt Blut spenden (Bild: michellegordon2 / pixabay)

  • 16. März 2022, 15:52h, noch kein Kommentar

In Frankreich können Männer, die Sex mit Männern haben, seit Mittwoch wieder uneingeschränkt Blut spenden. Eine Vorschrift, wonach sie zuvor mindestens vier Monate keinen Sex mehr gehabt haben dürfen, wurde fallengelassen, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten.

Die sexuelle Orientierung wird bei Blutspenden nun nicht mehr abgefragt. Der Fragebogen, der vor einer Spende auszufüllen ist, zielt für alle Menschen gleich auf allgemeine Ausschlusskriterien wie Sex mit mehreren Partner*innen oder Drogenkonsum. Auch die Nutzung eines Medikaments zur Vorbeugung einer HIV-Infektion vor oder nach dem Kontakt (PrEP bzw. PEP) innerhalb der letzten vier Monate führt zu einem Ausschluss.

Ab 1983 durften Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex hatten, nach Bedenken aus der frühen Phase der Aids-Krise pauschal kein Blut spenden. 2016 erlaubte Frankreich ihnen dann eine Blutspende, wenn sie zuvor sexuell abstinent waren.

Gesundheitsminister Olivier Véran hatte die Neuregelung im Januar angekündigt (queer.de berichtete). Frankreich sei eines der ersten Länder, das die Frage der sexuellen Orientierung künftig nicht mehr berücksichtige. Zugleich verwies der Minister auf einen umfangreichen Beratungsprozess mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen, um nicht nur zu einer diskriminierungsfreien Befragung und Spende zu kommen, sondern auch für die Sicherheit des Blutes zu sorgen. Eine Ungleichbehandlung sei in dem Gesetz nicht mehr notwendig gewesen.

In Deutschland werden heterosexuelle und homosexuelle Spendewillige weiter unterschiedlich behandelt. Seit letztem Herbst gilt für letztere eine verkürzte Sex-Karenzzeit von zwölf auf vier Monate, auf die bei einem seit längerem monogam lebenden Paar verzichtet wird (queer.de berichtete). Auch trans Personen werden in den aktualisierten Fragebögen weiter gesondert erwähnt. (cw/dpa)