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Gerichtskrimi geht weiter

Smollett aus Gefängnis entlassen

Jussie Smollett ist vorerst wieder ein freier Mann – zumindest, bis ein Gericht über seinen Einspruch entschieden haben wird.


Der Mugshot von Jussie Smollett war 2019 von der Polizei veröffentlicht worden (Bild: Chicago PD)
  • 17. März 2022, 10:55h, noch kein Kommentar

Der wegen eines vorgetäuschten rassistischen und homophoben Angriffs zu fünf Monaten Haft verurteilte US-Schauspieler Jussie Smollett ist nach einer Woche aus der Haft entlassen worden. Ein Berufungsgericht in Chicago gab einem Antrag der Verteidigung statt, den früheren Star der US-Serie "Empire" auf freien Fuß zu setzen, bis über den Einspruch gegen die Verurteilung entschieden ist. Auf Fotos ist zu sehen, wie der 39-Jährige am Mittwochabend (Ortszeit) das Gefängnis von Cook County verlässt.

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Smollett, der sich 2015 als schwul geoutet hatte, habe kein Gewaltverbrechen begangen, argumentierte das Gericht den Berichten zufolge. Bis über seine Berufung entschieden sei, hätte er zudem längst seine 150-tägige Haftstrafe abgesessen. Er musste eine Bürgschaft über 150.000 Dollar (knapp 136.000 Euro) unterzeichnen, das Geld aber nicht bei Gericht hinterlegen.

Der schlagzeilenträchtige Fall hatte im Januar 2019 begonnen, als Smollett der Polizei erzählte, er sei nachts nahe seiner Wohnung von zwei maskierten Männern angegriffen worden. Drei Wochen später wurde er wegen mutmaßlicher Falschaussagen festgenommen. Nach Darstellung der Ermittler*innen soll er die Männer – zwei Brüder – bezahlt haben, um die Attacke gegen ihn vorzutäuschen. Der Schauspieler habe damit seine Karriere vorantreiben wollen, hieß es. Smollett bestreitet das bis heute.

Im Dezember 2021 sprach ein Geschworenen-Gericht Smollett in den meisten Anklagepunkten schuldig. Vergangene Woche verurteilte ein Richter ihn schließlich unter anderem zu 150 Tagen Gefängnis, einer 30-monatigen Bewährungsstrafe und zur Zahlung von rund 120.000 Dollar (knapp 109.000 Euro) als Entschädigung für die Polizeiermittlungen. Richter James Linn bezeichnete Smollett als "arrogant, egoistisch und narzisstisch". Dieser habe mit seiner Tat "den wahren Opfern rassistischer Verbrechen geschadet", sagte er.

Smolletts Hauptanwalt Nenye Uche kritisierte am Mittwoch, das US-Justizsystem benachteilige Afroamerikaner. Er warnte davor, dass mit dem Schauspieler ein Präzendenzfall gegen diese Gruppe geschaffen werden könne. Smollett hätte für das Vergehen, für das er verurteilt worden sei, nicht ins Gefängnis geschickt werden dürfen. "Wer das anders sieht, sollte sich schämen. Es ist eine Schande." Auf Smolletts Instagram-Profil dankte er den Unterstützer*innen seines Klienten und erklärte, man habe zwar eine Schlacht gewonnen, aber es liege noch ein "langer Kampf" vor dem Anwaltsteam und Smollett. (dpa/cw)