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RTL-Zwei-Datingshow

Trans Frau bei "Love Island": "Es ist ermüdend, mich immer wieder aufs Neue zu outen"

In der siebten Staffel turtelt mit Jessica erstmals einer trans Frau in der Dating-Realityshow mit. In Folge eins outet sie sich vor der den anderen Mädels, aber nicht vor einem Mann, der nicht gut auf trans Frauen zu sprechen ist.


Adriano und Jess turteln vor RTL-Zwei-Kameras (Bild: RTL Zwei)

"Ich bin als Junge auf die Welt gekommen." Mit diesen Worten outet sich Jessica ("Jess") zu Beginn der siebten Staffel der Reality-Show "Love Island – Heiße Flirts & wahre Liebe" vor dem RTL-Zwei-Publikum. Die 22-Jährige aus der Nähe von Trier ist die erste trans Kandidatin der Sendung, die dieses Jahr auf Teneriffa gedreht wird. Insgesamt treten sieben Kandidatinnen und sieben Kandidaten an, um die wahre Liebe zu finden oder zumindest das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro.

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"Als Siebenjähriger habe ich mich in der Zukunft immer gesehen als heiße Blondine mit großen Brüsten", so erinnert sich Jess in der Show. "Als ich zwölf war, hatten wir das Thema in der Schule – Sexualkunde und Transsexualität – und ich habe mich direkt angesprochen gefühlt und zu meiner Mama gesagt: Ich will ein Mädchen sein!" Sie stellt außerdem klar: "Ich bin zu 100 Prozent eine Frau und ich bin ready für 'Love Island'."

"Sie öffnet die Türen für andere"

Als erstes outet sie sich bei einem Gespräch über Silikon-Brüste vor den anderen Frauen: "Mit Zwölf war mein Outing", erzählt sie stolz. Und: "Sobald ich meinen Mund aufmache, ist das kein großes Geheimnis." Die Mitkandidatinnen zeigen sich beeindruckt und stellen sich hinter Jess: "Sie öffnet die Türen für andere – vielleicht ist sie sogar die Vorreiterin", erklärt etwa Lara.

Als das Frauen-Septett die sieben männlichen Kandidaten zu Gesicht bekommt, sucht sich Jess gleich Lockenkopf Adriano aus. "Mein Favorit", erklärt die Kandidatin, die als Beuteschema "Südländer" angegeben hatte. Auch Adriano ist angetan: "Du bist schon so ein Herzmensch, gell?", so der 27-Jährige, als er ihr die Hand liest.

"Komische Sachen"

Doch dann kommen die beiden im Swimmingpool auf Dating-Apps zu sprechen – und Adriano sagt: "Da passieren so komische Sachen. Ich hatte mal ein Match, aber das war dann ein Mann." Jess fragt: "Was? Die hat dich verarscht?" Adriano: "Sie war einfach nur transgender!" Daraufhin schweigt Jess nachdenklich. Ihre eigene Geschichte teilt sie nach dieser Aussagen bei diesem ersten Beschnuppern nicht.

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Nach dem ernüchternden Techtelmechtel spricht Jess mit Leonie darüber, ob sie ihre Transsexualität bereits beim ersten Date verraten sollte. Sie rät, darüber erst beim zweiten Zusammentreffen zu sprechen. "Wer geht mit sehr intimen Geständissen in einen Date rein?", so Leonie.

Daraufhin erklärt Jess: "Es ist ermüdend, mich immer wieder aufs Neue zu outen. […] Aber es gehört halt einfach zu mir dazu. Ich muss es, ob ich will oder nicht."

Die von Sylvie Meis moderierte Show "Love Island" läuft bis 11. April bei RTL Zwei – eine neue Folge wird täglich außer Samstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt. Die Sendung ist auch im Streamingportal RTL+ erhältlich. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Nach ihrem Rauswurf bei "Love Island": Wurde Jess von RTL Zwei vorgeführt?
    Ergebnis der Umfrage vom 28.03.2022 bis 04.04.2022


#1 HexeAnonym
  • 22.03.2022, 14:01h
  • Wie kann man sich nur so einem queerphoben Typen anbiedern?
    Jede Transfrau die noch halbwegs was auf sich hält sollte so einem den Laufpass geben. Aus Prinzip und weil wir es wert sind.
    Wir sind nicht irgendwelche minderwertigen Frauen, wir sind seltene Pokemon, so etwas wie uns muss man erstmal finden und ich weiß ganz genau das es da hunderte Typen gibt die sich die Finger nach uns lecken.
    Aber wenn sie ihr Leben in Feigheit oder ihr trauriges Bild von Cislichkeit hinter kruden Ideologien verstecken müssen, fällt mir nix ein was unsexier ist.
    Lieber Single sein als das sexistische Patriarchat unterstützen.
    Und überhaupt: Wie unattraktiv kann ein Mann eigentlich sein der ein derartiges Weltbild verkörpert? Da ziehts mir die Fussnägel hoch.
    Superstraight, hmm?

    Armes Mädchen, ich hoffe sie findet irgendwann das Selbstbewusstsein zu 100% zu sich zu stehen.

    Aber da müssen wohl alle Frauen durch, egal ob cis oder trans.
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#2 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 22.03.2022, 14:53h
  • Antwort auf #1 von Hexe
  • Findest du die Situation nicht recht konstruiert?

    Erste transgeschlechtliche Frau in diesem Format erklärt passgenau den Mann zu ihrem Favoriten, der angeblich vorher schon auf eine transgeschlechtliche Frau "reingefallen" ist und transfeindlich ist.
    Praktischerweise hat sie sich vorher bei anderen schon als transgeschlechtlich geoutet, so dass sie dann unter dramatischen Umständen gegenüber ihrem Traummann geoutet werden kann.
    Sorry, aber bei so einem Sender gehe ich davon aus, dass es sich um eine Inszenierung handelt.
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#3 HexeAnonym
  • 22.03.2022, 15:51h
  • Antwort auf #2 von PhoebeEulenbaer
  • Du hast vollkommen Recht! Das ist feinstes skripted reality!
    Nichts desto trotz leben wir im postfaktischen Zeitalter und so vorhersehbar das Drehbuch ist, so vorhersehbar sind die Reaktionen drauf.
    Die Frage ist also auch: Wieso gibt man sich für sowas her? Narzissmus oder ein Schrei nach Liebe?
    So oder so, egal ob man sich für nen Transphobiker oder RTL her gibt, man verkauft sich an den Teufel.

    Und das ist schade.
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#4 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 22.03.2022, 20:54h
  • Antwort auf #3 von Hexe
  • Natürlich ist es schade und die Frage nach den Gründen ist müßig.
    Vielleicht ist es das, was im Text auch erwähnt wird, dass sie glaubt eine Vorreiterin zu sein. Das mag sogar möglich sein, aber Drama und Skandal mehr Quote bringen als positive Bilder, glaube ich nicht daran.
    Genauso wäre es auch möglich, dass sie aus einem sehr beschütztem Umfeld kommt, dass sie sehr unterstützt hat.
    Dann fehlt vielleicht ein bisschen die Fähigkeit zur Reflexion und der Blick für Probleme und negative Konsequenzen.

    Na ja, was auch immer es ist, es bleibt schade.
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#5 JulianFixAnonym
  • 23.03.2022, 10:07h
  • Antwort auf #2 von PhoebeEulenbaer
  • Wenigstens einer,der es durchschaut hat. Wie kann man ernsthaft denken,das sei nicht inszeniert.

    Die Frau sagte den anderen Frauen direkt zu Beginn"Man hört es ja eh,wenn ich den Mund aufmache".Als ob die Männer da taub wären.

    Die Story geht so weiter:Sie outet sich. Er ist verletzt und fühlt sich betrogen. Er zieht sich zunächst zurück. Sie ist verzweifelt. Seine Gefühle siegen aber am Ende. Happy End.
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#6 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 23.03.2022, 11:28h
  • Antwort auf #5 von JulianFix
  • Eine... wieso weiß niemand, dass Phoebe ein weiblicher Vorname ist?

    Nun gut, da mir gerade ein Artikel der Klatschpresse in die Timeline gespült wurde:
    In der letzten Folge ging es um Geheimnisse lüften. Uhhh, wie völlig überraschend und unerwartet.
    Die Story ging so, sie ist verzweifelt, sie zieht sich zurück, sie outet sich, er zieht sich zurück, Ende der Geschichte.
    Oder auch nicht, wer weiß.

    Mehr als ein Schulterzucken habe ich dafür eh nicht übrig. Auch weil es einfach schade und traurig ist, dass sich junge Frauen in solchen Formaten immer wieder so vorführen lassen.
    Ich erinnere mich daran als ich fremd geoutet wurde, eine Bekannte sagte dann zu mir "Was wollen die? Dich wie ein Zirkuspferd vorführen? Sollst du auch tanzen um das Publikum zu unterhalten? Dafür bist du dir doch zu schade!"
    Nee, ich bin kein Zirkuspferd, aber wer bei so einem Zirkus mit macht, sendet ein klares Signal. Und das ist leider traurig.
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