Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41501

"Wir brauchen einen kritischen Dialog"

Queerbeauftragter sieht Dilemma bei Gas aus Katar

Sven Lehmann betont, dass Europa unabhängiger von russischem Gas werden müsse. Allerdings sei auch die Menschenrechtslage beim neuen Lieferanten Katar problematisch.


Sven Lehmann ist seit Januar Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt (Bild: Hermann J. Mueller)

Die Energiegespräche mit dem Emirat Katar zur Belieferung mit Flüssigerdgas stellen die Bundesregierung nach Ansicht ihres Queerbeauftragten Sven Lehmann vor ein Dilemma. Es sei richtig und notwendig, dass sich Deutschland und Europa unabhängig von russischem Gas machten. Die Energiepartnerschaft mit Katar sei ein Baustein, sagte der Grünenpolitiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Menschenrechtlich stehen wir dabei vor einem Dilemma. Denn die Lage gerade für Minderheiten in Katar ist mehr als problematisch."

Auf Homosexualität steht in Katar eine bis zu siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. "Die neue Partnerschaft darf nicht dazu führen, dass die Lage für Menschenrechte verschwiegen wird. Auch wirtschaftliche Beziehungen brauchen einen kritischen Dialog", sagte Lehmann. Er sei froh, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) das bei seiner Reise deutlich gemacht habe. Lehmann ist Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt (Queerbeauftragter) und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium von Ministerin Anne Siegel.

Habeck hatte am Sonntag in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation in Katar versucht, Geschäfte deutscher Firmen zur Versorgung Deutschlands mit Flüssigerdgas (LNG) anzubahnen, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern. Anschließend führte er in den Vereinigten Arabischen Emiraten Gespräche über eine Zusammenarbeit im Wasserstoff-Bereich.

Scharfe Kritik von Die Linke.queer

An Habecks Gesprächen mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es scharfe Kritik. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer forderte etwa am Wochenende "Kein Blut für Gas!" und erklärte: "Beide Staaten zeichnen sich durch eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aus, die die Intensivierung geschäftlicher Beziehungen ausschließen sollte" (queer.de berichtete).

Twitter / PARTEI_Hannover

Bereits am Sonntag reagierte Lehmann in sozialen Netzwerken auf Kritik von Links: "Die Verve, mit der jetzt einige Linke (zu Recht!) vor Menschenrechtsverletzungen in Katar warnen, hätte man sich in den letzten Jahren auch mal in Bezug auf Russland gewünscht. Dann würde es auch glaubwürdiger wirken", so der Kölner Politiker auf Twitter. (dpa/dk)

Twitter / svenlehmann

Wöchentliche Umfrage

» Ist es okay, jetzt Gas aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu kaufen?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.03.2022 bis 28.03.2022


#1 TyranusAnonym
  • 22.03.2022, 13:36h
  • "Die Verve, mit der jetzt einige Linke (zu Recht!) vor Menschenrechtsverletzungen in Katar warnen, hätte man sich in den letzten Jahren auch mal in Bezug auf Russland gewünscht. Dann würde es auch glaubwürdiger wirken"

    Recht haben Sie, Herr Lehmann!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Grete WurmAnonym
#3 AndersAnonym
  • 23.03.2022, 16:55h
  • "Die Verve, mit der jetzt einige Linke (zu Recht!) vor Menschenrechtsverletzungen in Katar warnen, hätte man sich in den letzten Jahren auch mal in Bezug auf Russland gewünscht. Dann würde es auch glaubwürdiger wirken"

    Naja. Bisschen whataboutism. Macht die Kritik der Linke.queer ja nicht weniger relevant.
    Natürlich hätten sie viel früher gegen Russland argumentieren sollen. Sie haben es halt nicht getan, war und ist ein grober Fehler. Aber sollten sie deswegen jetzt gar nichts sagen? Wäre dann ja auch wieder falsch, ne?
    Sie gleich als weniger glaubwürdig abstempeln, liegt mir etwas quer im Magen (no pun inteded)

    Aber so sind sie, die Politiker. Ich bin trotz allem froh, dass wir ihn haben (es sollte viel mehr Queerbeauftragte geben, kommt hoffentlich noch!) und endlich jemand für uns die Stimme erhebt. Anstatt dass wir ständig an den Rand gedrückt werden.
  • Antworten » | Direktlink »