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Ausnahmegenehmigung

An Berliner Behörden darf die Trans-Flagge wehen

Zum Internationalen Tag der Transsichtbarkeit am 31. März dürfen die Senats- und Bezirksverwaltungen in Berlin ganz legal die blau-pink-weiße Trans-Flagge hissen, entschied Innensenatorin Iris Spranger (SPD).


Symbolbild: Trans-Flagge auf dem Dach einer Behörde in London (Bild: Foreign, Commonwealth & Development Office / flickr)

Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat zum Internationalen Tag der Transsichtbarkeit am 31. März die Beflaggung mit der Trans-Flagge genehmigt. Mit dieser Ausnahmegenehmigung könnten etwa die Senatsverwaltungen die Flagge mit den Farben Blau, Pink und Weiß hissen, teilte die Senatsinnenverwaltung am Mittwochabend in einer Presseerklärung mit.

"Unsere Regenbogenhauptstadt Berlin ist für trans* Menschen ein Ort, an dem sie selbstbestimmt, sichtbar und frei leben können sollen. Doch Sichtbarkeit bedeutet leider oft auch Diskriminierung und Gewalt", erklärte Spranger. "Als Innensenatorin ist mir die Sicherheit und der Schutz der trans* Community ein großes Anliegen. Das Thema Hasskriminalität gegen Schwule und Lesben, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche Menschen haben wir letztes Jahr bereits auf die Agenda der Innenministerkonferenz gesetzt, die sich nun mit der Sicherheit der queeren Community befassen wird."

Am Vortag des Internationalen Transgender Day of Visibility lädt die Senatorin am 30. März 2022 um 14 Uhr zum gemeinsamen Hissen der Flagge mit Vertreter*innen der trans Community vor der Innenverwaltung in der Klosterstraße ein.

In vergangenen Jahren hatte bereits der frühere Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) die Trans-Flagge und andere queere Fahnen vor seiner Behörde gehisst (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 FähnchenAnonym
  • 24.03.2022, 08:19h
  • Na davon hab' ich ja viel als trans Frau. Hurra Hurra.

    Da wird uns jetzt ein 'Selbstbestimmungsgesetz' versprochen, das alles für uns noch schlimmer machen kann als es ist. Immerhin haben ein paar Leute bemerkt, daß da seitens der Regierung keine Rede von körperlich-medizinischer Selbstbestimmung ist, darum von einer Ausweitung von Gatekeeping und psychomedizinischer Gewalt im Medizinsektor auszugehen ist und wir auf diese Weise weiter psychopathologisiert werden.

    Die Versprechungen heizen allerdings den trans Haß an bis zur kollektiven Tollwut, der seit etwa 2019 von Presse und Medien gern und genüßlich kolportiert wird, von FAZ und NZZ über die 'Zeit' bis zur Jungle World. Und in 'der community' haben die global vernetzten trans Hasser Hochkonjunktur - sehr gute Artikel zum Lesbischen Frühlingstreffen 2021 hier auf queer de.

    Der Haß konzentriert sich auf trans Frauen, in einer Intensität, die ich noch nie so erlebt habe, und er steigert sich immer weiter. Noch nie war die Bedrohungssituation so extrem wie jetzt.

    Und darum sehe ich mich von solchen Fähnchen-Aktionen zynisch verhöhnt. An solchen Tagen, ob das nun der große TERF-Aufmarsch am 8. März ist, oder der TDoV, verlasse ich meine Wohnung nicht und bin noch froher als sonst, eine zu haben.

    Denn wer produziert sich am TDoV? Leute, die das Fähnchenschwenken nichts kostet, paternalistische Pseudo-'Allies', auf die wir uns noch nie verlassen konnten, die mit ihren Posen Sozialkapital scheffeln und sich als 'gute Menschen' inszenieren. Aushalten und überleben müssen wir Haß und Gewalt nämlich allein. Selbst wenn es nicht noch obendrein gefährlich wäre, würde ich nicht am TDoV in die Berliner City fahren. Glanzvoller Auftritt von Sprechern der psychomedikalisierenden trans Verbände, die uns noch mehr gatekeeping bescheren als derzeit. Und dieses zu 'Begleitung' und 'Hilfe' ummünzen, weil sie davon profitieren. Szene-Eliten, deren Transmisogynie und Sozialdarwinismus schlimmer ist als das volle Programm der Gesamtgesellschaft. Nicht nur für mich bedeutet FLINTA: nichts wie weg! Nicht nur für mich bedeutet 'lesbisch': TERFs. Nicht nur für mich bedeutet 'Feminismus', daß ich mich umsehe, aus welcher Richtung die Dampfwalze anrollt.

    Danke für nichts.
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#2 KaiJAnonym
  • 24.03.2022, 08:59h
  • Antwort auf #1 von Fähnchen
  • Hab' gerade dazu zum gestrigen Forum zu Lehmann, der, in der heutigen Presseschau zu lesen, gesetzliche Vorgaben zu medizinischen Leitlinien überhaupt nicht machen will, meine Kritik geschrieben.
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#3 FähnchenAnonym
  • 24.03.2022, 09:21h
  • Antwort auf #2 von KaiJ
  • Ausgezeichnet, weiter so!

    Das hat sich ja von vornherein abgezeichnet, die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung hat 2018 die Ausweitung und Intensivierumg von Gatekeeping und psychomedizinischer Gewalt im Medizin- und Gesundheitssektor offen vorbereitet, explizit für den Fall, daß das TSG abgeschafft wird. Da haben die trans Verbände mitgearbeitet.

    Und dann, als weder Koalitionspapier noch Koalitionsvertrag körperlich-medizinische Selbstbestimmung ausgeklammert haben, war klar, was da vorbereitet wird.
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#4 CatoTheCactus
  • 24.03.2022, 13:58h
  • Antwort auf #3 von Fähnchen
  • "Das hat sich ja von vornherein abgezeichnet, die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung hat 2018 die Ausweitung und Intensivierumg von Gatekeeping und psychomedizinischer Gewalt im Medizin- und Gesundheitssektor offen vorbereitet, explizit für den Fall, daß das TSG abgeschafft wird."

    Kannst du mir das erklären? Was wird sich am Zugang zu medizinischen Behandlungen deiner Auffassung nach ändern, sollte das TSG tatsächlich abgeschafft werden?
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#5 FähnchenAnonym
  • 24.03.2022, 14:44h
  • Antwort auf #4 von CatoTheCactus
  • Ich kann's versuchen.

    Also:

    Die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung ist quasi ein Über-Verband für zB zahlreiche Psychiater-Verbände. Gegründet wurde sie von einem Rassehygieniker namens Bürger-Prinz. Führende Leute aus dem Umfeld der DGFS haben das Transsexuellengesetz in den Ausschüssen mitgestaltet und permanent Einfluß auf die Gesetzgebung ausgeübt.

    So um 2018 wurde klar, wie das ICD-11 in puncto trans Personen aussehen würde: eine schwere Niederlage für die deutsche Sexualwissenschaft und Psychomedizin. Also verabschiedete man in großer Versammlung unter Mitarbeit der trans Verbände unter Federführung eines forensischen Psychiaters ...

    (Die deutsche forensische Psychiatrie ist für zwei Menschengruppen zuständig: Gewalt-Schwerverbrecher und trans Personen)

    ...die so genannten S3-Behandlungsleitlinien. Explizit für den Fall, daß das TSG abgeschafft wird.

    Diese sehen folgendes vor: jeder trans Person wird eine 'Fachkraft' zugeteilt, die über jede einzelne somatische Maßnahme für diese trans Person allein und nach Gutdünken entscheidet. Das heißt dort 'informierte Zustimmung'. Die trans Person darf betteln, muß aber fortwährend beteuern, der 'Fachkraft' zu vertrauen (für Profis: double bind). Die 'Gespräche' bestehen darin, daß die trans Person sich vor der 'Fachkraft' komplett ausziehen muß - was, gewissen Erfahrungen mit den TSG-Prozeduren zufolge, durchaus wortwörtlich zu verstehen sein kann. Kindheit, Sexualität, wie gehabt. Die 'Fachkraft' diagnostiziert 'psychische Störungen', und die trans Person muß in die 'Behandlung' einwilligen, da ja die somatischen Maßnahmen davon abhängen. Welche die 'Fachkraft' aber nie genehmigen muß. Da trans Person und 'Fachkraft' immer allein sind, sind Beschwerden zB über Übergriffe de facto nicht möglich, da niemand der trans Person glauben wird (das war während der ganzen Laufzeit des TSG so).

    Für Profis (Leute aus helfenden Berufen) ist offensichtlich, daß dies bestens dazu geeignet ist, die trans Person in Krisen zu treiben. Woraufhin dann 'psychische Störungen' diagnostziert werden. Die der Gatekeeper-Logik zufolge zuerst 'behandelt' werden müssen, bevor an somatische Maßnahmen zu denken wäre. Zumal sich ja 'herausstellen' kann, daß die trans Person gar nicht 'wirklich trans' ist, das nennen 'Fachleute' aus dem Umfeld der DGFS 'Versöhnung mit dem Geburtsgeschlecht'.

    Die Sprache der S3-Leitlinien strotzt vor 'Vertrauen', 'Respekt', 'Achtsamkeit' und so weiter, das tatsächliche Verhältnis zwischen 'Fachkraft' und trans Person ist Allmacht gegenüber totaler Ohnmacht.

    Derzeit üblich sind Sonder-Gutachten für die Krankenkassen plus Zwangstherapien, was aber dennoch meistens der trans Person nicht die benötigte somatische Maßnahme eröffnet, es wird trotzdem abgelehnt. Man sieht also, wie die S3-Leitlinien tatsächlich eine Optimierung darstellen.
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#6 TanjaAnonym
  • 24.03.2022, 16:45h
  • Antwort auf #5 von Fähnchen
  • Die neuen MDK Leilinien und die S3 Leitlinie wurden auch so verkompliziert, dass es nicht spezialisierten Psychiatern und Psychotherapet:Innen erschwert wird die nötigen somatischen Behandlungen einzuleiten.
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#7 muschebubuAnonym
  • 24.03.2022, 19:10h
  • Wird keine Flagge gehisst, kommt ein Vorwurf, wird sie gehisst halt auch. Mag es auch ein Symbol sein, ist es doch ein richtiges.

    Und nur mal so, Berlin ist Bundeshauptstadt, richtig. Berlin ist aber nicht der Bundesgesetzgeber und Herr Lehmann ist auch nicht Landesbeschäftigter. Wenn schon meckern, dann doch bitte an den richtigen Adressaten.
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#8 TanjaAnonym
  • 24.03.2022, 21:18h
  • Antwort auf #7 von muschebubu
  • Ich glaub, dass die Flagge gehisst wird finden alle Trans*Menschen gut. Nur Fähnchen hat schon rect damit, dass es uns bei diskriminierung im täglichen Leben und was das Prozedere der Transition angeht nicht wirklich weiterhilft. Ist halt ein generelles Problem der deutschen Politik, zu viel Symbolpolitik, zu wenig Taten.
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#9 Lucas3898Anonym
#10 Maik34Anonym