Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41519

"Love Island"

"Das möcht' ich nicht mit 'ner Transgender"

In der dritte Folge der RTL-Zwei-Realityshow "Love Island" gibt Adriano Jess einen Korb wegen ihrer Transidentität – nach zwei Tagen intensivem Turteln.


Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Aus Jess und Adriano wird nichts (Bild: RTL Zwei)

Bei der am Mittwochabend ausgestrahlten dritten Episode von "Love Island – Heiße Flirts & wahre Liebe" war für trans Kandidatin Jess der Tag der Wahrheit. Sie verrät ihrem Auserwählten Adriano, einem 27-jährigen Lagerlogistiker aus Schwieberdingen bei Stuttgart, von ihrer Transidentität.

Die beiden hatten die Tage zuvor bereits in der Show auf Teneriffa geflirtet, allerdings wahrte die Einzelhandelskauffrau immer ein wenig Distanz, bis sie ihrem Liebsten von ihrem Geheimnis erzählen würde. Schließlich ist es soweit: "Etwas hat mich mega belastet", erklärt sie ihrem Adriano in einem – mit Ausnahme der "Love Island"-Kameras – privaten Gespräch. "Es gibt einen Part von mir, der zu mir gehört und der schon immer zu mir gehört hat – und zwar bin ich halt trans. Also, ich wurde nicht direkt als Frau geboren." Es sei ihr wichtig gewesen, dies zu sagen, "bevor mehr kommt".

Adriano sitzt ihr mit offenem Mund gegenüber – und zeigt sich von der Enthüllung völlig überrascht. Schließlich sagt er: "Ich finde es richtig cool, dass du es so offen ansprichst. Aber ich bin schon überrumpelt, muss ich dir ehrlich sagen." Er sei ihr nicht böse. Sie habe schließlich keine Annäherungsversuche zugelassen. Schließlich bringt er auch ein "Find ich richtig stark von dir" heraus, sagt aber auch, er müsse das erst einmal verarbeiten. "Du bist 'ne richtig coole Frau", so Adriano. "Ich weiß nicht, ob das mit uns so weitergehen kann." Er beklagt noch, dass er jetzt mit niemanden darüber reden könne, ohne sie zu outen. Daraufhin erklärt Jess, dass er mit seinem Kumpel Mark ein Gespräch führen könne.

"Hast du's gemerkt?"

Mark zeigt sich später über die Enthüllung wenig überrascht, als Adriano ihn zur Seite nimmt: "Hast du's nicht gemerkt?" Adriano: "Hast du's gemerkt?" Mark: "Ja, klar! Das weiß jeder, oder?"

Später erklärt Mark: "Wenn das für dich nicht in Frage kommt, dann ist es in Ordnung." Aber er habe stets gedacht, dass Adriano Jess' Geheimnis kenne. Der RTL-Zwei-Kommentar aus dem Off sagt dazu: "Unser Albert Einstein der Liebe. Wirklich schade für Jess."

Adriano, der tatsächlich auch auf penetrantes Fragen niemanden außer Mark etwas über Jess' Transgeschlechtlichkeit verrät, entscheidet sich gegen Jess: "Das ist nicht meins, das möcht' ich nicht mit 'ner Transgender – auch wegen Kindern. Ich steh einfach nicht drauf", so der Italo-Schwabe. "Das könnt' ich nicht, auch wenn ich so in die Zukunft denke."

"Das ist ja für mich nicht das erste Mal"

Jess sagt er daraufhin: "Du bist schon cool drauf, aber das kann nichts werden." Er hoffe, "dass sie jemanden kennenlernt, der offener ist". Die abgewiesene Triererin zeigt sich wenig überrascht: "Ich wusste das. Das ist ja für mich nicht das erste Mal." Sie sei nicht schockiert. "Deswegen ist alles gut."

Bereits in Folge zwei hatte Jess über ihre Angst berichtet, dass ein Coming-out mal wieder das Ende einer aufkeimenden Beziehung bedeuten könne (queer.de berichtete). "Wenn ich aufgrund dessen wieder mal abgewiesen werde, ist das halt hart", sagte sie. Das sei jedes Mal "ein Schlag in die Fresse".

Die siebte Staffel der vom 43-jährigen Model Sylvie Meis moderierten Show "Love Island – Heiße Flirts & wahre Liebe" läuft bis 11. April bei RTL Zwei – eine neue Folge wird täglich außer Samstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt. Die Sendung ist auch im Streamingportal RTL+ erhältlich. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Nach ihrem Rauswurf bei "Love Island": Wurde Jess von RTL Zwei vorgeführt?
    Ergebnis der Umfrage vom 28.03.2022 bis 04.04.2022


#1 TuckDavisProfil
  • 24.03.2022, 11:39hBad Kreuznach
  • Wer hätte das gedacht? ...die Kommentarsektion braucht dringend dieses erstaunte Katzenemojie.

    Was sollen wir also aus diesem Plot und Format mitnehmen?

    Er ist transphob, sie ist an Transphobie gewohnt, also ist ja alles gut?

    Kinderwunsch bissl eingestreut um die Wahrheit abzuschleifen.

    Zumindest sind nun beide Promis, waren ja im Fernsehen, also ist vielleicht doch alles gut. Ich nehme an ich bin zu zynisch ^^
  • Antworten » | Direktlink »
#2 DestroyaAnonym
  • 24.03.2022, 12:05h
  • Antwort auf #1 von TuckDavis
  • Ich finde Kinderwunsch ist durchaus ein Argument. Denn man muss bedenken, dass mann dann nur mit externen Leuten/Partnern Kinder haben kann.

    Letztendlich will nicht jeder in so einem Familienverhältnis (Co-Parenting) leben, damit meine ich das es dann mindestens 3 oder auch 4 Personen oder mehr sind, die Teil der biologischen Familie sind.

    Nicht jeder Mensch möchte in solch einer Konstellation leben.

    Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, bleibt diese Option eben nur für die Reichen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Alexander_FAnonym
  • 24.03.2022, 12:15h
  • Ach ja, die Sache mit den "Kindern". Die kennt man ja schon als Vorwand dafür, dass man von den Eltern rausgeworfen und enterbt wird. Weil sie sich ja so auf Enkelkinder gefreut haben und nun keine bekommen!
    Komisch nur, dass das niemals Cis-Heten passiert, bei denen Unfruchtbarkeit diagnostiziert wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TanjaAnonym
#5 BlakeAnonym
  • 24.03.2022, 12:39h
  • So ein schmu.
    Alle diese Sendungen sind zwar ohnehin von Anfang bis Ende gescripted, aber die mediale Aufmerksamkeit die das "Tabuthema trans" damit generiert ist ein gewaltiger Rückschlag.
    "Ich steh da halt nicht drauf" super-straight much? Wenn du mit Frauen nicht umgehen kannst, sag das doch einfach du Lauch.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AyidaProfil
  • 24.03.2022, 12:48hHessen
  • Antwort auf #3 von Alexander_F
  • Man muss fairerweise anmerken, dass es etliche Fälle gibt, wo Cis Heteros sich von ihren unfruchtbaren Partner*innen trennen oder eine unfruchtbare Person als Partner*in ausschließen. Ich mache das gleiche in umgekehrt, ich möchte keine Kinder und daher kommen für mich auch nur Frauen infrage, die ebenfalls keine Kinder möchten. Ob Adriano jetzt wirklich so dringend biologische Kinder mit seiner Partnerin möchte oder ein Problem mit trans Frauen hat wissen wir nicht. Ich glaube Jess wird ihr Glück in der Liebe finden.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FähnchenAnonym
  • 24.03.2022, 12:48h
  • Antwort auf #4 von Tanja
  • Oh glaub mir, als trans Frau lesbisch sein auch. Lesbische Räume und Veranstaltungen nicht zu besuchen und gegenüber anderen lesbischen Frauen äußerst mißtrauisch zu sein ist die einzige Möglichkeit, die ich gefunden habe. TERF TERF TERF. Ich empfehle die sehr guten Artikel zum Lesbischen Frühlingstreffen 2021 (LFT) hier auf queer de.

    Und nein, in der queer( feministische)n Szene ist es nicht besser. Da ist es schlimmer.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 ElfolfProfil
  • 24.03.2022, 12:52hHamburg
  • Ich muss gestehen, ich habe auch Vorurteile. Zum Beispiel gegen Lagerlogistiker. Die sind leicht intellektuell herausgefordert und können nur selten dem Partner finanzielle Sicherheit bieten.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TanjaAnonym
  • 24.03.2022, 12:54h
  • Antwort auf #7 von Fähnchen
  • Ja Cis Lesben betrachte ich eher skeptisch, aber als Lesbe könnte ich wenigstens andere trans Frauen daten. Wobei ich hoffe ja noch den einen nicht schwulen trans Mann zu finden der single ist und nicht am anderen Ende der Welt wohnt :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Alexander_FAnonym
  • 24.03.2022, 13:01h
  • Antwort auf #6 von Ayida
  • Ich will es nicht in Frage stellen, dass viele Beziehungen an einem nicht erfüllbaren Kinderwunsch scheitern. Das ist real. Aber dennoch sind die Reaktionen darauf nie so heftig wie auf Transmenschen.
    Und im Licht der anderen Aussagen von Adriano ist das Argument mit dem Kinderwunsch eher als Vorwand zu sehen.

    Und wie ich schon sagte, auch wenn Trennungen wegen Kinderlosigkeit eine Realität sind und auch eine gewisse Trauer vonseiten der Großeltern in spe, habe ich noch niemals etwas davon gehört, dass Eltern ihre Cis-Het-Kinder wegen Unfruchtbarkeit enterben, von daheim rausschmeißen oder gar umbringen. Korrigier mich, wenn ich falsch liege.
  • Antworten » | Direktlink »