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Romandebüt

Ein lesbischer Urlaubsflirt an der Adria – kann das gut gehen?

Im vielschichtigen Debütroman "Ein Eis mit Jo" von "Tagesspiegel"-Redakteurin Nadine Lange lernen sich eine Berliner Tätowiererin und eine Hamburger Grafikdesignerin beim Urlaub in Kroatien kennen und lieben.


Langes Roman beginnt in der kroatischen Hafenstadt Rovinj (Bild: cedlambert / pixabay)

"Ein Eis mit Jo" (Amazon-Affiliate-Link ) behandelt zum Teil tiefgründig, zum Teil mit einer angenehmen Brise Alltagshumor eine Urlaubsbegegnung von zwei Frauen, die sich zu mehr entwickelt. Dabei bildet der Roman aber nur vordergründig einen "klassischen Liebesroman" ab, im Hintergrund kommt viel mehr an die Oberfläche.

Es geht um Heimat, Zugehörigkeit und Flucht, um Aufbruch und Ankunft. Es geht um das Kribbeln im Bauch, Begehren, Homoerotik, Sex und Liebe. Es geht darum; sich selbst zu akzeptieren und dazu auch vor anderen zu stehen. Kurz: Es geht um viel mehr als nur Meer.

Heiße Urlaubsaffäre oder doch Liebe?


"Ein Eis mit Jo" ist im März 2022 im Berliner Querverlag erschienen

Als Anja und Jovanna sich in Kroatien treffen, machen beide Urlaub, jedenfalls mehr oder minder. Die taffe Jovanna, die sich lieber Jo nennen lässt, hilft ihren Verwandten bei den sommerlichen Bootstouren für Tourist*innen. Anja macht, zusammen mit ihren beiden Kindern Paulina und Tim, zum ersten Mal nach ihrer Scheidung von ihrem Mann wieder Urlaub. So treffen Jo, serbokroatische Berlinerin, und die alleinerziehende Hamburgerin zufällig aufeinander und starten eine Achterbahn der Gefühle.

Die ungleichen Frauen freunden sich an. Paulina und Tim finden Gefallen an ihrer Zeit allein mit Anja – und mit Jo. Doch recht schnell entwickelt sich aus der offen lesbisch lebenden Tätowiererin und der bisexuellen Mutter mehr: verstohlene Blicke, flüchtige Berührungen, versteckte Küsse.

Bei beiden setzt Herzrasen ein, und die Lesenden sind quasi live mit dabei, denn die Autorin, Nadine Lange, erzählt abwechselnd von den Gedanken und Gefühlen beider. So erhalten wir Einblicke in zwei Persönlichkeiten, zwei Gefühlswelten und zwei Leben. Einfühlsam wird dabei nicht nur auf das sich anbahnende Gefühl der Verliebtheit eingegangen, sondern ebenfalls auf die Verletzlichkeit, die diese mit sich bringt.

Wenn da nicht die Kinder wären...


Nadine Lange ist Redakteurin beim Berliner "Tagesspiegel" und engagiert sich auch beim "Queerspiegel" (Bild: Kai Uwe Heinrich)

Und anfangs scheint auch alles gut zu laufen – vielleicht zu gut. Und weil Lange mitten aus dem Leben schreibt, werden die beiden Turteltauben auch bald vom Leben eingeholt. Ein Kuss bleibt von Paulina nicht unentdeckt, und es bahnt sich ein Drama an, das vielleicht auch nur daraus entstehen kann: aus Liebe, Angst und Unverständnis eines Kindes, das schon den Vater "verloren" hat.

Der Urlaub endet unspektakulär und abrupt. Jo und Anja gehen getrennte Wege, doch der Roman verfolgt beide weiter. Den Lesenden wird schnell wird klar, dass diese "Urlaubsaffäre" bleibenden Eindruck bei beiden Frauen hinterlassen hat. Ob das auch die Liebenden selbst herausfinden, sich aussprechen und vielleicht sogar wieder zueinander finden?

Alles andere als oberflächlich

"Ein Eis mit Jo" bietet ein weites Spektrum. Man kann den Debütroman der Berliner "Tagesspiegel"-Redakteurin sicher als lapidare Liebesgeschichte, als kleines Lebensdrama, als erotische Strandlektüre oder als leicht humoristische Lesbenstory lesen – nur eines ist das Buch ganz gewiss nicht: oberflächlich. Langes Buch geht unter die Haut. Lesenswert!

Infos zum Buch

Nadine Lange: Ein Eis mit Jo. Roman. 248 Seiten. Querverlag. Berlin 2022. Taschenbuch: 16 € (ISBN: 978-3-89656-311-8). E-Book: 9,99 €

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