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Transphobe Feministin

Queerbeauftragter kritisiert Alice Schwarzer

Alice Schwarzer und die "Emma" profilieren sich seit Monaten mit transfeindlichen Äußerungen. Der Queerbeauftragte der Bundesregierung, einst ein "Emma"-Fan, sieht das mit Sorge.


Sven Lehmann ist seit Januar Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt (Bild: Cornelis Gollhardt)

Sven Lehmann, der Queerbeauftragte der Bundesregierung, hat Alice Schwarzer für ihre transfeindlichen Aussagen kritisiert. "Alice Schwarzer kann von außen nicht beurteilen, was trans Menschen bewegt und sollte das auch nicht tun", erklärte der Grünenpolitiker aus Köln gegenüber der Deutschen Presseagentur. "Trans ist ganz sicher weder ein Hype noch eine Modeerscheinung." Niemand sei leichtfertig oder aus Spaß trans.

Anlass ist das am Mittwoch erscheinende Buch "Transsexualität – Was ist eine Frau? Was ist ein Mann?", das von Alice Schwarzer mitherausgegeben wird. Schwarzer und ihr Magazin "Emma" werben mit einer regelrechten Kampagne gegen trans Menschen für das Buch. Schwarzer übt etwa besonders Kritik am geplanten Selbstbestimmungsgesetz, das das in großen Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981 ablösen soll. Sie spricht im Vorfeld der Bucherscheinung von einer regelrechten "Trans-Mode" und von "zehntausenden junger Mädchen, die plötzlich ihr Geschlecht wechseln wollen". Die "Emma" macht außerdem Stimmung gegen die trans Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne), der ihre Identität als Frau abgesprochen wird (queer.de berichtete).


Feministin Alice Schwarzer profiliert sich derzeit als Trans-Kritikerin (Bild: Österreichische Nationalbibliothek / APA-Fotoservice / Schedl)

Laut Lehmann liege die Zahl der sichtbaren trans Menschen heute nur höher, weil die Gesellschaft offener geworden sei und es heute mehr Informationen, mehr Identifikationsmöglichkeiten und mehr Beratungsstellen gebe. "Und natürlich machen auch Vorbilder Mut, dazu gehören auch die ersten zwei offenen trans Frauen im Bundestag." Wenn es stimmen würde, dass viele junge Menschen die Entscheidung vorschnell träfen, dann müssten auch viele diesen Schritt im Nachhinein bereuen; dem sei aber nicht so: "Wir wissen aus Studien, dass von den Menschen, die ihren Personenstand wechseln, weniger als ein Prozent diese Entscheidung bereut."

"Ich bin einfach enttäuscht von ihr"

Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte Lehmann bereits letzte Woche erklärt, dass er eigentlich mal ein Fan von Deutschlands bekanntester Feministin war: "Als junger Mann hatte ich jahrelang die 'Emma' abonniert. Ich habe alle Bücher von Alice Schwarzer verschlungen", so Lehmann. "Aber in den letzten Jahren hat sie sich verrannt, ist von alten feministischen Überzeugungen abgerückt." Er habe den Feminismus immer so verstanden, dass es um Selbstbestimmung und um gleiche Rechte gehe. "Jetzt ist Alice Schwarzer dazu übergegangen zu sortieren, wer dazugehören darf und wer nicht. Damit benutzt sie letztlich Mechanismen des Patriarchats, gegen die sie sich immer aufgelehnt hat. Ich bin einfach enttäuscht von ihr", so Lehmann.

Am Wochenende berichtete die "Emma" von einem gegen das Magazin gerichteten Graffito am Kölner Redaktionssitz der Zeitschrift. Dort war zu lesen: "Emma TERFs ins Klo 2.0" und "Trans Resistance". TERF bedeutet Trans-Exclusionary Radical Feminism und ist eine Bezeichnung für Feminist*innen, die trans Frauen nicht als Frauen anerkennen wollen. Das feministische Magazin kommentierte auf Facebook: "Die SchmiererInnen verbreiten nicht nur Fake News, sie werden auch noch aggressiv."

Die Hauswand des historischen Kölner Bayenturms, in dem unter anderem die EMMA beheimatet ist, ist bedeckt mit dem...

Posted by EMMA on Friday, March 25, 2022
Facebook / EMMA
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Eine trans Frau erklärte daraufhin in der Kommentarspalte: "Man muss sich einfach nur diese FB-Seite von EMMA ansehen: Ein trans-kritischer Beitrag jagt den anderen und in den Kommentaren findet sich mitunter blanker Hass. Das ruft Emotionen und Reaktionen hervor." Menschen mit Transhintergrund seien nicht besser oder schlechter als alle anderen Menschen, schrieb sie weiter, "und selbstverständlich finden sich unter diesen auch einzelne, die zu Sachbeschädigungen bereit sind". Dies sei aber "ziemlich dumm, da es EMMA die Munition für den nächsten Anti-trans-Artikel gibt". (dk)



#1 MäuschenAnonym
  • 28.03.2022, 11:49h
  • Es wäre vielleicht gut, auf folgendes hinzuweisen:

    TERFs haben im Netz so genannte 'False Flag Accounts', die sie selbst betreiben, aber als Accounts von trans Aktivistinnen ausgeben. Damit hatten sie auch schon in Deutschland Erfolg, als nämlich eine sehr prominente deutsche cis Lesbe auf einen solchen False Flag Account zurückgriff, um den geballten trans Haß beim Lesbischen Frühlingstreffen 2021

    - ausgezeichnete Artikel hier auf queer de -

    ...dadurch zu relativieren, daß 'die trans Aktivisten' ja auch provoziert hätten.

    Da das ja das selbe Lager ist, ist es möglich, daß die im Artikel erwähnten graffiti auf ganz ähnliche Weise zustande gekommen sind.
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#2 KaiJAnonym
#3 MäuschenAnonym
  • 28.03.2022, 12:38h
  • Antwort auf #2 von KaiJ
  • Also gerade du, KaiJ, wirst dich erinnern, wie im vergangenen Jahr ein kolossales Faß aufgemacht wurde, als in Haltern am See ein paar Jugendliche beim SPD-Parteibüro ein Fenster eingeworfen und ein Graffiti gesprüht hatten:

    'Gewalt, Gewalt! Los, distanziert euch!'

    Wenn uns etwas zugeschrieben wird, ganz gleich wer das 'in Wirklichkeit' war, ist es immer gräßliche ausufernde Gewalt.

    Und nicht etwa das, was man uns antut.

    Was TERFs und andere rechte trans Hasser tun, ist 'Meinung', 'Bedenken', 'Debatte', und die Folgen für uns immer gerechtfertigt.

    Genau so wird es jetzt auch laufen, Schwarzer weiß das, besagte prominente cis Lesbe wußte das 2021 auch, darum hat sie es ja getan.

    Wir dürfen uns überhaupt nicht wehren, egal in welcher Form. Und da ich im thread über 'die Sendung mit der Maus' gerade von dem selben cis Mann persönlich angegriffeb worden bin, der unlängst eine kommentierende trans Frau psychooathologisiert hat, bin ich 'mal weg'.
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#4 KaiJAnonym
  • 28.03.2022, 13:25h
  • Antwort auf #3 von Mäuschen
  • Komm' doch bitte schnell wieder her! Die Graffitis wird keine Staatsanwaltschaft inhaltlich anfassen wollen. Sie würde sich damit lächerlich machen. Bleibt einzig die Sachbeschädigung, auf der Rechte immer rumgeritten haben, wenn sie inhaltlich nichts zu sagen hatten. Und 'ne Sachbeschädigung der Gewalt gegen trans Menschen entgegen zu setzen, da machen sich Emma etc. selbst weiter lächerlich. Die Graffitis sehe ich als eine Ausdrucksform aus dem linken politischen Spektrum. Das Schablonen-Graffiti soll wohl eine Unterschrift sein. Resistenz bzw. Widerstand ist das Vokabular gegen u.a. gesellschaftliche Verhältnisse. Und das trans Menschen sich in dem Sinn äußern, kann ich nachvollziehen. Und die homoreske Äusserung, dass der geistige Müll der TERFs ins Klo gehört, sollte gern' jedermenschens Zustimmung finden. Natürlich ist es von mir eine Anmassung, zu fordern, haltet diese politische Ausdrucksform aus. Aber es ist immer eine auch in anderen linkspolitischen Zusammenhängen gewesen. Sie lässt sich klar einsortieren und so denn auch damit umgehen. Wenn die Fähigkeit dazu nicht da ist, besteht die Gefahr einer Spaltung von trans Menschen, nämlich zu den linkspolitischen hin. Damit hätten die TERFs ein politisches Ziel erreicht. Wie geschrieben, diese Graffiti lassen sich linkspolitisch klar einordnen. Das bleibt allerdings auch wichtig, versuchen Rechte doch schon seit langem, linke Sprüche umzudeuten und zu missbrauchen.
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#5 vanniAnonym
  • 28.03.2022, 13:36h
  • Raus mit euch - und zeigt Präsenz!

    Nichts scheint die gute Alice und ihre TERF Genossinen und im übrigen alle anderen Transhasser* mehr zu fürchten als uns in der freien Wildbahn zu begegnen. Die Zeiten haben sich nun mal geändert und die Gesellschaft ist in großen Teilen bereit uns anzunehmen und zu akzeptieren. Für die ewig gestrigen Kritiker wird weder eine wiederholte Kampange oder der stetig erhobene Zeigefinger etwas bewirken. Allein unsere Existenz und die damit verbundene Realität uns im Leben stetig und häufiger zu begegnen schafft Veränderung, da es nicht einfach weggeleugnet oder unter den Tisch fallen gelassen werden kann. In meinem täglichen Leben begegnen mir z. Bsp. Familien und die Kleinen bemerken dass die Frau die ihnen da begegnet irgendwie anders zu sein scheint . Sie nehmen mich wahr und es wirft Fragen auf - und die Kids werden ihre Eltern fragen! Entweder unmittelbar oder etwas später wenn ich nicht mehr präsent bin. Also wird sich damit auseinandergesetzt. Und Eltern werden gefordert sein, etwas zu erklären. Diese haben dann die Wahl die Welt denunzierend, spaltend, übel, verurteilend und was weiss ich noch alles wie negativ zu erklären oder mit Verständnis, weltoffen und Liebe zur Gesellschaft ihren Kids das zu erklären.

    Also gebt die Verantwortung weiter - Zeigt euch- und schafft Fakten. Dann werden wir immer mehr und die Multiplikation schafft Diskussionsbedarf. Man kan uns nicht einfach wegsperren und aus der Öffentlichkeit entfernen. Das wird im Übrigen hoffentlich niemals so weit kommen und so lange wir in diesem Umfeld leben, hilft es, nur die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dann muss mit uns umgegangen werden in allen Bereichen des Lebens. Das schafft große Akzeptanz und wenn der Hass nicht auf fruchtbaren Boden fällt vergeht er. Denn wenn die Hater nicht gehört werden - wirds echt langweilig!
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#6 LeashProfil
  • 28.03.2022, 15:20hHamburg
  • Alice Schwarzer ist der Beweis das es nicht nur "alte weiße Männer" gibt, sondern auch "alte weiße Frauen".
    Vielleicht weniger im Sinne von Macht, aber sehr im Sinne von "versteht die Welt nicht mehr / irgendwie abgehängt".
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#7 KaiJAnonym
  • 28.03.2022, 15:23h
  • Antwort auf #5 von vanni
  • Schaff' es doch bitte, nicht von einem "Euch" zu reden, und das denn auch nicht noch in einem Aufforderungston, was alles größtmögliche Distanz schafft! Bleib' bei einem Lasst-uns in einer werbenden Aufforderung, damit alle auf ihre Art zusammen an einem Strang ziehen. Die Weisheit hat niemand für sich allein gepachtet.
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#8 HexeAnonym
#9 TuckDavisProfil
  • 28.03.2022, 20:52hBad Kreuznach
  • Es ist schön zu sehen wie aktiv Sven Lehmann seinen Job als Querbeauftragter macht.

    Ich war anfangs irgendwie skeptisch und hatte mir von diesem neugeschaffenen Posten nicht viel versprochen - zu oft wird in der Politik mehr mit Schein als Sein gearbeitet.
    Gerade wenn es um gut klingende Projekte/Abteilungen/Posten geht, die Medienwirksam geschaffen werden bin ich da häufig enttäuscht hinterher, wie wenig dabei tatsächlich 'rumkommt.
    Insofern schön dass ich mich hier geirrt habe.

    Zu Alice Schwarzer kann ich mich nur Leash anschließen, noch komprimierter geht es kaum :)
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#10 LothiAnonym