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Jahresbericht 2021/22

Amnesty über Katar: LGBTI "im täglichen Leben weiterhin diskriminiert"

Katar steht seit Jahren wegen der Menschenrechtslage in der Kritik. Trotz Reformen im Land des Gastgebers der Fußball-WM habe sich nicht genug geändert, schreibt Amnesty International im aktuellen Jahresbericht.


Wolkenkratzer in Katars Hauptstadt Doha (Bild: mike_swigunski / unsplash)
  • 29. März 2022, 05:10h 3 2 Min.

Amnesty International sieht weiterhin gravierende Mängel im WM-Gastgeberland Katar. Trotz staatlicher Reformen seien Arbeitsmigrant*­innen im Jahr 2021 "weiterhin von Ausbeutung betroffen" gewesen und hätten "Schwierigkeiten, ihren Arbeitsplatz frei zu wechseln" gehabt, heißt es im Jahresbericht 2021/22 der Menschenrechtsorganisation.

Vor der Endrunde der Fußball-WM in diesem Jahr (21. November bis 18. Dezember) "schränkten die Behörden das Recht auf Meinungsfreiheit noch stärker ein". Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und inter­geschlechtliche Menschen seien zudem "sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert" worden.

In Katar droht bei Homosexualität eine siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) forderte angesichts der Menschenrechtsverletzungen vergangenen Herbst einen WM-Boykott (queer.de berichtete).

Ausbeutung ausländischer Arbeiter*innen

Das Emirat steht seit Jahren in der Kritik. Berichte über Tausende tote Arbeiter*innen sorgen immer wieder für laute Kritik – insbesondere aus Europa. Die Regierung des Emirats verweist auf etliche Reformen zur Verbesserung der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter*innen. So baute Katar das Kafala-System ab. Dieses auch in anderen Ländern der Region verbreitete System bindet ausländische Arbeiter*innen fest an einen einheimischen Bürgen wie einen Arbeitgeber. Verstöße gegen die neuen Gesetze würden rigoros verfolgt.

"Trotz anderslautender Zusicherungen versäumte es die Regierung, Reformen einzuführen und durchzusetzen, was dazu führte, dass ausbeuterische Praktiken und die schlimmsten Elemente des Sponsorensystems (Kafala) fortbestanden", schreibt Amnesty über die vergangenen Monate. Die Behörden hätten es zudem unterlassen, "den Tod Tausender Arbeitsmigranten gründlich zu untersuchen, die in den vergangenen Jahren plötzlich und unerwartet gestorben waren, obwohl sie vor ihrer Einreise nach Katar die vorgeschriebenen medizinischen Tests bestanden hatten".

Diese "Unterlassung" bedeute, dass Katar "ein zentrales Element des Rechts auf Leben nicht schützte, denn es ließ sich nicht feststellen, ob der Tod der Männer im Zusammenhang mit ihren Arbeitsbedingungen stand". Außerdem bliebe den Hinterbliebenen dadurch die Möglichkeit verwehrt, von den Arbeitgebern oder den katarischen Behörden eine Entschädigung zu erhalten. (cw/dpa)

-w-

#1 gastAnonym
  • 29.03.2022, 11:53h
  • Einen Boykott der WM wird es definitiv nicht geben, auch dürfte Kritik gegenüber diesem Staat künftig eher in kurzen, unauffälligen Nebensätzen auftauchen (man muss halt was sagen).
    Die Wirkung dürfte die gleiche sein, wie bei China.
    Die Weltlage hat sich nun mal geändert ...
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#2 Ayida
  • 29.03.2022, 15:23hHessen
  • "Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen seien zudem "sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert" worden."

    Der Aufschrei müsste eigentlich viel größer sein, weil es ALLE betrifft, nicht nur LGBTQ. Die heterosexuellen Spieler haben doch auch Ehefrauen und Freundinnen, von den Fans ebenfalls.
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#3 dellbronx51069Anonym
  • 29.03.2022, 18:04h
  • Antwort auf #2 von Ayida
  • Das stimmt objektiv betrachtet , aber die ökonomischen Verhältnisse auf der Welt verschieben sich und damit schwindet der Einfluß des Westens.Diese Länder hegen nur Verachtung für westliche Werte.Das Zeitalter der Demokratie scheint sich dem Ende zuzuneigen.
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