Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41566

Neue Zahlen

Berliner Register melden Anstieg rassistischer und LGBTI-feindlicher Vorfälle

In der Bundeshauptstadt gab es letztes Jahr einen steilen Anstieg von gegen Minderheiten gerichteten Vorfällen. Insbesondere Propagandadelikte seien explodiert.


Die Berliner Register dokumentieren Vorfälle, die im Alltag in Berlin passieren. (Bild: Berliner Register)

Wegen der Corona-Pandemie und verbesserten Meldemöglichkeiten sind im vergangenen Jahr in Berlin deutlich mehr Taten mit extrem rechtem, rassistischem, antisemitischem, LGBTI-feindlichem, sozialchauvinistischem und behindertenfeindlichem Hintergrund gemessen worden. Insgesamt seien 4.841 Vorkommnisse (2021: 3.422) erfasst worden, teilte die Dokumentationsstelle Berliner Register zusammen mit vielen anderen Initiativen am Dienstag mit.

Vor allem die Zahlen der Propagandadelikte wie gemalte Nazi-Symbole, Holocaust-Vergleiche und Antisemitismus stiegen demnach, häufig im Zusammenhang mit Corona-Demonstrationen. Auch die Wahlkämpfe hätten dazu beigetragen.

Die Zahlen seien auch deswegen höher als 2020, weil es 2021 mehr Beratungsstellen, mehr Geld für Öffentlichkeitsarbeit, einfachere Meldewege über Apps und eine neue Internetseite gegeben habe, teilte die Dokumentationsstelle mit.

61 Prozent der gemeldeten Vorfälle seien Propagandadelikte, 15 Prozent Beleidigungen und Bedrohungen. Dazu kämen Benachteiligungen (acht Prozent), Angriffe und Veranstaltungen (je sechs Prozent) sowie Sachbeschädigungen, sagte Kati Becker von der Dokumentationsstelle am Dienstag.

4 Prozent queerfeindlich

Knapp ein Drittel der Vorfälle (1.428, 29 Prozent) seien rassistisch gewesen, 22 Prozent (1.043) antisemitisch. Bei 16 Prozent der Fälle gehe es um rechtsradikale Selbstdarstellung, in 15 Prozent um eine Verharmlosung des Nationalsozialismus. Zwölf Prozent der Vorfälle hätten sich gegen politische Gegner*innen gerichtet, vier Prozent gegen LGBTI. Hier stieg die Zahl der Fälle von 169 auf 198 an. Das bedeutet einen Anstieg um 17 Prozent.

Mehr antisemitische Äußerungen und Bedrohungen seien auch im Zusammenhang mit den Angriffen zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas erfasst worden. Im Mai und Juni 2020 wurden viele derartige Vorfälle bei Demonstrationen von Palästinensergruppen und arabischstämmigen Menschen bekannt. Auch auf der Straße werden immer wieder Menschen in arabischer Sprache antisemitisch beschimpft, wie aus Mitteilungen der Polizei und Schilderungen von Betroffenen hervorgeht.

Gesunken ist nur die Zahl der registrierten gewalttätigen Angriffe auf 294 (2020: 372). Grund sei, dass die Polizei wegen Problemen beim Datenschutz weniger Informationen übermittelt habe, um Straftaten nicht anhand eines Datums oder des Tatortes erkennbar zu machen. Das sei aber nicht die Schuld der Polizei, sagte die Sprecherin. Bisher sei das Problem nicht gelöst worden.

Das erste Register in der Bundeshauptstadt wurde 2005 in Pankow eingerichtet. Es sollte neben einer Dokumentation von Aktivitäten der extremen Rechten auch Diskriminierung im Alltag und in Behörden sichtbar machen. Seit 2016 sind in allen Berliner Bezirken Register eingerichtet. Zum Netzwerk der Berliner Register gehören weitere Community-basierte Dokumentationsstellen und über 100 Anlaufstellen. (dpa/cw)



#1 SchonAnonym
  • 29.03.2022, 13:14h
  • Es wäre schön wenn Bayern auch so ein Register hätte, aber das ist wohl nicht gewünsch, da genauer hin zu sehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LothiAnonym
  • 29.03.2022, 15:44h
  • Bemerkenswert finde ich die unterschiedliche Herangehensweise an dieses Register. Die rbb24 Redaktion erwähnt mit keinem Wort die LBGTI Community.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Lucas3898Anonym