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Trauer in Mühlheim
Gerda Ballon gestorben
Eine der bekanntesten Dragqueens Hessens ist gestorben: Die Gründerin von "Gerdas kleine Weltbühne" wurde 72 Jahre alt.

Gerda Ballon "war kein Unauffälliger" (Bild: Screenshot / hr)
- 29. März 2022, 14:23h 2 Min.
Gerhard Stein alias Gerda Ballon ist am Samstag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Stein war als Gründer von "Gerdas kleiner Weltbühne" in Mühlheim am Main eine Institution. Der 1950 geborene Künstler hatte zuletzt nach einer diabetesbedingten Beinamputation und einem Schlaganfall vermehrt aus dem Rampenlicht treten müssen.
"Der Geist von Gerda wird immer da sein, solange der Name 'Gerdas Kleine Weltbühne' genannt wird", erklärte Gerdas Ehemann Jürgen Peusch (alias Jutta P.) in der "Hessenschau" des hr-fernsehens. "So viele Leute haben so viele tolle Erinnerungen und Eindrücke von ihm. Er hat wirklich Spuren hinterlassen – er war kein Unauffälliger." Ex-Bürgermeister Karl-Christian Schelzke (SPD) erklärte, dass es in der kleinen Stadt in der Nähe von Frankfurt zunächst Vorbehalte gegen die Dragqueen gegeben habe. Schließlich sei sie aber zum "Aushängeschild" Mühlheims geworden.
Gerda wurde 1978 geboren
Stein hatte 1974 das "Markteck" in Mühlheim eröffnet, zunächst als Kneipe, die nebenbei auch Travestie-Shows anbot. Inspiriert worden war er dabei von der Hamburger Reeperbahn. 1978 wurde Gerda geboren: Wegen der Absage einer Dragqueen sprang Stein spontan selbst ein – und warf sich zum ersten Mal öffentlich in den Fummel.
??Gerda Ballon??
Posted by Travestie Erinnerungen on Sunday, March 27, 2022
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Insbesondere in den homophoben Siebziger- und Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts hatte es viele Vorbehalte gegen die offen schwulen Betreiber gegeben. Homo-Hasser*innen schmierten etwa Hakenkreuze ans Theater. Zudem verlangte die Stadt zeitweise eine Gebühr wegen "geschlechtsbezogener Handlungen" auf der Bühne. Doch später lernten die Stadtverantwortlichen die "Weltbühne" zu schätzen – ihr wurde 2004 der städtische Kulturpreis verliehen. (cw)
















Und ein Hoch auf die Tunten der 60er, 70er und 80er Jahre (und alle anderen natürlich auch!), die bewiesen haben, dass sie härtere Eier haben als alle staatlichen Repressalien!
Ohne sie wäre die LGBTQI*-Community nicht nur wesentlich ärmer, sondern auch noch viel weiter zurück.
Leider wird das vom Jungvolk immer wieder verkannt...