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Auch Nagellack und Schminke für Männer erlaubt
Alaska Airlines führt geschlechtsneutrale Uniformen ein
Letztes Jahr gab es gegen Alaska Airlines Vorwürfe, nichtbinäre Menschen zu diskriminieren. Jetzt reagiert die US-Regionalfluglinie.

Alaska-Flugbegleiterin Monique fühlt in einer männlichen Uniform wohler – und jetzt darf sie diese auch tragen; bald soll es geschlechtsneutrale Bekleidung geben
- 4. April 2022, 11:43h 2 Min.
Die amerikanische Fluglinie Alaska Airlines hat vergangene Woche die Einführung von geschlechtsneutralen Uniformen für Flugbegleiter*innen und andere Mitarbeitende angekündigt. Man arbeite hierfür mit der Designerin Luly Yang aus Seattle zusammen, die bereits die gegenwärtigen Uniformen entworfen hatte.
/ AlaskaAirOne way we show care is by creating an environment where our employees can bring their authentic selves to work. We've updated our uniform guidelines to embrace authenticity with new gender-neutral policies & personal pronoun pins. Learn more: https://t.co/SFn73QTGyS pic.twitter.com/KW3xQHK40K
Alaska Airlines (@AlaskaAir) March 28, 2022
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Ab sofort würden auch neue Richtlinien für das äußere Erscheinungsbild gelten, die "mehr Freiheit und Flexibilität bei der individuellen und geschlechtsspezifischen Gestaltung" zuließen. So dürften auch männliche Flugbegleiter Nagellack oder Schminke tragen. Ebenso seien für alle Geschlechter bis zu zwei Ohrringe pro Ohr sowie ein Nasenpiercing erlaubt. Auch lange Haare für Männer seien kein Tabu mehr. Auf diese Weise wolle die Firma auch nichtbinäre Menschen wertschätzen.
Zudem sollen alle Mitarbeitende einen "Personal Pronoun Pin" tragen dürfen. Auf den Ansteckern könne angegeben werden, ob jemand "he", "she" oder das geschlechtsneutrale "they" als Personalpronomen bevorzuge.
Reaktion auf Diskriminierungsvorwürfe

Bei Alaska Airlines dürfen auch männliche Mitarbeiter Nagellack tragen (Bild: Alaska Airlines)
Mit dieser Reform reagiert Alaska Airlines offenbar auf Diskriminierungsvorwürfe vom letzten Jahr: Im Juni hatte die Bürgerrechtsorganisation ACLU einen Brief an die Regionalfluglinie geschickt, weil diese eine*n nichtbinäre*n Mitarbeiter*in gezwungen habe, eine männliche Uniform zu tragen. Die betroffene Person Justin Wetherell erklärte damals: "Ich will nicht in eine binäre Uniform gezwungen werden, die mich nicht repräsentiert und dazu führt, dass ich bei der Arbeit mit dem falschen Geschlecht angesprochen werde."
Bereits im vergangenen August hatte United Airlines, eine der größten Fluglinien der USA, einige geschlechtsspezifische Verbote für Mitarbeiter*innen mit Kundenkontakt aufgehoben (queer.de berichtete). Mit den neuen Richtlinien wolle die Fluglinie "unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Entscheidungsbefugnis geben, damit sie sich so präsentieren können, wie sie es am angenehmsten finden", teilte das Unternehmen damals mit.
Immer mehr Fluglinien versuchen auch, ihre Kund*innen nicht geschlechtsspezifisch anzusprechen. Die Lufthansa hatte etwa letztes Jahr erklärt, dass die Begrüßungsformel "Sehr geehrte Damen und Herren" nicht mehr verwendet werden würde, sondern künftig geschlechtsneutrale Formeln genutzt würden (queer.de berichtete). (dk)
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