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Gecancelte Queen

Sherry Pie kehrt zurück

Der Comebackversuch der Skandal-Queen aus der zwölften Staffel von "RuPaul's Drag Race" stößt so manchem sauer auf.


Sherry Pie wurde zur Persona non grata, als ihre Übergriffe auf andere Männer publik wurden – jetzt testet sie aus, ob sie zurückkehren kann (Bild: Instagram / Sherry Pie)

Die New Yorker Dragqueen Sherry Pie meldet sich in der Öffentlichkeit zurück: Die vom 27-jährigen Joey Gugliemelli dargestellte Kunstfigur hat am Freitag auf Instagram neue Bilder hochgeladen, in denen sie im Clown-Outfit erscheint. Dabei wurden Hashtags wie #rebirth (Wiedergeburt), #mentalhealth (seelische Gesundheit) und #loveyouall (Liebe euch alle) angehängt. Eines der Bilder enthält das Susan-Sarandon-Zitat: "Es ist ein schmaler Grad zwischen Kunst und Trash – und er heißt Glaubwürdigkeit."

Sherry Pie hatte 2020 mit ihrer Teilnahme an der zwölften Staffel von "RuPaul's Drag Race" einen Skandal ausgelöst: Wenige Tage nach Ausstrahlung der ersten Folge enthüllte BuzzFeed, dass Pie ein halbes Dutzend Männer mit einer gefälschten Online-Identität getäuscht und sie dabei zu sexuell aufgeladenen Handlungen vor der Kamera überredet haben soll (queer.de berichtete). Konkret soll sie sich als eine Casterin namens Allison ausgegeben haben – einen der Männer soll sie etwa zum Onanieren vor der Kamera überredet haben.

Nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen wurde Pie aus der weitgehend bereits abgedrehten restlichen Staffel so gut es ging hinausgeschnitten. Sie hätte das Finale der Top-Vier erreicht, wurde aber disqualifiziert. Am Ende stritten sich die drei Finalistinnen Crystal Methyd, Gigi Goode und die spätere Siegerin Jaida Essence Hall um die Krone – wegen der Corona-Pandemie erstmals in einer via Zoom aufgenommenen Sendung (queer.de berichtete).

Zwei öffentliche Auftritte 2021

Nach dem Vorfall verschwand Sherry Pie weitgehend aus dem öffentlichen Leben. Ausnahmen waren ein Auftritt in einem New Yorker Nachtclub vergangenes Jahr sowie ein Auftritt in der Nachmittagstalkshow von Tamron Hall als Mann: Darin entschuldigte sich der Künstler bei seinen Opfern und erklärte, bei ihm sei eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden. In der Drag-Community wurde scharf kritisiert, dass Sherry Pie mit dem Interview eine große Plattform gegeben wurde.

Der jetzige Comebackversuch von Pie wurde auf sozialen Medien und von einem ihrer früheren Opfer scharf kritisiert. Ben Shimkus, der die Affäre vor zwei Jahren ins Rollen gebracht hatte, bezeichnete die Rückkehr gegenüber "Instinct Magazine" als "erbärmlich": "Ihre Opfer haben sie mehrere Male aufgefordert aufzuhören. Sie hört einfach nicht zu", so der Theaterschauspieler. "Leute, die sie feiern, feiern in Wirklichkeit ihre Fähigkeit, andere zu schikanieren. Sie feiern sie nicht als Dragqueen. Und selbst wenn sie das tun würden: Sherry und Allison haben immer zusammengearbeitet. Drag war ein großer Teil ihre Manipulation. Man kann sich nicht trennen." (dk)



#1 DreddAnonym
  • 05.04.2022, 11:07h
  • Kann man in so einem Fall wirklich von gecancelled reden wenn jemand für lächerlich kurze Zeit Konsequenzen für das eigene Handeln tragen muss?? Zwischen "ich laber scheiße und jetzt mag mich niemand mehr" und "ich begehe eine Straftat" gibt's imho doch noch n Unterschied....
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#2 mesonightAnonym
  • 05.04.2022, 11:27h
  • Unsere ach so offene "Community"... Wer da mal nen Fehler macht, wird für immer und ewig verbannt! Niemand bekommt eine zweite Chance, da kann er machen, was er will, woher kommt nur diese merkwürdige Moral? Seid ihr alle so einwandfrei? Sherry Pie hat niemanden umgebracht!
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#3 TrekieAnonym
  • 05.04.2022, 11:37h
  • Antwort auf #2 von mesonight
  • Ja, vorallem für sowas...
    Mehr als die Hälfte der Profile die mich aus den datingseiten dauernd zum Schwanzbilder senden überreden is auch fake und am nächsten tag gelöscht. Das is ätzend, aber wirklich weder ungewöhnlich, noch ne riesen katastrophe....
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#4 LeashProfil
  • 05.04.2022, 17:34hHamburg
  • Ich finde was Sherry Pie getan hat ist ein bißchen mehr als "mal nen Fehler machen" oder fake accounts auf grindr, aber steht ja jedem frei sie zu supporten oder auch nicht. Deswegen würde ich "Community" jetzt noch nicht in Anführungszeichen setzen (ihre Opfer dürften übrigens zum Großteil sicher auch Teil unserer Community sein).

    Noch mal zur Erinnerung: Sie hat über die Dauer von vielen Jahren mehreren Männern (20 haben sich zum Zeitpunkt des TV Interviews gemeldet) vorgemacht sie als Casting Direktorin "Allison Mossey" groß rauszubringen.
    Sie hat ihre Opfer dazu gebracht sexuelle oder anderweitig entwürdigende Videos zu schicken (allein eines der Opfer hat 800 Tapes geschickt)
    zT sollten sich Männer für eine Rolle (die es ja nie gab) Steroide spritzen uvm

    Lady Bunny und Monet X Change haben eines der Opfer (Danny Marandola) in ihren "Ebony and Irony" Podcast inteviewt, gibt's auf Spotify.
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