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Erzbistum Freiburg
Trans Mann darf katholische Religion unterrichten
Das Erzbistum Freiburg erlaubt einem trans Mann mit einer Einzelfallentscheidung, katholischer Religionslehrer zu werden.

Theo Schenkel war im Februar auch Gast bei der SWR-"Landesschau", dem wichtigsten TV-Nachrichtenmagazin Baden-Württembergs (Bild: Screenshot SWR-Fernsehen)
- 6. April 2022, 12:07h 3 Min.
Ein angehender Religionslehrer aus der an der badisch-schweizerischen Grenze liegenden Stadt Waldshut darf nach seiner Geschlechtsanpassung katholische Religion unterrichten. Theo Schenkel habe eine unbefristete Unterrichtserlaubnis erhalten, sagte ein Sprecher der Erzdiözese Freiburg am Mittwoch. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.
Der 27-Jährige hatte sein Coming-out als trans Mann in der ARD-Dokumentation "Wie Gott uns schuf" (siehe Video in der ARD-Mediathek). Der Referendar für Religion und Französisch ist einer von 125 Bediensteten der katholischen Kirche, die sich Ende Januar im Rahmen der Aktion #OutInChurch als queer geoutet und eine Reform des Arbeitsrechts gefordert hatten. Schwule Pfarrer, lesbische Religionslehrerinnen, trans Ordensbrüder oder auch bisexuelle Gemeindereferentinnen wollten mit der Aktion nicht länger ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität geheim halten.
Erzbistum: Einzelfallentscheidung
Das Erzbistum Freiburg will das Arbeitsrecht für trans- und homosexuelle Menschen damit nicht grundsätzlich ändern: Es handle sich um eine Einzelfallentscheidung. "Herr Schenkel hat trotz oder gerade wegen seiner persönlichen Situation eine tiefe Identifikation mit der katholischen Kirche und einen persönlichen Zugang zum Glauben gezeigt. Die Erzdiözese Freiburg ist überzeugt, dass Herr Schenkel ein auch persönlich überzeugender, authentischer Religionslehrer sein wird", hieß es in einer Stellungnahme.
Hintergrund ist, dass es eine Ausnahmeregelung für Kirchen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gibt. Die Bistümer dürften Mitarbeiter*innen also nach Gutdünken wegen deren sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität feuern.
Mit der Entscheidung aus Freiburg kann Schenkel an einer staatlichen Schule katholische Religionslehre unterrichten. "Dass die Unterrichtserlaubnis unbefristet ist, bedeutet Sicherheit und Verbindlichkeit für Herrn Schenkel", so das Bistum. Wer in der Region an einer staatlichen Schule katholische Religion unterrichten will, benötigt dafür die Erlaubnis der Erzdiözese.
Angehender Lehrer darf auch Verlobte heiraten
Theo Schenkel begrüßte die Entscheidung als Zeichen, dass Menschen wie er die Kirche verändern könnten und dass auch die Kirche Mut beweisen könne. "An und für sich bin ich natürlich erst einmal erleichtert, dass ich in Zukunft unterrichten darf", sagte er der dpa. Auch dürfe er seine Verlobte nun heiraten.
Problematisch sei allerdings, dass es eine Einzelfallentscheidung sei und andere sich nicht auf die Regelung verlassen könnten. Es brauche eine klare Grundlage und nicht noch mehr Sonderwege. "Das Zeichen ist auf jeden Fall positiv, aber das Ziel, die Diskriminierung queerer Menschen in der katholischen Kirche und im speziellen im Arbeitsrecht abzubauen, ist weiterhin noch nicht erreicht." Er hofft, dass die katholische Kirche queere gläubige Menschen wie ihn irgendwann gleich behandelt. Eine Arbeitsgruppe der deutschen Bischöfe überarbeitet derzeit das Arbeitsrecht (queer.de berichtete). (dpa/cw)
Links zum Thema:
» Theo Schenkel in der SWR-"Landesschau"
Mehr zum Thema:
» Warum trans Mann Theo weiter Religion unterrichten will (04.02.2022)















dafür natürlich meinen glückwunsch, aber dass das gleiche nicht für weitere transpersonen gilt, nur weil sie nicht in der öffentlichkeit standen, zeigt umso mehr wie unhaltbar und verlogen diese praktik ist.
wenn die katholische kirche in deutschland sich wieder etwas an glaubwürdigkeit aufbauen will, wird sie dem konflikt mit rom nicht aus dem weg gehen können.