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Großbritannien

Boris Johnson gegen Gleich­behandlung von trans Frauen

Der Premier sprach sich gegen eine Teilnahme von "biologisch männliche Personen" bei Sportturnieren für Frauen aus.


Johnson in dem Kurz-Interview mit der BBC

  • 6. April 2022, 19:50h 3 2 Min.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich gegen die Gleichbehandlung von trans und cis Frauen im öffentlichen Leben ausgesprochen. "Ich finde nicht, dass biologisch männliche Personen bei Sportturnieren für Frauen antreten sollten", sagte Johnson am Mittwoch beim Besuch eines Krankenhauses in einer Kleinstadt nördlich von London gegenüber der BBC. Er fügte hinzu: "Vielleicht ist das eine kontroverse Sache, aber für mich wirkt das einfach vernünftig."

Ebenso sei er der Meinung, dass Frauen Räume für sich haben sollten, fuhr Johnson fort. Als Beispiele nannte er Krankenhäuser, Gefängnisse und Umkleiden. Er betonte, das bedeute nicht, dass er nicht immense Sympathien für Menschen habe, die ihr Geschlecht anpassen wollten. "Es ist von zentraler Bedeutung, dass wir den Menschen die maximale Liebe und Unterstützung geben, um diese Entscheidungen zu treffen", so der Premier. Es handle sich aber um komplexe Probleme, die nicht leicht gelöst werden könnten.

Die Äußerung erfolgte wenige Tage nachdem eine britische Bahnradsportlerin vom internationalen Verband ihres Sports an der Teilnahme an einem Wettbewerb in Großbritannien ausgeschlossen wurde (queer.de berichtete). Die 21-jährige Emily Bridges hatte im vergangenen Jahr eine Hormontherapie begonnen und von ihrem britischen Verband grünes Licht für die Teilnahme erhalten. Der Fall löste eine Debatte in Großbritannien aus.

Zugleich hatte in den letzten Tagen für Empörung gesorgt, dass die Regierung ankündigte, das lang auf sich warten lassende Gesetz gegen sogenannte Konversionstherapien nur auf sexuelle Orientierung zu beziehen. Das Verbot von "Heilung" bezieht sich damit nicht wie ursprünglich angekündigt auf trans Personen – laut einem Regierungssprecher wolle man dazu länger beraten, um "ungewollte Konsequenzen" bei der Gesetzgebung zu vermeiden, "speziell bei denen unter 18".

Als Reaktion hatten über 100 LGBTI-Organisationen ihre geplante Teilnahme an einer internationalen LGBT-Konferenz abgesagt, die die Regierung im Juni zeitgleich zum 50. Jubiläum des Londoner CSD abhalten wollte. "Safe To Be Me: A Global Equalities Conference" sollte als Treffen zwischen Politiker*innen und Aktivist*innen aus aller Welt die größte ihrer Art werden und wurde inzwischen abgesagt. (dpa/cw)

-w-

#1 nichtbinärePersonAnonym
  • 07.04.2022, 00:24h
  • "maximale Liebe"?

    Sorry, aber dazu fällt mir nur George Orwell ein (ich zitiere): "War is peace; Freedom is slavery; Ignorance is strength"

    Das Entsetzliche ist ja, dass die meisten Menschen derartige Dissonanzen perfekt in ihre eigene Gedankenwelt integrieren können. Man kann Menschen gleichzeitig maximal diskriminieren und "maximal lieben".

    Absurd. Und brandgefährlich.
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#2 EuNaoEstouMaisAquiAnonym
  • 07.04.2022, 01:05h
  • "Das Verbot von "Heilung" bezieht sich damit nicht wie ursprünglich angekündigt auf trans Personen laut einem Regierungssprecher wolle man dazu länger beraten, um "ungewollte Konsequenzen" bei der Gesetzgebung zu vermeiden..."

    Oups...I said the quiet part loud and the loud part quiet.
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#3 Leash
  • 07.04.2022, 16:01hHamburg
  • "Ebenso sei er der Meinung, dass Frauen Räume für sich haben sollten, fuhr Johnson fort. Als Beispiele nannte er Krankenhäuser, Gefängnisse und Umkleiden."
    Hm ja sollten sie auch, aber doch bitte alle Frauen hä?

    Ich glaube Leute wie der Boris haben diese diffuse Angst das Cis-Männer nur so tun könnten als wären sie Trans, um Frauen in Umkleiden zu bedrängen, oder im Sport mitzumischen. Als wenn das ein echtes Problem wäre das vorkommt.
    Also es gibt ja nichts was es nicht gibt und ich finde das spricht Bände darüber wieviel Bösartigkeit man Männern zutraut (ja gut, vermutlich nicht ganz unbegründet), aber welcher stumpfe Typ würde das alles auf sich nehmen?

    Ich finde das alles so beschämend, ich hoffe die Mehrheitsgesellschaft beeilt sich mal mit weniger dumm sein.
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