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Landeskirche Württemberg
Evangelische Kirche: "Die Bibel lehnt Homosexualität ab"
Kann man homosexuell und christlich leben? In der evangelischen Kirche geht das nach Ansicht vieler Gläubiger. Laut der Landeskirche Württemberg steht in der Heiligen Schrift aber etwas anderes.

Die Stadtkirche St. Dionysius in Böblingen bei Stuttgart (Bild: Bildarchiv Stadt Böblingen)
- 7. April 2022, 09:50h 2 Min.
Zu Update springen: Landeskirche löscht Eintrag (15.40 Uhr)
Die evangelische Landeskirche Württemberg behauptet in einem online veröffentlichten Glossar, dass die Heilige Schrift Homosexualität grundsätzlich als negativ ansehe: "Die Bibel lehnt Homosexualität, wo sie sie erwähnt, ab", heißt es auf der offiziellen Website der Landeskirche.
Weiter steht in dem Text, dass "einige Christen" diese angebliche biblische Verdammung von Schwulen und Lesben für verbindlich ansehen. "Es gibt auch homosexuelle Christen, die deshalb nicht in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben", so die Landeskirche. "Andere sind der Auffassung, dass das, was die Bibel zur Homosexualität sagt, nur in der damaligen Zeit und in der damaligen Situation Gültigkeit hatte." Einig seien sich beide Gruppen darin, dass "auch in einer homosexuellen Partnerschaft christliche Werte gelten sollen wie Liebe, Verantwortung und dauerhafte Treue".

Ausschnitt aus der Website der evangelischen Landeskirche Württemberg (Bild: https://www.elk-wue.de/glossar/homosexualitaet)
EKD 2013: Gleichgeschlechtliche Beziehungen "gleichwertig"
Die evangelische Kirche hat in weiten Teilen ganz andere Töne angeschlagen: Bereits 2013 hatte der Rat der EKD etwa erklärt, dass homosexuelle Beziehungen aus theologischer Sicht "gleichwertig" seien (queer.de berichtete). In 15 der 20 Landeskirchen sind zudem gleichgeschlechtliche Eheschließungen möglich.
Die Landeskirche Württemberg gilt als homophobste der evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Zwar erlaubte sie 2019 immerhin Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare (queer.de berichtete). Allerdings haben Homo-Hasser*innen innerhalb von Gemeinden praktisch ein Veto-Recht dagegen. Dies führte dazu, dass im letzten Jahr weniger als fünf Prozent der Gemeinden schwule und lesbische Paare segnen wollten (queer.de berichtete).
Verurteilt nun die Bibel Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung? Viele evangelische Theolog*innen haben Zweifel daran. Bibelwissenschaftler Volker Grunert argumentiert etwa, dass es in viel zitierten Bibelstellen wie Levitikus 18:22 ("Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe") keineswegs um gleichgeschlechtliche Liebe gehe, sondern vielmehr um Machtverhältnisse (queer.de berichtete). (dk)
Update 15.40 Uhr: Kirche löscht Eintrag
Die Landeskirche Württemberg hat den Text über Homosexualität gelöscht. Ein Sprecher erklärte, es handle sich um einen alten Eintrag, der "viele Jahre nicht überarbeitet und offensichtlich auch nicht mehr gelesen wurde".















