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Petition

Homophobe Sekte: Entzug der staatlichen Anerkennung für Zeugen Jehovas gefordert

Die extrem queerfeindliche Glaubensgemeinschaft wird in Berlin als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt. Eine Petition ruft den verantwortlichen schwulen Senator auf, das zu ändern.


In sogenannten Königreichssälen wie hier in Hamburg führen die Zeugen Jehovas Gottesdienste durch (Bild: hh oldman / wikipedia)

Eine Petition, die auf change.org den Entzug des Körperschaftsstatus für die Zeugen Jehovas in Berlin fordert, ist bereits von mehr als 46.000 Menschen unterzeichnet worden. Als Grund für die Forderung wird unter anderem auch die extreme Homosexuellenfeindlichkeit der im 19. Jahrhundert in den USA gegründeten Glaubensgemeinschaft angeführt. "Es ist auch völlig unakzeptabel und illegal, dass eine Körperschaft des öffentlichen Rechts Homosexualität mit Inzest und Sodomie auf eine Stufe stellt!", heißt es in der Petition.

Der Autor des Antrags war früher selbst ein Zeuge Jehovas: "Bis vor einigen Jahren war ich selbst Mitglied [...] und habe persönlich die verheerenden Auswirkungen der Sektenregeln miterlebt, welche mitunter sogar mit dem Selbstmord von Mitgliedern der Sekte endeten", heißt es in der Petition. So wird unter anderem vor einer Paralleljustiz der Sekte gewarnt, in der Sexualverbrecher geschützt werden würden. Außerdem treibe das religiös begründete Verbot der Bluttransfusion "Tausende gutmütig-naive Anhänger in den Selbstmord".

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Die Petition richtet sich an Klaus Lederer, den offen schwulen zuständigen Berliner Senator von der Linkspartei. Wörtlich heißt es: "Bitte entziehen Sie der Zeugen Jehovas Sektenführung SOFORT den mit falschen Angaben erlangten Körperschafts-Status, ehe in unserem Land noch mehr Familien durch Ächtung zerstört und Menschen weiterhin zur Verweigerung von Bluttransfusion angestiftet werden!"

In Berlin sind die Zeugen Jehovas seit als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und erhalten somit mehrere Privilegien. Einige andere Länder wie Bremen verweigern dagegen diese Anerkennung. Um diesen Status zu erlangen, muss eine Religionsgemeinschaft laut Gesetz rechtstreu sein. Dies bezweifelt der Autor der Petition. Die Landesverwaltungen haben laut Bundesverfassungsgericht eine eigenständige Prüfungskompetenz, um Religionsgemeinschaften die Anerkennung unter bestimmten Voraussetzungen zu verweigern.

Homophobe Tiraden der Zeugen Jehovas

Die Zeugen Jehovas sprechen sehr häufig in abwertender Weise über queere Menschen. Ein Mitglied des Führungsgremiums machte etwa vor ein paar Jahren im sekteneigenen Streamingportal männliche Homosexualität für Kindesmissbrauch verantwortlich (queer.de berichtete).

Auf ihrer deutschsprachigen Website bringen sie Schwulsein mit sexuellem Missbrauch von Tieren in Zusammenhang. Wörtlich heißt es dort: "Jehova verbietet Sünden wie zum Beispiel Inzest, Homosexualität und Geschlechtsverkehr mit Tieren." Das von einem Ex-Zeugen betriebene Aufklärungsportal jwinfo.de zitiert außerdem einen hochrangigen Vertreter der Sekte, wonach sogar der Teufel persönlich Propaganda-Krieg für Homosexualität betreibe – wörtlich habe er gesagt: "Satan führt Krieg, um das Denken der Menschen in Bezug auf Homosexualität zu verunreinigen." (dk)

-w-

#1 Ayida
#2 Schon
  • 08.04.2022, 15:16hFürth
  • Oh neee, Leute. Petitionen werden beim Petitionsausschuss des Bundestages eingereicht. Das Recht sich an Behörden und die Volksvertreter zu wenden steht im Grundgesetz, und da gibt es ganau eine Stelle: die Petitionshomepage des Bundestages.
    Change.org und Openpetition sind keine Anlaufstellen für Petitionen. Das ist wie wenn ich mich in ein Kinderkarusell setze, um zu verreisen. Ich könnte auch eine Petitionshomepage auf machen, aber das wäre genau so wirksam.
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#3 AtreusEhemaliges Profil
  • 08.04.2022, 15:25h
  • Viel Glück, den Petitionsgründern und -unterzeichnern. Beim Bekämpfen von Extremismus lebt die SPD Landesregierung, vor allem in Berlin, ja bekanntermaßen in einer Parallelwelt.

    Den vorläufigen Höhepunkt an Niedertracht und Janusgesichtigkeit erreichte man Ende 2019, als man die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" zu Extremisten erklärte und dem Verein die Gemeinnützigkeit entzog. Ein Verein, der 1947 von Holocaustüberlenden gegründet wurde und Esther Bejarano zur Ehrenvorsitzenden hat. Es versteht sich von selbst, dass dieselbe SPD im Blitzlichtgewitter der alljährlichen Nie-Wieder-Gedenkveranstaltungen eben jene "Extremisten" in den Himmel lobt und ihren Kampf gegen den deutschen Neonazismus zum Vorbild aller erklärt. Falls ihr hier einen Widerspruch erkennt: es liegt nicht an euch.

    Die Zeugen Jehovas haben daher Glück, dass sie erstens keine Juden sind, deren Familien in Gaskammern ermordet wurden und sie sich zweitens nicht als antifaschistischer Verein gegen Rechts stark machen, sonst wäre ihnen die Landesregierung mit Sicherheit schon unlängst zu Leibe gerückt.
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