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Petition
Homophobe Sekte: Entzug der staatlichen Anerkennung für Zeugen Jehovas gefordert
Die extrem queerfeindliche Glaubensgemeinschaft wird in Berlin als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt. Eine Petition ruft den verantwortlichen schwulen Senator auf, das zu ändern.

In sogenannten Königreichssälen wie hier in Hamburg führen die Zeugen Jehovas Gottesdienste durch (Bild: hh oldman / wikipedia)
- 8. April 2022, 12:39h 2 Min.
Eine Petition, die auf change.org den Entzug des Körperschaftsstatus für die Zeugen Jehovas in Berlin fordert, ist bereits von mehr als 46.000 Menschen unterzeichnet worden. Als Grund für die Forderung wird unter anderem auch die extreme Homosexuellenfeindlichkeit der im 19. Jahrhundert in den USA gegründeten Glaubensgemeinschaft angeführt. "Es ist auch völlig unakzeptabel und illegal, dass eine Körperschaft des öffentlichen Rechts Homosexualität mit Inzest und Sodomie auf eine Stufe stellt!", heißt es in der Petition.
Der Autor des Antrags war früher selbst ein Zeuge Jehovas: "Bis vor einigen Jahren war ich selbst Mitglied [...] und habe persönlich die verheerenden Auswirkungen der Sektenregeln miterlebt, welche mitunter sogar mit dem Selbstmord von Mitgliedern der Sekte endeten", heißt es in der Petition. So wird unter anderem vor einer Paralleljustiz der Sekte gewarnt, in der Sexualverbrecher geschützt werden würden. Außerdem treibe das religiös begründete Verbot der Bluttransfusion "Tausende gutmütig-naive Anhänger in den Selbstmord".
Die Petition richtet sich an Klaus Lederer, den offen schwulen zuständigen Berliner Senator von der Linkspartei. Wörtlich heißt es: "Bitte entziehen Sie der Zeugen Jehovas Sektenführung SOFORT den mit falschen Angaben erlangten Körperschafts-Status, ehe in unserem Land noch mehr Familien durch Ächtung zerstört und Menschen weiterhin zur Verweigerung von Bluttransfusion angestiftet werden!"
In Berlin sind die Zeugen Jehovas seit als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und erhalten somit mehrere Privilegien. Einige andere Länder wie Bremen verweigern dagegen diese Anerkennung. Um diesen Status zu erlangen, muss eine Religionsgemeinschaft laut Gesetz rechtstreu sein. Dies bezweifelt der Autor der Petition. Die Landesverwaltungen haben laut Bundesverfassungsgericht eine eigenständige Prüfungskompetenz, um Religionsgemeinschaften die Anerkennung unter bestimmten Voraussetzungen zu verweigern.
Homophobe Tiraden der Zeugen Jehovas
Die Zeugen Jehovas sprechen sehr häufig in abwertender Weise über queere Menschen. Ein Mitglied des Führungsgremiums machte etwa vor ein paar Jahren im sekteneigenen Streamingportal männliche Homosexualität für Kindesmissbrauch verantwortlich (queer.de berichtete).
Auf ihrer deutschsprachigen Website bringen sie Schwulsein mit sexuellem Missbrauch von Tieren in Zusammenhang. Wörtlich heißt es dort: "Jehova verbietet Sünden wie zum Beispiel Inzest, Homosexualität und Geschlechtsverkehr mit Tieren." Das von einem Ex-Zeugen betriebene Aufklärungsportal jwinfo.de zitiert außerdem einen hochrangigen Vertreter der Sekte, wonach sogar der Teufel persönlich Propaganda-Krieg für Homosexualität betreibe – wörtlich habe er gesagt: "Satan führt Krieg, um das Denken der Menschen in Bezug auf Homosexualität zu verunreinigen." (dk)
Links zum Thema:
» Petition unterzeichnen















Das raubt einem dem Atem.