Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41679

Frankreich

Macron nennt Polens Regierungschef "rechtsradikalen Antisemiten, der LGBT verbietet"

Der Wahlkämpfer aus Paris reagiert ungehalten auf Angriffe des homophoben polnischen Ministerpräsidenten.


Der Liberale Emmanuel Macron ist seit fünf Jahren Staatschef der Grande Nation (Bild: OFFICIAL LEWEB PHOTOS / flickr)

  • 8. April 2022, 13:25h 4 2 Min.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki in einem Zeitungsinterview als Antisemiten bezeichnet, der queere Menschen "verbieten" wolle. Macron nahm dabei am Freitag in der Zeitung "Le Parisien" (Bezahlartikel) Bezug auf eine vor einigen Tagen von Morawiecki geäußerte Kritik an seinen regelmäßigen Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin zur Vermittlung im Ukraine-Krieg. Es habe auch niemand mit Adolf Hitler verhandelt, hatte der polnische Premier Macron vorgehalten.

"Das ist beschämend", sagte Macron. Morawiecki, der Mitglied der nationalkonservativien PiS-Partei ist, sei "ein rechtsradikaler Antisemit, der LGBT verbietet". Außerdem unterstütze Morawiecki die französische rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen, die er mehrfach empfangen habe. "Seien wir nicht naiv: Heute will er ihr vor den Wahlen helfen."

Bei der französischen Präsidentschaftswahl, die an diesem Sonntag beginnt, ist Le Pen die Hauptherausforderin von Macron. Laut Umfragen werden Macron und LePen in der ersten Runde der Wahl die meisten Stimmen gewinnen und damit in die Stichwahl in zwei Wochen einziehen. Zuletzt war der Vorsprung von Macron, der 2017 noch gegen die Rechtsextremistin mit 67 zu 33 Prozent gewann, erheblich geschrumpft.

Morawiecki ist seit Dezember 2017 polnischer Regierungschef. Wie andere Regierungvertreter der PiS-Partei äußerte er sich auch wiederholt queerfeindlich (queer.de berichtete).


Regierungschef Mateusz Morawiecki (re.) neben PiS-Parteichef Jarosław Kaczyński

Der französische Präsident gilt als queerfreundlich. Unter seine Regide wurden etwa Schwule beim Blutspenden gleichgestellt, ein Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie eingeführt oder künstliche Befruchtung für lesbische Frauen erleichtert. Gegen ihn machten im Wahlkampf auch ausländische Homo-Hasser*innen Stimmung – ironischerweise neben der polnischen Regierung auch die russischen Propagandamedien (queer.de berichtete). (dpa/dk)

 Update  19.05h: Warschau bestellt Botschafter ein

Polens Außenministerium hat am Freitag den französischen Botschafter einbestellt. Der polnische Regierungssprecher Piotr Müller bezeichnete Macrons Kommentare als "unverständlich" und führte sie auf die "politischen Emotionen" im Vorfeld der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag zurück. Den polnischen Regierungschef mit Antisemitismus in Verbindung zu bringen sei "einfach eine Lüge", betonte Müller. Er hoffe, dass Macron nach der Wahl anders reden und "sich wirklich an die historischen Fakten halten" werde.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nahm Macron am Freitag in Schutz. Die Kritik an dem französischen Präsidenten sei "unberechtigt", sagte er bei einem Besuch in London. Macron versuche mit seinen Gesprächen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj sowie in den Telefonaten mit Putin "seinen Beitrag dazu zu leisten, dass wir eine Chance haben für einen Waffenstillstand, für den Rückzug der russischen Truppen." (afp)

-w-

#1 Lucas3898Anonym
#2 thorium222
  • 09.04.2022, 14:48hMr
  • Wenn jetzt noch die Le Pen in Frankreich gewinnt, weiß ich echt nicht mehr, ob ich es dann noch schaffe, nicht in Depressionen zu verfallen.
  • Direktlink »
#3 TechnikerAnonym
  • 09.04.2022, 17:03h
  • Da hat Monsieur recht!

    "Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki in einem Zeitungsinterview als Antisemiten bezeichnet, der queere Menschen "verbieten" wolle. "

    Und man mag nur hinzufügen: Das trifft wohl auf die gesamte Partei der polnischen Kartoffel zu.

    "Es habe auch niemand mit Adolf Hitler verhandelt, hatte der polnische Premier Macron vorgehalten."

    In diesem Punkt hat er allerdings recht. Putin ist ein verkommener Gewohnheitskrimineller, der nur Gewalt versteht.
  • Direktlink »