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Bundesstiftung

Hirschfeld-Stiftung: Helmut Metzner wird neuer Chef

Das Mitglied des LSVD-Bundesvorstands tritt in Kürze die Nachfolge von Jörg Litwinschuh-Barthel an.


Metzner im letzten Mai als LSVD-Vorstand in einem Interview mit Tagesschau 24

Zu Update springen: Die Linke.queer kritisiert "Parteiversorgung"

Das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat am Donnerstag Helmut Metzner zum neuen geschäftsführenden Vorstand der Stiftung gewählt. Das gab Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann (FDP) am Freitag bekannt. Der bisherige Vorstand, Jörg Litwinschuh-Barthel, war nach zehnjähriger Amtszeit im November 2021 aus dem Amt ausgeschieden.

"Ich freue mich, dass wir mit der Wahl von Helmut Metzner zum neuen geschäftsführenden Vorstand die volle Handlungsfähigkeit der Bundesstiftung wiederhergestellt und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Stiftungsarbeit entsprechend der Bedeutung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld geschaffen haben", so Buschmann in einer Pressemitteilung. Der Minister wünschte dem Gewählten viel Erfolg für seine Arbeit in der Stiftung und dankte den Mitgliedern des Kuratoriums für ihr Engagement in dem langen Auswahlprozess.

Nun ist es raus. Es gibt viel zu tun! Ich danke für das Vertrauen und fühle die Verantwortung. Der Auftrag ist klar: Im...

Posted by Helmut Metzner on Friday, April 8, 2022
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Der Chefposten war im Mai 2021 auf Initiative der damaligen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erstmals öffentlich ausgeschrieben worden. Gründungsvorstand Litwinschuh-Barthel verzichtete auf eine Bewerbung um den von ihm rund zehn Jahre lang ausgefüllten Posten. Das mit Vertreter*innen aus Politik und Szeneverbänden besetzte Stiftungs-Kuratorium hatte im letzten Oktober Gero Bauer zu seinem Nachfolger gewählt. Der Geschäftsführer des Zentrums für Gender- und Diversitätsforschung an der Universität Tübingen gab im Januar aber bekannt, den Posten aus persönlichen Gründen nicht anzutreten. Metzner hatte es schon damals neben Bauer und zwei lesbischen Frauen in die engere Auswahl geschafft.

Ehemaliger Büroleiter Guido Westerwelles

Der neugewählte Vorstand Helmut Metzner hat Geschichte, Politische Wissenschaften und Philosophie an den Universitäten Bamberg und Erlangen studiert. Seit 2020 ist er politischer Berater der FDP im Abgeordnetenhaus von Berlin und dort für die Themen Bildung, Jugend, Familie, Kultur und LSBTI zuständig. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich im Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD).

Der in Bamberg geborene Metzner war zunächst CSU-Mitglied, bis er 1988 der FDP beitrat, für die er in diversen Funktionen arbeitete und kandidierte. 2010 leitete er zeitweilig das Büro des damaligen Parteivorsitzenden Guido Westerwelle in der Bundesgeschäftsstelle. Von dem Posten wurde er entbunden, nachdem aus von Wikileaks veröffentlichten Depeschen der US-Botschaft bekannt wurde, dass Metzner mit Diplomaten über Ziele und Inhalte der Partei gesprochen hatte. Die Bundesanwaltschaft fand später zu entsprechenden Strafanzeigen keinen Anfangsverdacht für Ermittlungen zu den Vorwürfen des Landes- und Geheimnisverrates und der Spionage. Metzner machte sich danach mit der Politikberatung Polifaktur selbstständig und war später wieder für die FDP aktiv, etwa als Pressesprecher und späterer Leiter der Landesgeschäftsstelle der FDP Berlin.

"Nun ist es raus. Es gibt viel zu tun!", schrieb Metzner am Freitagnachmittag zu seiner Wahl. Er danke für das Vertrauen und fühle die Verantwortung. "Der Auftrag ist klar: Im Andenken an das große Erbe Magnus Hirschfelds für die Aufklärung über Vielfalt: durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit!" Sein Vorgänger Litwinschuh-Barthel schrieb in einer ersten Reaktion, dass er Metzner viel Erfolg wünsche.

Auch der Lesben- und Schwulenverband hat Helmut Metzner zur Wahl gratuliert und ihm für das neue Amt viel Erfolg und alles Gute gewünscht. "Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit. Die anstehenden Aufgaben in der Leitung der Stiftung sind herausfordernd", so der LSVD in einer Pressemitteilung. "Die Stiftung benötigt eine dauerhaft bessere finanzielle Ausstattung durch den Bund. Nur so kann sie ihre wichtige Aufgabe effektiv wahrnehmen. Hier wird der LSVD die Bundesregierung auch an die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Zusage erinnern, die Stiftung dauerhaft im Bundeshaushalt abzusichern."

Mit dem neuen Amt werde Metzner nach 13 Jahren seine ehrenamtliche Tätigkeit als LSVD-Bundesvorstand und Schatzmeister der Hirschfeld-Eddy-Stiftung aufgeben, so der LSVD. "Daher schauen wir auf die Wahl auch mit einem traurigen Auge. Wir werden ihn sehr vermissen."

Metzner wird das Amt des Vorstands der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld voraussichtlich im Frühsommer 2022 antreten. Derzeit führt Dr. Daniel Baranowski, dienstältester Referent der Stiftung, diese kommissarisch. (cw)

ergänzt um LSVD-Aussagen

 Update  09.04.: Die Linke.queer kritisiert "Parteiversorgung"

Die Linke.queer hat die Berufung des FDP-Mitglieds Helmut Metzner zum neuen Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld scharf kritisiert. "Die Bundesstiftung ist keine Versorgungsanstalt", erklärten die Bundessprecher*innen Daniel Bache, Lia Becker, Frank Laubenburg und Jenny Luca Renner am Samstag in einer Pressemitteilung. "Diese offensichtliche Geringschätzung der Stiftung und ihrer Arbeit ist unglaublich."

Auch mit seinen politischen Positionen komme Metzner für die Leitung der queeren Stiftung nicht infrage. "Seine Tweets auf Twitter sind immer wieder geprägt von der Ablehnung fortschrittlicher Positionen – und einer despektierlichen Haltung gegenüber Frauen", so die queeren Sozialist*innen. Auch habe er Thomas Kemmerich gratuliert, nachdem er sich mit den Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten wählen ließ.

Als Vorstand einer nach dem Sozialisten Magnus Hirschfeld benannten Stiftung sei Helmut Metzner "schon vor Amtsantritt nicht glaubhaft", erklärten die vier Bundessprecher*innen. Die Personalie sei vielmehr geeignet, die "Arbeit der Stiftung zu unterminieren und die Communities zu spalten". Die Linke.queer fordert deshalb eine Neubesetzung der Stiftungsleitung "nach einem transparenten Ausschreibungsverfahren und unter stärkerer Einbeziehung jener queeren Communities, die immer wieder dann den Kürzeren ziehen, wenn es um Stellenbesetzungen und Mittelzuweisungen geht".



#1 GastAnonym
  • 08.04.2022, 20:25h
  • Wegen dieses Herren bin ich aus dem LSVD ausgetreten.
    queer schrieb damals zur Wahl Kemmerichs (FDP) mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten in Thüringen:
    "In der LGBTI-Community gibt es trotz der AfD-Beteiligung auch Freude über die Wahl: Helmut Metzner, Bundesvorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland und FDP-Mitglied, gratulierte etwa Kemmerich zu seiner Wahl und erklärte: "Die FDP setzt ihre Existenz aufs Spiel, um Thüringen nicht vom linken oder rechten Rand regieren zu lassen." Metzner war früher Büroleiter von Guido Westerwelle."

    www.queer.de/detail.php?article_id=35458

    Nach einer unerfreulichen Konversation mit diesem Herrn habe ich mich nach 20 Jahren Mitgliedschaft dazu entschlossen, aus dem LSVD auszutreten. Von einem Herrn mit solchen Ansichten im Bundesvorstand habe ich mich nicht vertreten gefühlt.
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#2 Taemin
  • 08.04.2022, 23:23h
  • Verstehe ich richtig? Das Bundesjustizministerium hat bestimmt, dass die Stelle öffentlich angeboten wird, damit jede*r eine Bewerbung abgeben kann. Der Minister gehört zur FDP. Der gewählte Vorsitzende auch. Vermute ich richtig? Wenn die vorherige Ministerin, die in der SPD ist, in ihrem Amt verblieben wäre, dann wäre jemand aus der SPD gewählt worden? Auch wenn jetzt wer sagt: Dann geh halt nach Hause zurück, wenn dir hier nicht passt. Aber ich habe gedacht, Deutschland ist sauberer. Nach bald fünf Jahren nimmt mich nichts mehr Wunder. Ist ja schlimmer als in einem buddhistischen Kloster, wie die hier Ämter verteilen und Geld schäffeln. Ich glaube, die Deutschen wissen gar nicht, wie groß ihr Ansehen in fernen Ländern ist und wie groß die Enttäuschung, wenn man Deutschland dann in Realität kennen lernt.
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#3 GastAnonym
  • 08.04.2022, 23:57h
  • Antwort auf #1 von Gast
  • Danke für die Erinnerung!

    So war er immer - opportunistischer Wendehals.
    Die Dummheit als Westerwelles Büroleiter über die Koalitionsverhandlungen mit den Amis zu sprechen (und sich dabei auch noch dokumentieren zu lassen), spricht ja auch schon für sich ...

    Und solche schwemmt es trotzdem immer weiter nach oben, bis sie viel zu entscheiden haben.
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#4 MassKopieAnonym
  • 09.04.2022, 08:56h
  • Sicher dass das nicht die "Anschlussverwendung" von Heiko Mass in "Verkleidung" ist?
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#5 HGMVAnonym
  • 09.04.2022, 11:52h
  • Ich bin Helmut Metzner einige Male auf unterschiedlichen Verbandsebenen unserer Community begegnet und habe ihn als konstruktiven und klugen Gesprächspartner erlebt. Politisch wird uns eine Menge trennen, aber ich halte ihn für eine integre Persönlichkeit. Er bringt nicht nur die formalen Voraussetzungen für den Job mit, sondern blickt durch seine ehrenamtliche Tätigkeit beim LSVD auf eine langjährige Erfahrung in der Community zurück, außerdem dürfte er im politischen Berlin ziemlich gut vernetzt sein.

    Ich wünsche ihm gutes Gelingen für die wichtige Aufgabe!
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#6 EnttäuschtAnonym
  • 09.04.2022, 11:54h
  • Wer ihn kennt, ist nicht wirklich glücklich über diese Wahl.

    Er freut sich wenn Kemmerich in Thüringen mit Rechtsextremisten kuschelt, bezeichnet RRG in Berlin als Nieten und Verfassungsverächter, ist großer Vermieterfan und wird sich kaum ernsthaft einsetzen, wenn queere Projekte verschwinden müssen weil sie die Miete nicht mehr zahlen können. Ist Geheimnisverräter.
    Insbesondere gegen Frauen schießt er gerne, sei es Annalena Baerbock, sei es die Verächtlichungmachung von Greta Thunberg.

    Wer dieser Mensch ab sofort eine der wichtigsten queeren Positionen haben soll, ist das schwer erträglich.

    Aber eines muss man ihn zu Gute halten: er hat bunte Anzüge.
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#7 MichaelTh
#8 SSLMAnonym
  • 09.04.2022, 14:58h
  • Frau Renner und Herr Metzner kennen sich aus dem LSVD und sind da nie glücklich miteinander geworden - in diesem Sinne ist auch die PM der Linken zu verstehen. Es ist ein Nachtritt auf Herrn Metzner, der einiges mehr an Vernunft und Ruhe aufbringt als die etwas einfacher gestrickte Frau Renner. Herr Metzner ist auf so ziemlich jeder Veranstaltung immer zugegen, immer unprätentiös, politisch erfahren und wirtschaftlich versiert (was die Stiftung nun wirklich nötig hat). Er hat eine faire Chance verdient. Ich bin mit der Wahl glücklich!
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#9 TechnikerAnonym
  • 09.04.2022, 16:57h
  • Ist doch Standard in unserer Parteienkleptokratie!

    "Die Linke.queer hat die Berufung des FDP-Mitglieds Helmut Metzner zum neuen Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld scharf kritisiert. "Die Bundesstiftung ist keine Versorgungsanstalt", "

    Richtig muß es natürlich heißen:

    "Nicht nur auf Bundesebene sind Parteien Freunderl-Versorgungsanstalten, sondern auch auf Landes- und kommunaler Ebene. Wo immer es etwas zu holen gibt, geht der Posten an "verdiente" Parteifreunde."

    Man schaue doch nur mal, welche Leute Flughafen-, Messe- oder Verkehrsbetriebechefs werden, an wen Posten bei "Wirtschafts"förderungsgesellschaften o.ä. gehen. Immer sind es Leute mit dem aktuell richtigen Parteibuch.

    Ich bin mir sicher, wo es möglich ist, nimmt auch die Linke an diesem Spiel teil. Wenn ich mich nicht irre, hat man ja auch schon eine "Stiftung" genannte Versorgungsanstalt gegründet - die füttern wir jährlich mit 'ner halben Milliarde Euro durch.

    In der Sache hat die Linke ausnahmsweise mal recht - aber die Empörung ist albern. Und Putinbeschmuser nimmt niemand mehr ernst.
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#10 StiftiboAnonym
  • 09.04.2022, 18:07h
  • Antwort auf #9 von Techniker
  • "Wenn ich mich nicht irre, hat man ja auch schon eine "Stiftung" genannte Versorgungsanstalt gegründet - die füttern wir jährlich mit 'ner halben Milliarde Euro durch."

    Mit "die" beziehst du dich auf eine ganz spezielle linke Stiftung? Kannst du die auch genauer benennen? Wie lautet deine Quelle für die 500 Mio ?

    Bedenkt man, dass die hier thematisierte Hirschfeld-Stiftung mit nur 11 Mio ausgestattet ist, wären 500 Mio ja ein ziemlich fetter brocken.
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