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Fußball

Katar-Kritikerin Klaveness sucht Kooperation mit DFB

Im Kampf gegen Queerfeindlichkeit in Katar sieht Lise Klaveness, die lesbische Präsidentin des norwegischen Fußballverbands, im Deutschen Fußball-Bund einen Verbündeten.


Lise Klaveness gehörte nach dem Jahrtausendwechsel zu den besten Fußballerinnen Norwegens und ist jetzt erste weibliche Chefin des norwegischen Fußballverbands (Bild: Instagram / Lisa Klaveness)
  • 10. April 2022, 09:26h, noch kein Kommentar

In ihrem Kampf für Veränderungen im Weltfußball setzt Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness vor allem auf eine Kooperation mit dem DFB. Nach ihrer deutlichen Kritik am WM-Ausrichter Katar und dem Weltverband beim FIFA-Kongress Ende März in Doha sei der deutsche Verband der erste gewesen, "der mich nach dem Kongress kontaktiert und mir seine Unterstützung zugesichert hat", sagte die 40-Jährige in einem Interview der "Bild am Sonntag" (Bezahlartikel). Katar steht seit Jahren wegen der Menschenrechtslage und den Bedingungen für ausländische Arbeiter*innen in der Kritik.

Für diesen Montag sei sie mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf zu einem Telefonat verabredet. "Wir wollen besprechen, was wir konkret gemeinsam tun können, um etwas zu verändern", sagte die lesbische Fußballfunktionärin. "Und vielleicht ist das der Beginn einer produktiven, langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem deutschen und dem norwegischen Verband."

Weitere Menschenrechtsverletzungen verhindern

Laut Klaveness geht es mit Blick auf die WM Ende des Jahres in Katar darum, "welche Maßnahmen notwendig sind, um Veränderung voranzutreiben und um weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern". Zudem um die Diskriminierung von Menschen durch das Emirat wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Geschlechts.

"Die FIFA sagt, LGBTQ-Menschen seien während der WM in Katar sicher. Aber: Ist das wirklich so, wenn es dort doch illegal ist, homosexuell zu sein?", fragte die ehemalige Nationalspielerin. "Und überhaupt: Es geht bei dem Thema ja nicht nur um die Weltmeisterschaft – das ist etwas Grundlegendes."

Der Fußball müsse Verantwortung für sich übernehmen, forderte sie. "Korruption in den eigenen Reihen muss aufhören. Es muss uns gelingen, wirklich etwas zu bewegen, wenn es um ethische Werte und Menschenrechte geht". Es gebe keine Zeit zu verlieren. "Und mit der Kooperation zwischen Deutschland und Norwegen ist der Anfang gemacht."

Klaveness mit Fußballerkollegin Ingrid Camilla Fosse Sæthre liiert

Klaveness spielte zwischen 2002 und 2011 insgesamt 73 Mal für das norwegische Nationalteam. Ihr größter internationaler Erfolg war der zweite Platz bei der Europameisterschaft 2005 – die Norwegerinnen unterlagen damals dem deutschen Team im Finale mit 1:3. Später war sie als Fußballkommentatorin für das norwegische Fernsehen tätig, bevor sie am 6. März als erste Frau zur Chefin des norwegischen Fußballverbandes gewählt wurde. Privat ist sie seit Jahren mit Fußballerkollegin Ingrid Camilla Fosse Sæthre liiert, mit der sie drei Kinder großzieht.

Erst Ende März hatte Amnesty International erklärt, dass queere Menschen in Katar noch immer diskriminiert werden würden (queer.de berichtete). Auf Homosexualität steht in Katar eine bis zu siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. FIFA-Chef Gianni Infantino spielte die Gefahr jedoch herunter und erklärte, LGBT seien im Land "willkommen" (queer.de berichtete). (dpa/cw)