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Kulturkampf
Disney-Erbe outet sich als trans
Der weltweit tätige Micky-Maus-Konzern befindet sich in der Mitte des US-Kulturkampfes um queere Rechte. Jetzt melden sich die Nachfahr*innen von Walt Disney zu Wort.
- 12. April 2022, 10:32h - 2 Min.
Charlee Corra Disney, einer der Erb*innen des Walt-Disney-Konzerns, hat sich vor wenigen Tagen der erweiterten Öffentlichkeit als trans geoutet. Der 30-jährige Biologielehrer an einer Highschool erklärte auf seiner privat gestellten Instagram-Seite, dass er die Pronomen "he" sowie das nichtbinäre "they" bevorzuge.
"Ich hatte sehr wenige offen homosexuelle Vorbilder", so Disney gegenüber der "Los Angeles Times". "Und ich hatte keine trans oder nichtbinären Vorbilder. Ich habe mich nie irgendwo wiedergefunden. Und das hat mir das Gefühl gegeben, dass etwas mit mir falsch ist." Disney erklärte weiter, dass er bislang wenig Erfahrung mit Aktivismus und öffentlichen Auftritten habe – und bedauerte, nicht mehr für queere Rechte getan zu haben. In der Familie und gegenüber Frend*innen sei Disney bereits seit vier Jahren als trans geoutet.
/ latimesColumn: Four years ago, Charlee Disney came out as trans.
Los Angeles Times (@latimes) April 10, 2022
They said, even while holding the Disney name, their journey has been difficult, and they couldn't abide by the idea that states are trying to make life harder for trans people.https://t.co/IQqKkPLkmd
Charlee ist das Kind von Roy P. Disney, dem Großneffen von Walt Disney. Roy unterstützt Charlee und erklärte, dass die gesamte Familie "todunglücklich" gewesen sei, als Florida das LGBTI-feindliche "Don't Say Gay"-Gesetz beschlossen hatte (queer.de berichtete). Der Disney-Konzern betreibt in Florida das Walt Disney World Resort, den größten Freizeitpark der Welt.
Auch die 62-jährige Disney-Erbin Abigail Disney kritisierte das queerfeindliche Gesetz scharf. Die Großnichte von Walt Disney, die als Dokumentarfilmerin arbeitet und sich gegen soziale Ungleichheit engagiert, erklärte am Wochenende auf CNN, dass der Gouverneur von Florida versuche, die Uhren zurückzudrehen. Dabei habe doch inzwischen fast jede Person "einen schwulen Freund oder trans Familienmitglied".
Disneys CEO sagt "Sorry"
Das Unternehmen Disney befindet sich derzeit in der Mitte eines Kulturkampfes um die Rechte von homosexuellen und trans Menschen in den USA. Zunächst wurde der Konzern von queeren Aktivist*innen und Mitarbeiter*innen kritisiert, weil er auch LGBTI-feindliche Politiker*innen unterstützte. Dafür entschuldigte sich der Vorstandsvorsitzende Bob Chapek im März und versprach, mehr für queere Menschen zu tun (queer.de berichtete).
Inzwischen wird Disney insbesondere von rechten und rechtsradikalen Medien wie dem Fox News Channel oder Breitbart oder von republikanischen Politiker*innen attackiert. Mike Huckabee, der frühere Gouverneur von Arkansas, warf den "creepy Managern" von Disney etwa in seiner Online-Personalityshow vor, ein "Lieferant von Soft-Pornografie" zu sein. Akzeptanz von queeren Menschen setzte der seit Jahren erbitterte Gegner von LGBTI-Rechten mehrfach mit sexueller Kindesmisshandlung gleich. (dk)

Die amerikanische Rechte (hier Mike Huckabee) überzieht Disney mit geradezu hysterischen Vorwürfen (Bild: Screenshot / Youtube/Huckabee)















