https://queer.de/?41731
Berlin-Reinickendorf
Homophobe Jugendgruppe attackiert mutige Passantinnen
Zwei Frauen griffen im Norden von Berlin ein, als eine Gruppe männlicher Jugendlicher ein schwules Paar beschimpfte. Daraufhin wurden die Rabauken gewalttätig.

Wieder meldet die Hauptstadtpolizei einen offenbar homophob motivierten Übergriff (Bild: mbaumi / unsplash)
- 14. April 2022, 09:06h 2 Min.
Zwei Frauen sind am Mittwochnachmittag nach Polizeiangaben in Berlin-Reinickendorf von einer Jugendgruppe heraus getreten und bespuckt worden, weil sie ein gleichgeschlechtliches Paar verteidigten. Die Passantinnen sagten aus, sie hätten gegen 17.50 Uhr auf einem Bahnsteig des U-Bahnhofes Franz-Neumann-Platz beobachtet, wie eine Gruppe von sechs bis sieben männlichen Jugendlichen ein schwules Pärchen, das auf einer Bank saß, homophob beleidigte.
Die beiden Frauen im Alter von 59 und 83 Jahren sollen nun auf die Gruppe zugegangen sein und die Mitglieder aufgefordert haben, die beiden Männer in Ruhe zu lassen. Daraufhin sollen mehrere Jugendliche auf die Frauen zugegangen sein und sie gegen ihre Beine getreten und bespuckt haben.
Die Seniorin und ihre Begleiterin erlitten leichte Verletzungen an den Beinen und lehnten eine ärztliche Behandlung ab. Die Jugendgruppe flüchtete nach Polizeiangaben in unbekannte Richtung.
Die weiteren Ermittlungen zu der Beleidigung des gleichgeschlechtlichen Paares und zu der gefährlichen Körperverletzung der beiden Passantinnen hat ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes des Landeskriminalamts übernommen. Der Staatsschutz übernimmt in der Regel Fälle, in denen Hasskriminalität vermutet wird. Weitere Angaben zur Identität der Opfer und Täter machte die Berliner Polizei nicht.
Aus der Bundeshauptstadt gibt es immer wieder Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Berliner Polizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für queere Menschen. (pm/cw)















