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Interview

"Queere Menschen sollten sich nicht gegenseitig Verbote erteilen"

Wir sprachen mit Julian Mars über seinen neuen Roman "Was wir schon immer sein wollten", den ESC, egozentrische junge weiße cis Mittelschichts-Schwule und die Widrigkeiten des Lebens in der queeren Bubble.


Der Schriftsteller Julian Mars lebt nach prägenden Jahren in Hamburg und Köln inzwischen in Berlin (Bild: fraeulein-fotograf.de)

In seinem neuen Roman nimmt Autor Julian Mars seine Leser*innen zum dritten Mal mit in die turbulente Welt des Antihelden Felix. Nach "Jetzt sind wir jung" und "Lass uns von hier verschwinden" bildet "Was wir schon immer sein wollten" (wie Fabian Schäfer es in seiner queer.de-Rezension des Buches formulierte) "einen großartigen Abschluss" der Trilogie.

Wir sprachen mit Julian Mars über Literatur, den ESC und die Widrigkeiten des Lebens in der queeren Bubble.

Julian, wie schon bei "Lass uns von hier verschwinden" stellst du auch dem dritten Felix-Band ein Zitat aus "City Lights" voran, dem belgischen ESC-Beitrag von 2017. Passt der Song so gut zu Felix' Welt?

Ich mag das Lied auf jeden Fall sehr gern. Außerdem fand ich es passend, für die Bücher ein Zitat aus dem ESC-Kosmos zu wählen. Der ESC erfährt in queeren Kreisen ja eine große Beachtung, also ist die Chance, dass meine Leser*innen das Lied kennen und eine Stimmung damit verbinden, tendenziell hoch. Bei "Lass uns von hier verschwinden" lautete das Zitat "All alone in the danger zone / Are you ready to take my hand". Das passte einfach sehr gut, weil es im Prinzip die letzte Szene des Buches in zwei Zeilen umschreibt.

Jetzt beim dritten Buch fand ich es charmant, aus dem gleichen Lied zu zitieren, aber einen neuen, etwas düsteren Tonfall zu wählen. "All alone in the flame of doubt / Are we going to lose it all" setzt einen Ton, der, denke ich, ganz gut zur Beziehung von Martin und Felix passt. Die Idee bei den Zitaten ist, dass sie nach dem Lesen des Buches noch mal eine eigene Ebene entwickeln, dass man mit Kenntnis der Geschichte ein tieferes Verständnis für sie entwickelt.

Im Interview mit dem "Tagesspiegel" hast du mal erzählt, dass der Auslöser für den ersten Felix-Roman eine "Hart aber fair"-Sendung war, in der dich die unreflektierten Kommentare über queeres Leben gestört haben. Gab es noch weitere Einflüsse oder Vorbilder für die Felix-Romane?

Vorbilder nicht wirklich. Ich muss auch zugeben, dass ich mich beim Schreiben von "Jetzt sind wir jung" noch gar nicht übermäßig gut auskannte mit queerer Literatur. Der Figurenstamm der Romane ist vor allem aus meiner eigenen damaligen Erfahrungswelt heraus entstanden. Bei den Fortsetzungen hab ich die Charaktere weiterentwickelt, die Figuren aber beibehalten. Ich fand es wichtig, dem Grundkonzept treu zu bleiben, wollte also keine kompletten Brüche reinbringen oder im letzten Teil noch mal komplett neue Charaktere etablieren. Das würden Leser*innen bestimmt auch nicht gut finden.

All das ist ein bisschen ambivalent. Einerseits weiß man, was man an den Charakteren hat, man kann ihnen beim Wachsen zusehen und sie werden fast zu echten Menschen, aber erzählerisch engt ein fester Figurenstamm auch etwas ein, weil sich das Integrieren neuer Erfahrungen und Ideen dadurch ein Stück weit verbietet – zum Beispiel eben die Berücksichtigung von Einflüssen aus queeren Büchern, die ich erst später kennengelernt habe.

Hast du ein Beispiel für ein queeres Buch, das dich in letzter Zeit beeindruckt hat?

Da gibt es viele, zumal ich durch mein eigenes Schreiben auch mit anderen Autor*innen in Kontakt gekommen bin. Vor Kurzem habe ich zum Beispiel "Mut. Machen. Liebe." von Hansjörg Nessensohn (zur queer.de-Rezension) gelesen. Ein wirklich tolles Buch. Sehr berührend, aber auch sehr drastisch. Da geht es um die Situation in den Fünfzigerjahren unter Paragraf 175. Es ist schon schockierend, welchen Anfeindungen Homosexuelle damals ausgesetzt waren. Wenn man sowas liest, merkt man, was es für ein Privileg ist, im Hier und Jetzt zu leben. Eigentlich absurd, in diesem Zusammenhang von Privileg zu sprechen, weil es natürlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass Menschen akzeptierte Mitglieder der Gesellschaft sind, aber sicher sein können wir uns unserer Freiheiten nun mal nicht. Das zeigt der Blick nach Russland und in viele andere Länder.


"Was wir schon immer sein wollten" ist Ende März 2022 im Albino Verlag erschienen

In deinen Büchern spielt das aktuelle Zeitgeschehen mal mehr, mal weniger direkt eine Rolle – von Ehe für alle, über Gender- und Diversity-Debatten bis zu #MeToo. In "Was wir schon immer sein wollten" kommt auf ziemlich erfrischende Weise auch die Corona-Pandemie vor. Mit deren Thematisierung tun sich viele andere Autor*innen eher schwer …

Ich war am Anfang auch nicht wahnsinnig begeistert von der Idee, die Pandemie zu thematisieren, aber in gewisser Weise ging es nicht anders. Die Felix-Bücher spielen mehr oder weniger in Echtzeit, und da im ersten Band erwähnt wird, dass Felix 1991 geboren ist, konnte ich die Zeit um seinen 30. Geburtstag, der im neuen Buch eine Rolle spielt, streng genommen nicht ohne Pandemie erzählen. Ich hatte nur die Möglichkeit, zeitliche Stauchungen vorzunehmen, oder so zu tun als hätte es die Pandemie nicht gegeben, aber das hätte sich für mich beides komisch angefühlt. Also hab ich mich zunächst eher widerwillig dazu entschieden, die Pandemie im letzten Drittel des Buches doch vorkommen zu lassen.

Beim Schreiben hab ich dann gemerkt, dass sich dadurch ein paar schöne erzählerische Möglichkeiten ergaben. Wenn man so will, lässt sich an der Pandemie meine Herangehensweise an die Erzählung generell verdeutlichen. Eigentlich ist das ein schreckliches Thema, das viel mit Leid, Streit und Tod zu tun hat, aber mein Ansatz war, da ein bisschen Humor rauszuquetschen. Ich hab das Gefühl, dass mir das in dem Fall ganz gut gelungen ist. Von daher war ich am Ende doch ganz glücklich damit, die Pandemie im Buch aufgegriffen zu haben.

Ansonsten bleibt Felix auch im dritten Band der Antiheld, der er von Anfang an war. Er muss zu vielen, auch queerpolitischen Einsichten erst von seinem Umfeld getrieben werden. Steckt da das Konzept hinter, auch weniger progressiven Leser*innen eine Identifikationsfläche zu bieten?

Wenn damit gemeint ist, ob ich Heteros auf möglichst niedrigschwellige Weise die queere Welt erklären will, würde ich sagen nein, aber um gesellschaftliche Entwicklungen in unterhaltsamer Form zu thematisieren, ist Felix tatsächlich eine interessante Figur. Irgendwo mag ich ihn, aber wenn ich mit ihm befreundet wäre, würde ich ihn, glaube ich, manchmal nicht ertragen. Für mich steht er ein Stück weit für manche junge weiße cis Schwule aus der deutschen Mittelschicht, die relativ egozentrisch sind, nicht viel Diskriminierung und Benachteiligung erlebt haben und sich einbilden, die Welt zu kennen, ohne je weit über den eigenen Tellerrand hinausgeblickt zu haben.

Im ersten Buch bezeichnet Felix trans Personen zum Beispiel noch als "Transen". Das war auch 2015 nicht mehr korrekt, aber ich hab das mit Absicht gemacht und es in einen Kontext gesetzt, indem ich ihm Menschen wie Martin an die Seite gestellt habe, die ihm sagen, dass seine Haltung nicht okay ist. So hat sich Felix innerhalb der drei Bücher gewandelt, ist reflektierter, teilweise auch glücklicher geworden. Ich denke, es ging mir eher darum, diese Entwicklung zu erzählen – das Tolle, Schöne, Erfüllte und Erstrebenswerte, das die Überwindung von Vorurteilen mit sich bringt.

Hast du, abgesehen von Felix, eine persönliche Lieblingsfigur?

Eigentlich sollte ich jetzt wohl antworten, dass das alles meine Kinder sind und ich alle gleich liebhabe, oder? Aber es gibt schon Unterschiede. Ich mag Anna, Felix' Schwester, zum Beispiel sehr gern. Die wird von manchen Leser*innen nicht so gemocht, weil sie etwas übergriffig ist. Sie sagt Felix auf sehr direkte Weise, wenn er mal wieder unerträglich ist oder den Hintern hochkriegen muss, was er aber auch braucht. Ansonsten ist meine Lieblingsfigur wahrscheinlich Gabriel. Der fliegt bei vielen unterm Radar, aber ich mag ihn, weil er unbeirrt, ohne großes Gehabe seinen Weg geht. Zum Beispiel lebt er den anderen mit seinem Mann Shaun ganz unaufgeregt ein Lebens- und Liebesmodell vor, das Offenheit und Beständigkeit vereint.

In der queeren Bubble stört mich manchmal ein bisschen, dass aus Opposition zu heteronormativen Modellen gewisse Wege quasi nicht erlaubt zu sein scheinen – nach dem Motto: Wir "dürfen" nicht heiraten, Kinder kriegen oder monogam leben, weil das spießig und heteronormativ ist. Solche Verbote finde ich problematisch. Meiner Meinung nach bringen sie die Gefahr mit sich, dass sich queere Menschen sowohl von der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft als auch von der queeren Bubble ausgeschlossen fühlen. Das ist der falsche Weg. Ich denke, gerade unter queeren Menschen sollte es darum gehen, dass sie einander sein lassen, wie sie sein wollen, nicht darum, dass sie sich gegenseitig Verbote erteilen.

Infos zum Buch

Julian Mars: Was wir schon immer sein wollten. Roman. 324 Seiten. Albino Verlag. Berlin 2022. Taschenbuch: 18 € (ISBN 978-3-86300-332-6). E-Book: 12,99 €


#1 SchonProfil
  • 15.04.2022, 06:50hFürth
  • "In der queeren Bubble stört mich manchmal ein bisschen, dass aus Opposition zu heteronormativen Modellen gewisse Wege quasi nicht erlaubt zu sein scheinen nach dem Motto: Wir "dürfen" nicht heiraten, Kinder kriegen oder monogam leben, weil das spießig und heteronormativ ist."

    Ist das so? Wer ist die queere Blase und wem gehört sie? Sind es nicht einige wenige die dafür um so lauter ihre Lebensentwürfe kund tun? Falls ja, warum tun sie das? Sind sie selbst unsicher und erhoffen sich Bestätigung im eigenen Zerrbild in der Blase?
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#2 LarsAnonym
  • 15.04.2022, 08:13h
  • Antwort auf #1 von Schon
  • Gerade hier wird doch sein Satz bestätigt.

    Und die am lautesten schreien, sind meiner Meinung nach diejenigen, die anderen ihr vermeintlich spiessiges Homoeheleben mit Haus, Hund, Auto auf dem Land verbieten wollen.
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#3 Taemin
  • 15.04.2022, 12:59h
  • Meine wichtigste Erfahrung in Deutschland ist, dass immer wer da ist zu sagen, was man tun muss und was man nicht tun darf. Macht man es anders, wird man in eine Schublade gelegt mit einer negativen Etikette darauf. Das ist allgemein so und in der so genannten queeren community nicht anders. Wie oft heißt es: Du musst dich anpassen, du musst dich integrieren. Das heißt deutsch sein, das heißt aber auch queer sein. So wie Deutsche sind, so wie Queere sind. So wie die Leute mit Deutungshoheit (die deutsche Sprache hat doch wunderliche Wörter) das bestimmt haben. Und gerade die Deutungshoheitsqueeren behaupten, damit verteidigen und fördern sie Identität. So ein Quatsch. Sie bekämpfen Identität, wenn die nur nicht in den Rahmen passt, den sie gebaut haben. Akzeptiert wollen sie werden, aber selbst akzeptieren sie nur wen, der tanzt nach ihrer Pfeife. Schwul sein ist nicht genug. Man muss schwule Identität auslaufen lassen in einer größeren, einer queeren. Sonst ist man unbelehrbarer Cismann mit Privilegien. Ja schon wenn man die Regenbogenfahne schwenkt ohne schwarz und braun, kann man je nach dem wem man über den Weg läuft beschimpft werden, habe ich schon erlebt. War lange Diskussion über die Farben und am Ende, als der*die Andere nicht mehr weiter wusste, schrie er*sie: Wenn du ausgrenzen willst, dann geh doch zurück nach China! Das erklärte dann für mich auch die schwarze und die braune Farbe neben dem Regenbogen. Da habe ich zum ersten Mal verstanden, dass diese beiden Farben mich ausgrenzen. Angeblich ist diese ergänzte Fahne gegen Rassismus gedacht. Wo aber finde ich darin meine Identität? Ich bin weder braun noch schwarz. Super: Also zurück nach China. (Richtig wäre natürlich Korea.) Der Regenbogen zeigt meine Identität, so bald aber schwarz und braun dazu kommen, werde ich ausgegrenzt. Und wenn ich das sage, bin ich plötzlich der Ausgrenzer. Black lives matter? Natürlich! Und asian lives? Wo waren denn die empörten Menschenmassen auf den Straßen, als vor Jahren ein harmloser Gastschüler aus Japan von einem Amerikaner erschossen wurde, weil der bei seinem Anblick wohl an Pearl Harbor dachte? Und dann auch noch frei gesprochen wurde, weil er sich gegen die asiatische Gefahr verteidigen durfte, obwohl sie gar nicht bestand? Wäre es kein Japaner, sondern ein schwarzer US-Bürger gewesen, Presse und Straßen hätten getobt. Ist nicht so lange her, da wurde ein Chinese in München auf der Straße verprügelt. Bei meinem ersten CSD in Frankfurt wäre ich fast verprügelt worden, wenn ich nicht von genug Deutschen begleitet gewesen wäre, die sich vor mich stellten, als der Typ brüllte, er schlägt mir meine Chinesenfratze zu Brei. Aber was ist wirklich wichtig? Sprech- und Schreibregeln und schwarzbraune Streifen am Regenbogen. Mir ist klar, dass vielen nicht gefallen wird, was ich schreibe. Man muss nur lesen, wie beim Artikel über China und Zensur auf Sakana eingehauen wird. Aber das Risiko gehe ich ein. Vielleicht will ja doch jemand darüber diskutieren und nicht gleich queere Kanonen feuern.
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#4 LorenProfil
  • 15.04.2022, 14:08hGreifswald
  • Antwort auf #3 von Taemin
  • Rassismus gegenüber Menschen aus Asien läuft (nicht nur hierzulande, sondern z.B. auch in den USA) unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung. Dass mein aus Asien stammender Freund stets als potentieller Stricher und ich als sein Freier angesehen werden, ist da nur ein Aspekt. Das ist zumindest insofern sogar hilfreich,, als dass ich auf dieser Grundlage in Familie und Freundeskreis diejenigen aussortiert habe, mit denen ich nicht weiterhin Kontakt zu pflegen wünsche.
    Natürlich bleibt die Furcht vor rassistischer Gewalt (obendrauf zu der vor schwulenfeindlicher Gewalt), wenn er hier in Deutschland ist (meistens hält er sich aus beruflichen und auch privaten Gründen -die Eltern sind krank und der älteste Sohn wird als helfende Hand vor Ort erwartet- in der Heimat auf).

    Gut, dass du das Thema einbringst. Ich kann gar nicht zum Ausdruck bringen, wie sehr ich genug habe von all denen, die aggressiv auf anderen herumtrampeln, weil sie sich gerade in der Mehrheit oder am richtigen Ufer oder was auch immer fühlen oder einfach nur engstirnig, egoistisch, bevormundend oder fremdenfeindlich anderen das Leben schwermachen.
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#5 AEMR 1948Anonym
  • 15.04.2022, 14:08h
  • Antwort auf #3 von Taemin
  • Du solltest Dich mich Artikel 2 der AEMR (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) von 1948 beschäftigen und der catch all Formel "sonstige Umstände" bzw. "other status" am Ende. Da ist dann keine Ausgrenzung mehr möglich. Die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU leiten sich davon ab und im Endeffekt berufen sich auch die ganzen queeren Juristinnen und Juristen, die sich für die gleichgeschlechtliche Ehe stark gemacht haben, darauf. Der Mensch neigt zu Ausgrenzungen und Diskriminierungen, das wussten auch diejenigen, die an der AEMR von 1948 mitgearbeitet haben. Deshalb sind die Menschenrechte halt universell und offen formuliert, da einige Menschen die menschliche Kreativitat sehr perfide und destruktiv einsetzen und immer wieder neue Möglichkeiten finden, andere Menschen auszugrenzen. Da muss halt gegengesteuert werden.
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#6 Ith_Anonym
  • 15.04.2022, 14:50h
  • Ok, innerhalb der Subkultur geäußerte Kritik daran, sich entsprechend gesellschaftlicher Normen zu verhalten und sich dadurch Privilegien anzueignen, die es ohne diese Unterwerfung nicht gibt, wird hier also zu "Verboten" stilisiert... und nach dieser verzerrenden Überspitzung der Marke "Kritik an Lifestyle-Linken" wird dann obendrein noch behauptet, es ginge um ... Zusammenhalt?

    Mir kommt es ja eher nach Klickbait und absichtlicher Provokation zwecks Aufmerksamkeit vor. Also.. okay, man macht ein bisschen Kontroverse auf Kosten der Unangepassten, und unterstellt ihnen eine Macht, die sie nicht haben, während man gleichzeitig die sehr reale Macht der Mehrheitsgesellschaft unter den Tisch fallen lässt.
    Finde ich schade, eigentlich hat das Interview bis dahin echt ein paar interessante Aspekte, über die man hätte reden können. Aber hey, wenn der Aufmacher sagt, dass wir stattdessen lieber darüber reden sollen, ob es eine Spaltung der cis-schwulen Szene gibt oder nicht, macht ihr mal ruhig, so als cis-Schwule.

    Wobei ich in dem Fall ja erleichtert bin, dass das "queer" wirklich bloß "cis-schwul" heißt. Eigentlich ist das hochgradig dreist, weil es wie so oft Inklusion suggeriert, die dann nicht stattfindet. Aber hat in dem Fall ja auch etwas Positives, andernfalls wäre haufenweise Transfeindlichkeit in der anstehenden Diskussion vorprogrammiert.
    Trotzdem schade um die Unterhaltung über den Rest.
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#7 Ith_Anonym
  • 15.04.2022, 15:24h
  • Antwort auf #6 von Ith_
  • Es tut mir ja auch leid, wisst's. Aber wir hatten jetzt 2 Jahre Pandemie, und ich bin in der unglücklichen Situation, was mit Biologie gelernt zu haben. Die unterstellten Verbote gibt es nicht. Und ich habe diese unehrlichen Diskussionsmuster einfach nur noch satt.
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#8 DreddAnonym
  • 15.04.2022, 15:28h
  • Was zur Hölle soll eine "Community" denn sonst sein als eine Gruppierung von Menschen mit vergleichbaren "Moralstandards"/Einstellungen ?

    Gibt ja keinem Teilhabezwang!
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#9 Alte LeierAnonym
  • 15.04.2022, 16:00h
  • Ich kann dem Kommentar #7 nur zustimmen. Was für eine langweilig, gezielt provokante Aussage, die wenig Substanz hat.

    Abgesehen davon, dass normativ lebende queere Menschen (lies mal Studien) tatsächlich weniger Angriffen ausgesetzt sind, geht es doch wohl eher darum, dass das Subversive in den Vordergrund gestellt werden muss, wenn es sich gegen die Norm behaupten will.

    In dem Buch "Lob der Homosexualität" (inhaltlich kann das sicher auch auf Queer an sich ausgeweitet werden), ist das sehr gut beschrieben. Die meisten Menschen sehen keine Wahl, weil das Normative so mächtig ist, dass sie es für selbstverständlich halten und ihm folgen, ohne dies zu reflektieren. Man kann guten Gewissens die Frage stellen, wie frei wir entscheiden können. Nur weil das offensichtlich so wirkt, muss das noch lange nicht so sein.

    Einem Autor tut Recherche und Abwägen verschiedener Sichtweisen ganz gut, bevor er so banal in die Welt brüllt. Zumal das mal wieder ein Schlag ins Gesicht derer ist, die auch seine Freiheiten erkämpft haben. Brave, monogame Schwule hatten den geringsten Anteil an der gesellschaftlichen Entwicklung.

    Unglaublich!
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#10 LulaAnonym