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Nordrhein-Westfalen
Festnahme: Mann soll ältere Schwule zum Suizid genötigt haben
Laut Staatsanwaltschaft lernte der 43-jährige Tatverdächtige seine Opfer über eine Dating-Plattform kennen. Nach einer fürsorglichen Phase verlangte er von ihnen Testamente zu seinen Gunsten und drängte sie anschließend zum Selbstmord.

Symbolbild: Der Tatverdächtige sitzt seit 10. März 2022 in Untersuchungshaft (Bild: 4711018 / pixabay)
- 15. April 2022, 14:12h 2 Min.
Ein 43-Jähriger soll älteren Männern, die er über eine Dating-Plattform im Internet kennengelernt hatte, Testamente zu seinen Gunsten abgepresst und die Opfer dann zum Suizid genötigt haben.
Der Verdächtige sei bereits am 10. März festgenommen worden und wegen versuchten Mordes aus Habgier in Untersuchungshaft gekommen, berichteten Staatsanwaltschaft Paderborn und Polizei Bielefeld am Donnerstag. Seit Ende März sei der Mann wegen psychischer Auffälligkeiten in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.
Ein 77-Jähriger unternahm tatsächlich einen Suizidversuch
In einem Fall habe ein 77-Jähriger tatsächlich einen Suizidversuch unternommen und sei dabei lebensgefährlich verletzt worden, teilten die Ermittler mit. In einem zweiten Fall eines 69-Jährigen wurde ein Passant auf den apathisch in einem Auto sitzenden Mann aufmerksam und rief den Rettungsdienst. Im Krankenhaus habe der Senior dann den 43-Jährigen beschuldigt.
Demnach soll der Verdächtige den 69-Jährigen zwei Tage lang in einer Unterkunft im niedersächsischen Hilter am Teutoburger Wald geschlagen, beleidigt, fortlaufend erniedrigt und ihm Medikamente verweigert haben, heißt es in der Mitteilung. Am Ende habe das Opfer ein Testament erstellt, das den 43-Jährigen begünstigte.
/ polizei_nrw_biGemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Paderborn und #Polizei #Bielefeld – ein 43-Jähriger steht im Verdacht, einen 69-jährigen Mann aus Iserlohn durch ein Abhängigkeitsverhältnis zu einem versuchten Suizid gedrängt zu haben.
Polizei NRW BI (@polizei_nrw_bi) April 14, 2022
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Laut Polizei und Staatsanwaltschaft soll sich der 43-Jährige in beiden Fällen zunächst fürsorglich um die älteren Männer gekümmert und ihnen dann mit unterschiedlichen Legenden und Druckmitteln größere Geldbeträge und die Einsetzung als Erbe oder Vormund abgezwungen haben. Ermittlungen zu möglichen weiteren Opfern dauerten an, hieß es in der Mitteilung. (cw/dpa)
Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).
Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBTI-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben.













